Für Stelle bewerben
Bewerbungscoaches unterstützen Arbeitsuchende, Berufseinsteiger und Umsteiger dabei, sich auf Stellen zu bewerben. Sie überarbeiten Unterlagen, bereiten auf Vorstellungsgespräche vor und helfen bei der Stellensuche.
13 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Für Stelle bewerben verdient
3.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.800 bis 5.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.200 € | 3.700 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.600 € | 4.300 € | 43.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.300 € | 5.500 € | 51.600 € |
Bei Bildungsträgern mit geförderten Maßnahmen setzt der Branchenmindestlohn für die Aus- und Weiterbildung nach SGB II/III die Untergrenze, viele Träger zahlen kaum darüber; im öffentlichen Dienst gelten TVöD oder TV-BA, in der Personal- und Outplacementberatung wird frei und meist höher verhandelt. Bei Selbstständigen schwankt das Einkommen stark mit Auslastung und Kundschaft.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Bewerbungscoach?
Ein Bewerbungscoach begleitet Menschen auf dem Weg zu einer neuen Stelle. Die meisten Teilnehmenden kommen über das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit, oft mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein. Andere sind Schulabgänger, Menschen nach langer Familienzeit, Geflüchtete oder Fachkräfte, die sich beruflich verändern wollen. Im Alltag sitzt der Coach mit Einzelnen am Rechner, formuliert Anschreiben um, ordnet Lebensläufe, erklärt Lücken im Werdegang und sucht gemeinsam passende Stellenanzeigen heraus. Dazu kommen Gruppenkurse zu Themen wie Online-Bewerbung oder Selbstpräsentation, Rollenspiele für Vorstellungsgespräche und Telefonate mit Arbeitgebern. Ein großer Teil der Zeit geht in Dokumentation: Anwesenheit, Fortschritte und Ergebnisse werden für den Kostenträger festgehalten.
Wie wird man Bewerbungscoach?
Eine eigene Ausbildung gibt es nicht, die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Bildungsträger verlangen für geförderte Maßnahmen aber meist einen Hochschulabschluss, häufig in Sozialpädagogik, Soziale Arbeit, Pädagogik, Psychologie oder Wirtschaftswissenschaften, und Berufserfahrung in Beratung, Personalwesen oder Erwachsenenbildung. Der Quereinstieg gelingt häufig aus dem Personalbereich, etwa als Personalreferentin oder Recruiter, oder aus Lehrtätigkeiten. Zusätzliche Weiterbildungen zum Coach oder Trainer sind verbreitet, aber von sehr unterschiedlicher Qualität. Wer sich selbstständig macht und Gutscheine abrechnen will, braucht eine Zulassung nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) oder arbeitet mit einem zugelassenen Träger zusammen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich leicht, aber emotional fordernd. Viele Teilnehmende sind nicht freiwillig da, haben Rückschläge hinter sich oder kämpfen mit Schulden, Sprachproblemen oder gesundheitlichen Einschränkungen, die eine Bewerbung erschweren. Geduld und die Fähigkeit, Grenzen zu setzen, sind wichtig. Bei Bildungsträgern sind Stellen oft befristet und an die Laufzeit einer Maßnahme gebunden, was Unsicherheit bringt. Die Vorgaben der Kostenträger lassen wenig Spielraum, und die Verwaltungsarbeit ist umfangreich. Die Arbeitszeiten liegen meist tagsüber an Werktagen. Selbstständige müssen Akquise betreiben und schwankende Einnahmen aushalten.
Aussichten
Die Nachfrage hängt stark von der Arbeitsmarktpolitik ab. Steigt die Arbeitslosigkeit oder werden neue Förderprogramme aufgelegt, entstehen Stellen bei Trägern, werden Mittel gekürzt, fallen sie weg. Digitale Bewerbungsverfahren und Integrationskurse haben das Feld in den letzten Jahren verbreitert. Entwicklungswege führen in die Leitung von Maßnahmen oder Standorten, in die Personalberatung, ins Outplacement für Unternehmen oder in die Berufsberatung bei der Bundesagentur für Arbeit. Mit Spezialisierung, etwa auf Führungskräfte oder bestimmte Branchen, lässt sich als Selbstständiger ein eigenes Profil aufbauen.
Aufgaben
- Lebensläufe und Anschreiben gemeinsam mit Teilnehmenden überarbeiten
- Passende Stellenanzeigen recherchieren und Bewerbungsstrategien entwickeln
- Vorstellungsgespräche in Rollenspielen üben
- Gruppenkurse zu Online-Bewerbung und Selbstpräsentation leiten
- Kontakt zu Arbeitgebern und Jobcentern halten
- Teilnahme und Fortschritte für den Kostenträger dokumentieren
Voraussetzungen
- Meist Hochschulabschluss in Sozialpädagogik, Pädagogik, Psychologie oder Wirtschaft
- Berufserfahrung in Beratung, Personalwesen oder Erwachsenenbildung
- Sicherer Umgang mit Textverarbeitung und Online-Bewerbungsportalen
- Sehr gutes schriftliches Deutsch
- Geduld und Belastbarkeit im Umgang mit schwierigen Lebenslagen
- Für Selbstständige: AZAV-Zulassung oder Kooperation mit einem zugelassenen Träger
Wo man arbeitet
- Bildungsträger für Arbeitsmarktmaßnahmen
- Jobcenter und Agenturen für Arbeit
- Personal- und Outplacementberatungen
- Wohlfahrtsverbände und Integrationsprojekte
- Eigene Beratungspraxis als Selbstständige
Der Weg in den Beruf
Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht; üblich ist ein drei- bis vierjähriges Studium etwa in Sozialer Arbeit, Pädagogik oder Psychologie mit Bachelor- oder Masterabschluss. Hinzu kommt Berufserfahrung in Beratung oder Personalwesen, oft ergänzt durch eine mehrmonatige Coaching- oder Trainerweiterbildung.
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