Key Account Manager Onkologie
Key Account Manager Onkologie betreuen für ein Pharma- oder Biotechunternehmen onkologische Zentren, Kliniken und Schwerpunktpraxen in einer Region. Sie informieren über Krebsmedikamente, pflegen Beziehungen zu Entscheidern und verantworten den Umsatz in ihrem Gebiet.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Key Account Manager Onkologie verdient
7.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 4.800 bis 10.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.800 € | 5.800 € | 7.000 € | 69.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.800 € | 7.000 € | 8.500 € | 84.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.000 € | 8.500 € | 10.500 € | 102.000 € |
Die Stellen sind meist außertariflich, in tarifgebundenen Unternehmen bildet der Tarifvertrag der chemischen Industrie (IG BCE/BAVC) die Untergrenze. Hinzu kommen ein variabler Bonus von oft 10 bis 25 Prozent und ein privat nutzbarer Dienstwagen, die Höhe hängt stark von Unternehmensgröße, Produktportfolio und Zielerreichung ab.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Key Account Manager Onkologie?
Key Account Manager Onkologie arbeiten im Außendienst eines Pharmaunternehmens und sind für eine Region mit ausgewählten Schlüsselkunden zuständig: Universitätskliniken, Tumorzentren, hämatologisch-onkologische Schwerpunktpraxen und Krankenhausapotheken. Anders als im klassischen Pharmareferentendienst geht es weniger um viele kurze Arztbesuche als um wenige, dafür komplexe Kunden mit mehreren Ansprechpartnern. Dazu gehören Oberärztinnen, Chefärzte, Studienkoordinatoren, Apothekerinnen, Einkauf und Verwaltung.
Im Alltag stellen sie Studiendaten zu neuen Therapien vor, etwa zu Immuntherapien oder zielgerichteten Wirkstoffen, beantworten Fragen zu Dosierung, Nebenwirkungen und Zulassung und klären, wie ein Medikament in die Abläufe einer Klinik passt. Sie organisieren Fortbildungen, vermitteln Kontakte zur medizinischen Abteilung des Unternehmens, beobachten Wettbewerbsprodukte und dokumentieren jeden Kontakt im CRM-System. Ein großer Teil der Arbeit ist Planung: Wer entscheidet in welchem Haus über die Aufnahme eines Präparats in die Arzneimittelliste, und wie läuft dieser Prozess ab.
Wie wird man Key Account Manager Onkologie?
Einen festen Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich ist ein naturwissenschaftliches oder medizinnahes Studium, etwa in Biologie, Pharmazie, Biochemie oder Life Sciences. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Sachkenntnis nach § 75 Arzneimittelgesetz, die auch über die IHK-Prüfung zum Geprüften Pharmareferenten erworben werden kann. Diese Weiterbildung dauert berufsbegleitend oder in Vollzeit meist ein bis zwei Jahre.
Direkt nach dem Studium steigen nur wenige in diese Position ein. Die meisten haben vorher einige Jahre als Pharmareferentin oder Pharmareferent gearbeitet, häufig schon in der Onkologie oder in einer anderen Fachindikation. Quereinsteiger kommen aus der onkologischen Pflege, als medizinisch-technische Assistenz oder aus der klinischen Forschung. Ihnen hilft ihr Fachwissen, Vertriebserfahrung müssen sie aber nachweisen oder schnell aufbauen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf bedeutet viel Zeit im Auto. Regionen umfassen oft mehrere Bundesländer, Übernachtungen und lange Fahrtage sind normal. Termine richten sich nach dem Klinikalltag, also früh morgens, in der Mittagspause oder am späten Nachmittag. Abendveranstaltungen und Kongresse kommen hinzu.
Die fachlichen Anforderungen sind hoch. Gesprächspartner sind Spezialisten, die Studien genau kennen und oberflächliche Argumente sofort erkennen. Gleichzeitig gelten strenge Regeln aus Heilmittelwerbegesetz und Branchenkodizes, was gesagt, angeboten und finanziert werden darf. Der Zugang zu Kliniken ist in den letzten Jahren schwieriger geworden, viele Häuser beschränken Besuche des Außendienstes.
Hinzu kommt Zieldruck. Ein Teil des Einkommens hängt von Umsatz- und Aktivitätszielen ab, die nicht immer selbst beeinflusst werden können, etwa wenn ein Konkurrenzprodukt bessere Daten vorlegt. Pharmaunternehmen strukturieren ihren Außendienst häufig um, nach Patentabläufen oder Fusionen fallen Stellen weg.
Aussichten
Die Onkologie ist eines der wachstumsstärksten Gebiete der Arzneimittelforschung, viele neue Wirkstoffe kommen auf den Markt. Entsprechend suchen Unternehmen weiterhin erfahrene Leute mit fachlichem Hintergrund. Die Zahl der Stellen insgesamt ist aber begrenzt, und die Konkurrenz um sie ist groß.
Aufstiegswege führen in die regionale oder nationale Vertriebsleitung, ins Produktmanagement und Marketing, in den Bereich Market Access, der Preis- und Erstattungsfragen verhandelt, oder mit passender Qualifikation in die medizinische Abteilung als Medical Science Liaison Manager.
Aufgaben
- Onkologische Zentren, Kliniken und Schwerpunktpraxen in der Region besuchen
- Studiendaten und Therapiekonzepte gegenüber Ärztinnen und Apothekern vorstellen
- Entscheidungswege für die Aufnahme von Präparaten in Klinik-Arzneimittellisten analysieren
- Fortbildungen und Fachveranstaltungen für medizinisches Personal organisieren
- Accountpläne erstellen und Umsatzentwicklung im Gebiet verfolgen
- Kontakte und Gespräche im CRM-System dokumentieren
- Wettbewerbsprodukte und Marktentwicklungen beobachten
- Mit Medical Affairs, Marketing und Market Access im Unternehmen zusammenarbeiten
Voraussetzungen
- Sachkenntnis nach § 75 AMG, etwa durch naturwissenschaftliches Studium oder IHK-Abschluss als Geprüfter Pharmareferent
- Mehrjährige Erfahrung im Pharmaaußendienst, möglichst in Onkologie oder Hämatologie
- Fundiertes Verständnis klinischer Studien und onkologischer Therapien
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu hoher Reisetätigkeit mit Übernachtungen
- Verhandlungsgeschick und Sicherheit im Gespräch mit Fachärzten und Klinikleitungen
- Gute Englischkenntnisse für Fachliteratur und internationale Abstimmungen
Wo man arbeitet
- Pharmaunternehmen
- Biotechnologieunternehmen
- Außendienst in Kliniken und onkologischen Praxen
- Homeoffice als Basis für die Gebietsbetreuung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Studium der Biologie, Pharmazie oder Life Sciences von drei bis fünf Jahren oder die IHK-Weiterbildung zum Geprüften Pharmareferenten von ein bis zwei Jahren. Danach folgen meist zwei bis fünf Jahre als Pharmareferent, bevor der Wechsel ins Key Account Management gelingt.
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