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Handwerk & Produktion

Informationselektroniker Defence

Informationselektroniker Defence installieren, prüfen und reparieren elektronische Systeme für Streitkräfte und Sicherheitsbehörden, etwa Funk-, Radar-, Führungs- und Fahrzeugelektronik. Sie arbeiten in der Werkstatt von Rüstungsunternehmen, bei Dienstleistern der Bundeswehr oder im Außendienst an Kasernen und Übungsplätzen.

44 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Informationselektroniker Defence verdient

4.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.000 bis 5.600 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.400 € 3.800 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.000 € 4.600 € 48.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 4.800 € 5.600 € 57.600 €

Große Rüstungsunternehmen zahlen meist nach dem Entgeltrahmenabkommen (ERA) der Metall- und Elektroindustrie mit der IG Metall und liegen damit deutlich über kleinen Handwerksbetrieben, bei der Bundeswehr als zivilem Arbeitgeber gilt der TVöD Bund. Außendienst- und Auslandszulagen sowie Reisekosten können das tatsächliche Einkommen spürbar erhöhen, sind in den Werten aber nicht enthalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Informationselektroniker Defence?

Im Mittelpunkt steht militärische und sicherheitsrelevante Elektronik: Funkgeräte, Verschlüsselungstechnik, Radar- und Sensorsysteme, Bordnetze und Kommunikationsanlagen in gepanzerten Fahrzeugen, Schiffen oder Containern für Gefechtsstände. Informationselektroniker bauen diese Geräte und Baugruppen ein, verkabeln sie, nehmen sie in Betrieb und messen sie nach Prüfvorschrift durch. Fällt ein System aus, suchen sie den Fehler mit Oszilloskop, Multimeter und Diagnosesoftware, tauschen Baugruppen, löten Leiterplatten nach und dokumentieren jeden Schritt lückenlos. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Wartung nach festen Intervallen, Software-Updates und dem Ausfüllen von Prüfprotokollen, denn bei Wehrmaterial ist jede Änderung nachweispflichtig. Im Außendienst arbeiten sie direkt an Fahrzeugen und Anlagen in Kasernen, Depots oder auf Übungsplätzen und weisen Soldatinnen und Soldaten in die Bedienung ein.

Wie wird man Informationselektroniker Defence?

Grundlage ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Informationselektroniker, meist im Schwerpunkt Geräte- und Systemtechnik, die mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer endet. Rüstungsunternehmen bilden außerdem Elektroniker für Geräte und Systeme oder für Informations- und Systemtechnik nach dem Berufsbild der Industrie aus. Die Bezeichnung „Defence“ ist kein eigener Ausbildungsberuf, sondern beschreibt den Einsatz in der Wehr- und Sicherheitstechnik. Der Einstieg ist auch für ausgebildete Elektroniker anderer Fachrichtungen und für ehemalige Zeitsoldaten aus technischen Verwendungen möglich, die Spezialkenntnisse werden dann in herstellerspezifischen Lehrgängen vermittelt. Fast immer ist eine Sicherheitsüberprüfung nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz nötig, die einige Monate dauern kann und eine deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit sowie ein einwandfreies Führungszeugnis voraussetzt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit erfordert Genauigkeit und Geduld, denn Vorschriften, Prüfabläufe und Dokumentationspflichten sind strenger als in der zivilen Elektronik. Wer an Fahrzeugen arbeitet, steht in engen Innenräumen, liegt unter Aufbauten oder arbeitet bei Kälte und Regen im Freien. Im Außendienst gehören Reisen, Übernachtungen und Einsätze an wechselnden Standorten dazu, bei manchen Arbeitgebern auch Einsätze im Ausland zur Unterstützung der Truppe, die mehrere Wochen dauern können. Geheimhaltung bedeutet, dass über die eigene Arbeit kaum gesprochen werden darf und private Mobiltelefone in vielen Bereichen tabu sind. Nicht jeder kann sich mit der Herstellung und Wartung von Waffensystemen identifizieren, diese Frage sollte vor der Bewerbung ehrlich beantwortet werden. Englischkenntnisse sind nötig, weil technische Unterlagen und NATO-Standards häufig englisch sind.

Aussichten

Die Nachfrage ist seit einigen Jahren deutlich gestiegen, weil Bundeswehr und europäische Streitkräfte massiv neues Material beschaffen und vorhandenes instand setzen lassen. Rüstungsunternehmen und Instandhaltungsbetriebe suchen Fachkräfte mit Sicherheitsüberprüfung, die Konkurrenz um Bewerber ist entsprechend groß. Die Branche hängt allerdings an politischen Entscheidungen und Haushalten, langfristige Prognosen sind daher unsicher. Weiterentwicklung ist über die Meisterprüfung im Informationstechniker-Handwerk, den staatlich geprüften Techniker der Elektrotechnik oder ein Studium der Elektrotechnik möglich. Mit Erfahrung übernehmen Fachkräfte Aufgaben als Prüfer, Systemspezialist für ein bestimmtes Waffen- oder Führungssystem, Teamleiter im Außendienst oder Ausbilder.

Aufgaben

  • Funk-, Radar- und Kommunikationsanlagen in Fahrzeuge und Container einbauen und verkabeln
  • Systeme nach Prüfvorschrift in Betrieb nehmen und vermessen
  • Fehler mit Messgeräten und Diagnosesoftware eingrenzen und beheben
  • Baugruppen tauschen und Leiterplatten nachlöten
  • Wartungen nach festen Intervallen durchführen und Software aktualisieren
  • Prüfprotokolle und Änderungsnachweise lückenlos dokumentieren
  • Nutzer in der Truppe in Bedienung und Pflege der Geräte einweisen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Informationselektroniker oder Elektroniker einer verwandten Fachrichtung
  • Bestandene Sicherheitsüberprüfung nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz
  • Deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit und einwandfreies Führungszeugnis
  • Sorgfalt im Umgang mit Vorschriften und Dokumentation
  • Technisches Englisch zum Lesen von Unterlagen
  • Reisebereitschaft und Führerschein Klasse B, für den Außendienst oft Pflicht
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeit in engen Fahrzeugräumen und im Freien

Wo man arbeitet

  • Rüstungs- und Wehrtechnikunternehmen
  • Instandsetzungsbetriebe für Wehrmaterial
  • IT- und Kommunikationsdienstleister der Bundeswehr
  • Bundeswehr als ziviler Arbeitgeber
  • Kasernen, Depots und Übungsplätze im Außendienst

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Informationselektroniker mit Gesellenprüfung oder eine gleich lange industrielle Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme. Die wehrtechnischen Spezialkenntnisse folgen in Herstellerlehrgängen beim Arbeitgeber, dazu kommt eine Sicherheitsüberprüfung.

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