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Handwerk & Produktion

Glasfasermonteur NE4 im

Glasfasermonteure für die Netzebene 4 verlegen Glasfaserleitungen innerhalb von Gebäuden, vom Hausanschluss im Keller bis zur Anschlussdose in der einzelnen Wohnung oder im Büro. Sie bohren, verlegen, spleißen, messen und dokumentieren.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Glasfasermonteur NE4 im verdient

3.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 4.400 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.700 € 3.000 € 32.400 €
Mit Berufserfahrung 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.700 € 4.400 € 44.400 €

Ein branchenweiter Tarifvertrag fehlt; nur Betriebe mit Bindung an die Tarifverträge des Elektrohandwerks zahlen nach festen Entgeltgruppen. Entscheidend sind, ob nach Festlohn oder pro Wohneinheit abgerechnet wird, ob eine Fachausbildung vorliegt und wie Fahrtzeiten und Auslöse auf Fernmontage vergütet werden.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Glasfasermonteur NE4?

Die Netzebene 4 (NE4) ist der Teil des Glasfasernetzes, der im Gebäude liegt. Monteure in diesem Bereich übernehmen dort, wo der Tiefbau endet: am Gebäudeabschlusspunkt im Keller. Von dort führen sie Leitungen durch Steigschächte, Treppenhäuser und Flure bis in jede Wohneinheit und setzen dort die Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose. Dazu gehören Kernbohrungen und Wanddurchbrüche, das Setzen von Kabelkanälen und Leerrohren, das Einblasen oder Einziehen von Fasern sowie das Spleißen, also das Verschweißen einzelner Fasern mit einem Spleißgerät. Am Ende wird jede Verbindung mit Dämpfungs- oder OTDR-Messgeräten geprüft und für den Netzbetreiber dokumentiert, meist per Tablet-App mit Fotos. Ein großer Teil der Arbeit ist Kontakt mit Menschen: Termine mit Mieterinnen, Eigentümern und Hausverwaltungen abstimmen, vor Ort erklären, wo die Dose hinkommt, und Einwände wegen Staub oder Bohrlöchern aushalten.

Wie wird man Glasfasermonteur NE4?

Eine eigene geregelte Ausbildung gibt es nicht. Viele Betriebe stellen Quereinsteiger ein und schulen sie in Lehrgängen von wenigen Tagen bis einigen Wochen, häufig mit einem Zertifikat eines Bildungsträgers oder Herstellers zum Spleißen und Messen. Bessere Chancen und meist mehr Geld haben Menschen mit einer abgeschlossenen Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Informationselektroniker oder IT-Systemelektroniker. Auch Handwerker aus dem Trockenbau oder der Elektroinstallation steigen oft um. Ein Führerschein der Klasse B wird fast immer verlangt, weil zu wechselnden Baustellen gefahren wird.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich: Bohren über Kopf, Arbeiten in engen Kellern und Schächten, Treppensteigen mit Material, Staub und Lärm. Spleißen dagegen verlangt ruhige Hände, gutes Sehen und Sorgfalt, denn eine schlecht gesetzte Verbindung fällt bei der Messung durch. Viele Firmen arbeiten als Subunternehmer im Auftrag großer Netzbetreiber und rechnen pro angeschlossener Wohneinheit ab. Das erzeugt Zeitdruck, teils Akkordlohn und unbezahlte Leerlaufzeiten, wenn Bewohner nicht öffnen. Montage auf Fernbaustellen mit Übernachtung unter der Woche ist verbreitet. Die Qualität der Arbeitgeber schwankt stark, von ordentlich organisierten Fachbetrieben bis zu Kolonnen mit unklaren Arbeitsbedingungen. Vor Vertragsunterschrift lohnt der Blick auf Festlohn, Fahrtzeitregelung und Auslöse.

Aussichten

Der Glasfaserausbau in Deutschland wird politisch und mit Fördermitteln vorangetrieben, das Ziel ist ein flächendeckendes Netz bis 2030. Fachkräfte für die Hausverkabelung sind derzeit gesucht, weil viele Gebäude zwar einen Anschluss im Keller haben, aber nicht bis in die Wohnungen erschlossen sind. Ob die Nachfrage nach Abschluss des großen Ausbaus auf diesem Niveau bleibt, ist offen; Wartung, Störungsbehebung und Nachrüstung werden bleiben, aber in geringerem Umfang. Wer sich absichern will, ergänzt die Tätigkeit um eine elektrotechnische Ausbildung. Entwicklungswege führen zum Kolonnenführer, zum Messtechniker, in die Bauleitung oder Projektkoordination sowie in die Netzplanung beim Betreiber.

Aufgaben

  • Kernbohrungen und Wanddurchbrüche für Leitungswege setzen
  • Kabelkanäle, Leerrohre und Steigleitungen im Gebäude verlegen
  • Glasfasern einziehen oder einblasen und mit dem Spleißgerät verbinden
  • Glasfaser-Teilnehmeranschlussdosen in Wohnungen montieren
  • Dämpfungs- und OTDR-Messungen durchführen und auswerten
  • Arbeiten mit Fotos und Messprotokollen digital dokumentieren
  • Termine mit Bewohnern und Hausverwaltungen abstimmen

Voraussetzungen

  • Handwerkliches Geschick und sicherer Umgang mit Bohrmaschine und Werkzeug
  • Ruhige Hände und gutes Sehvermögen für das Spleißen
  • Körperliche Belastbarkeit für Überkopfarbeit, Treppen und enge Räume
  • Führerschein Klasse B
  • Bereitschaft zu Montage auf wechselnden Baustellen, teils mit Übernachtung
  • Verständliches Deutsch für den Kontakt mit Bewohnern
  • Von Vorteil: Ausbildung im Elektro- oder IT-Bereich

Wo man arbeitet

  • Subunternehmen im Glasfaserausbau
  • Elektroinstallationsbetriebe
  • Telekommunikations-Dienstleister
  • Netzbetreiber und Stadtwerke
  • Baufirmen mit Telekommunikationssparte

Der Weg in den Beruf

Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht; der Einstieg erfolgt meist über betriebliche Schulungen oder Lehrgänge von wenigen Tagen bis einigen Wochen mit Zertifikat. Wer eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder eine dreijährige Ausbildung zum IT-Systemelektroniker mitbringt, hat bessere Aufstiegs- und Gehaltschancen.

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