Kfz-Prüfingenieur zur
Kfz-Prüfingenieure untersuchen Fahrzeuge auf Verkehrssicherheit und Umweltverträglichkeit, führen Hauptuntersuchungen durch und nehmen technische Änderungen ab. Sie arbeiten für amtlich anerkannte Überwachungsorganisationen wie TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kfz-Prüfingenieur zur verdient
4.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.600 bis 7.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.100 € | 4.600 € | 49.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.200 € | 4.800 € | 5.500 € | 57.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 5.800 € | 7.000 € | 69.600 € |
Angestellte bei TÜV-Gesellschaften und DEKRA werden meist nach Haustarifverträgen der jeweiligen Unternehmen bezahlt, was die Spanne dort vergleichsweise eng hält. Selbstständige Prüfingenieure bei GTÜ oder KÜS werden pro Prüfung vergütet; ihr Einkommen hängt stark von Auftragslage, Region und Anzahl der Prüfungen ab und kann deutlich über oder unter den genannten Werten liegen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kfz-Prüfingenieur?
Der Kern der Arbeit ist die Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO. Pro Fahrzeug prüfen Kfz-Prüfingenieure Bremsen auf dem Rollenprüfstand, Lenkung und Achsen auf Spiel, Beleuchtung, Reifen, Rahmen und Unterboden auf Korrosion sowie Abgaswerte und die Fehlerspeicher der Fahrzeugelektronik. Am Ende steht eine Entscheidung: Plakette oder Mängelbericht. Hinzu kommen Änderungsabnahmen, etwa für Fahrwerke, Felgen oder Anhängerkupplungen, Einzelabnahmen von Fahrzeugen ohne Typgenehmigung, Prüfungen von Gasanlagen und Gutachten für Oldtimer. Viele Prüfingenieure erstellen außerdem Schadengutachten nach Unfällen oder Wertgutachten. Gearbeitet wird teils in eigenen Prüfstellen, häufig aber in Kfz-Werkstätten und Autohäusern, die Prüftage vereinbaren. Ein großer Teil des Tages besteht aus Dokumentation am Tablet oder Rechner, und viele Stunden entfallen auf Fahrten zwischen den Prüfstützpunkten.
Wie wird man Kfz-Prüfingenieur?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Ingenieurstudium, in der Regel Maschinenbau, Fahrzeugtechnik oder Elektrotechnik an einer Hochschule oder Universität. Wer eingestellt wird, durchläuft bei der Überwachungsorganisation eine mehrmonatige Ausbildung mit theoretischen Lehrgängen und praktischer Einweisung an der Seite erfahrener Prüfer, die mit einer Prüfung abschließt. Danach erfolgt die Anerkennung beziehungsweise Betrauung durch die zuständige Landesbehörde. Gesetzlich gefordert sind ein Mindestalter, persönliche Zuverlässigkeit und mehrere Führerscheinklassen, darunter auch Lkw und Motorrad. Fehlende Klassen lassen sich oft während der Einarbeitung nachholen. Ein Quereinstieg ist für Kfz-Meister oder Techniker ohne Studium nicht direkt möglich; manche absolvieren berufsbegleitend ein Studium, um später als Prüfingenieur zu arbeiten.
Was der Beruf verlangt
Der Arbeitstag ist eng getaktet. Viele Organisationen und Werkstätten erwarten eine hohe Zahl an Untersuchungen pro Tag, gleichzeitig trägt der Prüfer persönlich die Verantwortung für jedes Ergebnis. Fehlentscheidungen können haftungsrechtliche Folgen haben. Konflikte mit Fahrzeughaltern, die eine Plakette verweigert bekommen, und Druck von Werkstätten, die gute Geschäftsbeziehungen pflegen wollen, gehören zum Alltag. Die Arbeit unter Fahrzeugen in der Grube, in zugigen Hallen und bei Kälte im Winter ist körperlich spürbar. Lange Autofahrten zwischen den Einsatzorten kosten Zeit. Die Arbeitszeiten liegen überwiegend tagsüber an Werktagen, Samstagsdienste kommen vor. Technisch muss man ständig nachlernen, weil Fahrerassistenzsysteme, Hochvoltantriebe und neue Prüfvorschriften laufend dazukommen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil die Hauptuntersuchung gesetzlich vorgeschrieben ist und der Fahrzeugbestand hoch bleibt. Viele Überwachungsorganisationen suchen Nachwuchs, da ein Teil der Prüfer in den kommenden Jahren in Rente geht. Elektromobilität und vernetzte Fahrzeuge verändern die Prüfinhalte, schaffen aber keinen Wegfall des Berufs. Entwicklungswege führen in die Leitung einer Prüfstelle oder Niederlassung, in die Ausbildung neuer Prüfer, in die Unfallanalyse und Gutachtertätigkeit oder in die Typprüfung bei Herstellern. Bei Organisationen wie GTÜ oder KÜS arbeiten viele Prüfingenieure als selbstständige Vertragspartner, was höhere Einnahmen ermöglicht, aber unternehmerisches Risiko mit sich bringt.
Aufgaben
- Hauptuntersuchungen an Pkw, Lkw, Motorrädern und Anhängern durchführen
- Bremsen, Lenkung, Fahrwerk und Beleuchtung prüfen
- Abgasuntersuchungen und Fehlerspeicherauslesungen vornehmen
- Änderungs- und Einzelabnahmen nach StVZO begutachten
- Gasanlagen- und Oldtimergutachten erstellen
- Schaden- und Wertgutachten nach Unfällen anfertigen
- Prüfergebnisse dokumentieren und Mängelberichte ausstellen
- Prüftermine in Werkstätten und Autohäusern wahrnehmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Studium in Maschinenbau, Fahrzeugtechnik oder Elektrotechnik
- Fahrerlaubnis mehrerer Klassen, darunter Pkw, Lkw und Motorrad
- Erfolgreich abgeschlossene Ausbildung bei einer Überwachungsorganisation und behördliche Anerkennung
- Persönliche Zuverlässigkeit, nachgewiesen unter anderem durch ein Führungszeugnis
- Entscheidungssicherheit und Standfestigkeit im Kundenkontakt
- Körperliche Belastbarkeit für Arbeit in der Prüfgrube und in Hallen
Wo man arbeitet
- Technische Prüfstellen und Prüfzentren
- Kfz-Werkstätten und Autohäuser als Prüfstützpunkte
- Überwachungsorganisationen wie TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS
- Ingenieur- und Sachverständigenbüros
- Fahrzeughersteller und Zulieferer im Bereich Typprüfung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Diplomstudium in Maschinenbau, Fahrzeugtechnik oder Elektrotechnik mit rund dreieinhalb Jahren Regelstudienzeit. Danach folgt bei einer Überwachungsorganisation eine meist etwa sechsmonatige Ausbildung mit Abschlussprüfung, auf die die behördliche Anerkennung als Prüfingenieur folgt.
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