Kurstrainer
Kurstrainer leiten Kurse in der Erwachsenenbildung, etwa Bewerbungstrainings, Sprach-, Integrations- oder EDV-Kurse, häufig im Auftrag von Jobcentern und Arbeitsagenturen. Sie planen den Unterricht, vermitteln Inhalte an Gruppen und begleiten die Teilnehmenden bis zum Kursabschluss.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kurstrainer verdient
3.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.700 bis 4.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.400 € | 4.000 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.400 € | 4.000 € | 4.800 € | 48.000 € |
Für angestellte Trainer in Maßnahmen nach SGB II und III gilt der allgemeinverbindliche Mindestlohntarifvertrag für die Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen, der eine Untergrenze setzt; darüber hinaus zahlen Träger sehr unterschiedlich, Volkshochschulen orientieren sich teils am TVöD. Stark ins Gewicht fällt, ob jemand angestellt oder auf Honorarbasis tätig ist: Honorarkräfte erhalten pro Unterrichtseinheit bezahlt, tragen aber Sozialversicherung, Urlaub und Ausfallzeiten selbst und verdienen dadurch effektiv oft weniger, als der Stundensatz vermuten lässt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kurstrainer?
Kurstrainer unterrichten Erwachsene in Gruppen, meist zwischen acht und fünfundzwanzig Personen. Typische Einsatzfelder sind Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, Bewerbungstrainings, Deutsch- und Integrationskurse, EDV-Grundlagen oder kaufmännische Weiterbildungen. Zum Alltag gehört, Unterrichtseinheiten vorzubereiten, Arbeitsblätter und Präsentationen zu erstellen, Inhalte zu erklären und Übungen anzuleiten. Dazu kommen Anwesenheitslisten, Lernstandsberichte und Dokumentationen für den Auftraggeber, etwa das Jobcenter. Viele Teilnehmende kommen nicht freiwillig, haben Sprachprobleme, gesundheitliche oder familiäre Belastungen. Kurstrainer führen deshalb auch Einzelgespräche, helfen beim Lebenslauf, verweisen an Beratungsstellen und schlichten Konflikte in der Gruppe. Je nach Träger wird in Präsenz, online oder gemischt unterrichtet.
Wie wird man Kurstrainer?
Einen geregelten Ausbildungsweg gibt es nicht. Die meisten kommen über ein Studium, etwa Pädagogik, Erwachsenenbildung, Sozialpädagogik, Germanistik oder Betriebswirtschaft, oder über eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mehrjähriger Praxis im Fachgebiet. Für Maßnahmen nach SGB II und III verlangen Träger häufig eine pädagogische Qualifikation, zum Beispiel die Ausbildereignung nach AEVO oder eine Trainerausbildung. Wer Integrationskurse unterrichten will, braucht eine Zulassung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, in der Regel mit Studium in Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache oder einer Zusatzqualifizierung. Quereinstieg ist verbreitet, etwa aus Personalwesen, Büroberufen oder dem Handwerk.
Was der Beruf verlangt
Der Unterricht findet meist tagsüber statt, Abend- und Wochenendkurse kommen vor allem an Volkshochschulen vor. Stundenlanges Reden vor Gruppen ist stimmlich und nervlich anstrengend. Schwierig sind gemischte Gruppen mit sehr unterschiedlichem Vorwissen, geringe Motivation, Fehlzeiten und persönliche Krisen der Teilnehmenden. Der Dokumentationsaufwand gegenüber Auftraggebern ist hoch und wird oft als lästig empfunden. Ein großer Teil der Kurstrainer arbeitet freiberuflich auf Honorarbasis, ohne bezahlten Urlaub und ohne Lohnfortzahlung bei Krankheit, und muss sich selbst sozial absichern. Angestellte Stellen sind häufig befristet, weil sie an Maßnahmen mit festen Laufzeiten und an Ausschreibungen gebunden sind.
Aussichten
Die Nachfrage hängt stark von politischen Entscheidungen ab: Werden Mittel für Arbeitsmarktmaßnahmen oder Integrationskurse gekürzt, fallen Kurse weg, bei steigenden Zuwanderungszahlen oder neuen Förderprogrammen entstehen kurzfristig viele Aufträge. Gefragt sind vor allem Lehrkräfte für Deutsch als Zweitsprache und Trainer mit digitalen Kompetenzen. Entwicklungswege führen in die Koordination oder Leitung von Maßnahmen, in die Bildungsberatung, ins Jobcoaching, in die betriebliche Weiterbildung von Unternehmen oder in die Selbstständigkeit mit eigenem Seminarangebot. Wer sich auf ein Fachgebiet spezialisiert, etwa Prüfungsvorbereitung oder IT-Schulungen, hat bessere Chancen auf feste Stellen und höhere Honorare.
Aufgaben
- Unterrichtseinheiten planen und Lernmaterialien erstellen
- Kurse vor Ort oder online vor Gruppen leiten
- Übungen, Rollenspiele und Bewerbungstrainings anleiten
- Lernfortschritte prüfen und Tests abnehmen
- Anwesenheit, Kursverlauf und Ergebnisse für Auftraggeber dokumentieren
- Einzelgespräche führen und bei Bewerbungsunterlagen helfen
- Konflikte in der Gruppe klären und an Beratungsstellen vermitteln
Voraussetzungen
- Studium oder abgeschlossene Berufsausbildung mit Praxis im Fachgebiet
- Pädagogische Qualifikation, etwa Ausbildereignung (AEVO) oder Trainerausbildung
- Für Integrationskurse eine Zulassung des BAMF
- Sicheres Auftreten vor Gruppen und belastbare Stimme
- Geduld und Umgang mit Menschen in schwierigen Lebenslagen
- Sichere Deutschkenntnisse und Grundkenntnisse in Office- und Videokonferenzprogrammen
Wo man arbeitet
- Private Bildungsträger
- Volkshochschulen
- Sprachschulen
- Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften
- Wohlfahrtsverbände und gemeinnützige Vereine
- Weiterbildungsabteilungen von Unternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein abgeschlossenes Studium oder eine Berufsausbildung mit mehrjähriger Berufspraxis, ergänzt um eine pädagogische Zusatzqualifikation wie die Ausbildereignungsprüfung, die sich in wenigen Wochen ablegen lässt. Für Integrationskurse ist zusätzlich die Zulassung durch das BAMF nötig, bei fehlendem DaZ-Studium über eine Zusatzqualifizierung von mehreren Monaten.
Offene Stellen als Kurstrainer
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Ausbilder im Handwerk und in der Produktion bringen Auszubildenden die praktischen und fachlichen Inhalte ihres Berufs bei, planen die Ausbildung und bereiten auf Zwischen- und Abschlussprüfungen vor. Die Arbeit findet in Werkstätten, Lehrwerkstätten und überbetrieblichen Bildungszentren statt.
- Offene Stellen
- 6
- Monatsbrutto
- 3.000 – 6.000 €
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