Kundenberater Energiewirtschaft Inbound
Kundenberater in der Energiewirtschaft (Inbound) nehmen Anrufe, E-Mails und Chatanfragen von Strom- und Gaskunden entgegen. Sie klären Fragen zu Rechnungen, Abschlägen, Zählerständen, Umzügen und Tarifen und pflegen die Daten im Abrechnungssystem.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kundenberater Energiewirtschaft Inbound verdient
3.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.250 bis 4.300 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.250 € | 2.600 € | 3.000 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 3.000 € | 3.500 € | 36.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.100 € | 3.600 € | 4.300 € | 43.200 € |
Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob man direkt beim Versorger oder bei einem externen Callcenter angestellt ist: Stadtwerke zahlen meist nach dem TV-V (Tarifvertrag Versorgungsbetriebe) oder TVöD, große Konzerne nach Haustarifen mit ver.di oder IG BCE, während Dienstleister oft ohne Tarif und nahe am Mindestlohn zahlen. Teamleitung und Spezialaufgaben wie Forderungsmanagement heben das Gehalt deutlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kundenberater Energiewirtschaft Inbound?
Inbound heißt: Die Kundschaft meldet sich, nicht umgekehrt. Kundenberater bei Stadtwerken, Energieversorgern oder beauftragten Callcentern nehmen Anrufe entgegen, beantworten E-Mails und Chatnachrichten und bearbeiten Post. Typische Anliegen sind Fragen zur Jahresabrechnung, eine zu hohe Nachzahlung, die Anpassung des monatlichen Abschlags, das Melden von Zählerständen, ein Umzug, eine Kündigung oder der Wechsel in einen anderen Tarif. Dazu kommen Beschwerden, Ratenzahlungswünsche bei Zahlungsrückständen und Anfragen zu drohenden Sperrungen. Während des Gesprächs arbeiten die Beschäftigten im Abrechnungssystem, häufig SAP IS-U oder vergleichbare Software: Sie prüfen Verbrauchsdaten, korrigieren Zählerstände, legen Verträge an und dokumentieren jeden Kontakt. Zum Teil gehört auch das Anbieten passender Produkte dazu, etwa eines Ökostromtarifs oder einer Wärmepumpen- oder Ladestromlösung.
Wie wird man Kundenberater Energiewirtschaft Inbound?
Einen festen Ausbildungsweg gibt es nicht. Viele kommen mit einer abgeschlossenen kaufmännischen Ausbildung, etwa als Kaufmann für Dialogmarketing, Servicefachkraft für Dialogmarketing, Kaufmann für Büromanagement oder Industriekaufmann. Die Ausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing dauert drei Jahre, die zur Servicefachkraft zwei Jahre. Der Quereinstieg ist in diesem Beruf verbreitet: Callcenter und viele Versorger stellen auch Menschen ohne Branchenkenntnisse ein und schulen sie in einer Einarbeitung von einigen Wochen in Produkten, Abrechnungslogik, Energierecht und Software. Wer schon in einem anderen Kundenservice gearbeitet hat, hat gute Chancen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast vollständig am Bildschirm mit Headset statt. Die Gespräche folgen dicht aufeinander, Wartezeiten, Gesprächsdauer und Erledigungsquote werden gemessen und ausgewertet. Viele Anrufe kommen von verärgerten Menschen, etwa nach einer hohen Nachzahlung oder einer Preiserhöhung, und manche sind in echten Notlagen, wenn eine Sperrung droht. Freundlich und sachlich zu bleiben, ohne die Belastung mit nach Hause zu nehmen, fällt nicht allen leicht. Nach Preisrunden, bei Versorgerinsolvenzen oder zur Zeit der Jahresabrechnungen steigt das Aufkommen stark an. Die Arbeitszeiten liegen meist werktags im Schichtsystem zwischen früh morgens und abends, bei Dienstleistern gelegentlich auch samstags. Homeoffice ist in diesem Beruf inzwischen weit verbreitet. Fachlich verlangt die Tätigkeit Genauigkeit, denn ein falsch eingetragener Zählerstand führt zu einer falschen Rechnung.
Aussichten
Kundenberater werden laufend gesucht, die Fluktuation ist in vielen Callcentern hoch. Die Energiewende bringt neue Themen in den Kundenservice, etwa Photovoltaik, Wärmepumpen, dynamische Tarife und intelligente Messsysteme, was die Gespräche anspruchsvoller macht. Gleichzeitig übernehmen Kundenportale, Apps und Chatbots einfache Anliegen wie Zählerstandsmeldungen, sodass vor allem komplexere Fälle bei den Menschen landen. Entwicklungsmöglichkeiten gibt es als Teamleitung, Trainer, Qualitätsmanager, im Beschwerdemanagement, im Forderungsmanagement oder im Backoffice der Abrechnung. Eine Weiterbildung zum Fachwirt oder zum Kaufmann für Energiewirtschaft verbessert die Chancen auf diese Stellen.
Aufgaben
- Anrufe, E-Mails und Chatanfragen von Strom- und Gaskunden beantworten
- Jahresabrechnungen erklären und auf Fehler prüfen
- Abschläge anpassen und Zählerstände erfassen oder korrigieren
- Umzüge, Neuanmeldungen und Kündigungen im Abrechnungssystem bearbeiten
- Ratenzahlungen bei Zahlungsrückständen vereinbaren
- Beschwerden aufnehmen und an Fachabteilungen weiterleiten
- Tarife und Zusatzprodukte wie Ökostrom oder Wärmestrom anbieten
- Kundenkontakte vollständig dokumentieren
Voraussetzungen
- Kaufmännische Ausbildung von Vorteil, Quereinstieg mit Einarbeitung möglich
- Sicheres Deutsch in Wort und Schrift
- Freundliche und belastbare Art im Umgang mit verärgerten Kunden
- Sicherer Umgang mit PC und Datenbanken, SAP-Kenntnisse erwünscht
- Zahlenverständnis für Verbrauchs- und Abrechnungsdaten
- Bereitschaft zu Schichtarbeit zwischen Morgen und Abend
Wo man arbeitet
- Stadtwerke und kommunale Versorger
- Überregionale Energieversorgungsunternehmen
- Callcenter und Kundenservice-Dienstleister
- Ökostrom- und Online-Energieanbieter
- Homeoffice
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing oder eine andere kaufmännische Ausbildung, die zweijährige Ausbildung zur Servicefachkraft für Dialogmarketing ist ebenfalls verbreitet. Quereinsteiger werden in einer mehrwöchigen internen Schulung in Produkte, Abrechnung und Software eingearbeitet.
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