Kfz-Mechatroniker
Kfz-Mechatroniker halten Fahrzeuge instand: Fehlerspeicher auslesen, Mechanik und Elektronik prüfen, Bauteile tauschen, Untersuchungen vorbereiten.
88 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kfz-Mechatroniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.650 € | 2.900 € | 3.200 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.350 € | 3.750 € | 40.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 3.950 € | 4.600 € | 47.400 € |
Grundlage sind die regionalen Tarife des Kfz-Handwerks für Gesellen und die Entgeltatlas-Größenordnungen der Bundesagentur. Die Unterschiede zwischen Süd- und Ostdeutschland sind größer als die zwischen den Berufsjahren.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Kfz-Mechatroniker warten, prüfen und reparieren Fahrzeuge. Der Beruf ist 2003 aus dem Kfz-Mechaniker und dem Kfz-Elektriker zusammengelegt worden, weil sich beides nicht mehr trennen lässt: Eine Fehlersuche beginnt heute am Diagnosegerät und endet an einer Schraube. Die dreieinhalbjährige duale Ausbildung wird in Schwerpunkten abgeschlossen — Pkw-, Nutzfahrzeug-, Motorrad-, Karosserieinstandhaltungs- und System- und Hochvolttechnik. Der Schwerpunkt entscheidet mit, wo man später arbeitet, ist aber kein Zaun: der Wechsel zwischen Pkw und Nutzfahrzeug ist üblich.
Im Bestand dieses Portals kommt der Beruf in drei Ausprägungen vor: freie und markengebundene Autohäuser mit Wartung, Reparatur und Vorbereitung der Hauptuntersuchung, Hersteller- und Werksbetriebe, und die Nutzfahrzeugseite mit Lkw, Kommunal- und Entsorgungsfahrzeugen samt Aufbauten und Hydraulik. Dazu kommen Anzeigen, die Reifen- und Schnelldienst ausdrücklich mit aufzählen — dort ist die Arbeit stärker getaktet und weniger diagnostisch. Fast alle Stellen sind feste Anstellungen; Zeitarbeit und Befristung spielen in diesem Beruf kaum eine Rolle, weil Werkstätten ihre Leute halten müssen.
Was den Beruf gerade verändert, ist die Hochvolttechnik. Für Arbeiten an Elektro- und Hybridfahrzeugen ist eine gesonderte Qualifikation vorgeschrieben, gestuft von der Sensibilisierung bis zur Fachkunde für Arbeiten unter Spannung; ohne sie darf das Fahrzeug nicht angefasst werden, sobald es um den Antriebsstrang geht. Viele Betriebe bezahlen die Schulung, verlangen dafür aber Bindung. Ansonsten bleibt der Arbeitsalltag körperlich: Vorgabezeiten pro Auftrag, Arbeit über Kopf an der Hebebühne, Schmutz, Lärm, im Winter offene Hallentore, Samstagsdienste und in Nutzfahrzeugbetrieben Rufbereitschaft oder Nachtschicht, weil die Fahrzeuge tagsüber unterwegs sind.
Aufgaben
- Fehlerspeicher auslesen und Störungen an Mechanik und Elektronik eingrenzen
- Inspektionen nach Herstellervorgabe durchführen und dokumentieren
- Bremsen, Fahrwerk, Kupplung und Antriebsteile prüfen und erneuern
- Steuergeräte codieren und Software auf den aktuellen Stand bringen
- Fahrzeuge für die Hauptuntersuchung vorbereiten und Mängel beseitigen
- Klimaanlagen warten, Achsen vermessen, Reifen montieren und auswuchten
- Hochvoltsysteme freischalten und gegen Wiedereinschalten sichern
- Arbeitswerte und verbrauchte Teile im Auftrag erfassen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, dreieinhalb Jahre dual
- Führerschein Klasse B, für Nutzfahrzeugbetriebe möglichst C oder CE
- Hochvolt-Qualifikation für Arbeiten an Elektro- und Hybridfahrzeugen, oft nachträglich erworben
- Umgang mit Diagnosesoftware und herstellereigenen Reparaturdatenbanken
- Körperliche Belastbarkeit: Arbeit über Kopf, in Zwangshaltung, bei Lärm und Kälte
- Bereitschaft zu Samstagsdiensten, in Werkstätten für Nutzfahrzeuge auch zu Nacht- oder Rufbereitschaft
Wo man arbeitet
- Markengebundene Autohäuser und Vertragswerkstätten
- Freie Kfz-Werkstätten und Reifendienste
- Nutzfahrzeug- und Werkstattbetriebe für Lkw und Kommunalfahrzeuge
- Werkstätten von Speditionen, Entsorgern und Fuhrparks
- Werke und Entwicklungsstandorte der Fahrzeughersteller
- Prüforganisationen und Sachverständigenbüros
Der Weg in den Beruf
Eingang ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Kfz-Gewerbe, in der Regel mit Mittlerem Schulabschluss, mit gutem Hauptschulabschluss aber ebenfalls möglich. Im letzten Ausbildungsjahr wird der Schwerpunkt festgelegt. Danach führen zwei Wege weiter: die Aufstiegsfortbildung zum Kfz-Servicetechniker, die auf Diagnose spezialisiert, und die Meisterprüfung, die zur Betriebsleitung und zur eigenen Ausbildung befähigt. Die Hochvolt-Qualifikation läuft daneben als Kurzqualifikation. Quereinstieg ohne Abschluss kommt vor, bleibt aber auf Hilfstätigkeiten und Reifenmontage beschränkt, weil die Arbeit an Sicherheits- und Hochvoltsystemen einen Nachweis verlangt.
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