Lackierer
Lackierer bereiten Oberflächen vor und beschichten Bauteile, Fahrzeuge oder Maschinen mit Lacken und Pulvern – in der Serienfertigung, im Handwerk oder in der Fahrzeugreparatur.
14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Lackierer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.800 € | 3.150 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.850 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.650 € | 4.200 € | 43.800 € |
In der Industrie gelten die Flächentarife der Metall- und Elektroindustrie bzw. der Chemie, im Handwerk die Tarife des Maler- und Lackiererhandwerks oder des Kfz-Handwerks; bei Einsätzen über Personaldienstleister die Tarifwerke von iGZ/BAP mit Branchenzuschlägen. Die Spanne entsteht vor allem durch diesen Unterschied; Schichtzulagen sind nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Lackierer ist ein Sammelbegriff für mehrere Berufe, die dieselbe Aufgabe haben: eine Oberfläche so zu beschichten, dass sie geschützt ist und gut aussieht. Der Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik arbeitet in der Industrie an Lackieranlagen und Pulverbeschichtungslinien, der Fahrzeuglackierer im Kfz-Handwerk an Unfallschäden und Neulackierungen, der Maler und Lackierer auf Baustellen und in Werkstätten. In den Anzeigen stehen sie oft unter demselben Titel, und die Frage, welches Umfeld gemeint ist, sollte vor jeder Bewerbung geklärt sein.
Der größere Teil der Arbeit passiert vor dem Lackieren. Oberflächen werden entfettet, geschliffen, gestrahlt, gespachtelt und abgeklebt; Bauteile werden aufgehängt oder auf Gestelle gesetzt. Dann folgt der Auftrag von Grundierung, Füller, Basis- und Klarlack mit Spritzpistole, elektrostatischen Anlagen oder Robotern, anschließend Trocknung und Prüfung auf Schichtdicke, Haftung und Fehlstellen wie Läufer, Einschlüsse oder Orangenhaut. In der Fahrzeuglackierung kommt das Farbtonmischen nach Rezeptur und Farbmessung dazu, bei dem gutes Farbsehen den Unterschied macht.
In diesem Bestand kommen die meisten Anzeigen von Personaldienstleistern, die Lackierer für Produktionsbetriebe suchen, daneben einzelne Industrieunternehmen; Teilzeit gibt es nicht. Gearbeitet wird in der Industrie häufig im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, weil Lackieranlagen und Trockner wirtschaftlich nur im Dauerbetrieb laufen. Einsätze über Zeitarbeit sind im Beruf verbreitet und führen nicht selten in eine Übernahme, wenn der Einsatzbetrieb Fachkräfte dauerhaft braucht.
Die Arbeit findet in Spritzkabinen mit Absaugung, in Schutzanzug und mit Atemschutz statt; Lösemittel, Stäube und Wärme gehören zum Arbeitsumfeld, auch wenn wasserbasierte Lacke und Pulverbeschichtung die Belastung gesenkt haben. Aufstieg führt zum Schichtführer an der Lackieranlage, zum Meister im Maler- und Lackiererhandwerk oder zum Techniker für Farb- und Lacktechnik.
Aufgaben
- Oberflächen reinigen, schleifen, strahlen, spachteln und abkleben
- Bauteile für den Lackierprozess vorbereiten und aufhängen
- Grundierungen, Füller und Decklacke mit Spritzpistole oder Anlage auftragen
- Pulverbeschichtungs- und Lackieranlagen einstellen und überwachen
- Farbtöne nach Rezeptur mischen und abgleichen
- Schichtdicke und Oberflächenqualität prüfen und Fehler nacharbeiten
- Spritzkabinen, Werkzeuge und Anlagen reinigen und warten
Voraussetzungen
- Ausbildung als Fahrzeuglackierer, Maler und Lackierer oder Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik
- Erfahrung mit Nass- oder Pulverlackierung
- Gutes Farbsehvermögen und Sorgfalt
- Bereitschaft zu Schichtarbeit
- Gesundheitliche Eignung für das Tragen von Atemschutz
- Für Quereinsteiger in der Industrie einschlägige Berufserfahrung
Wo man arbeitet
- Industrielle Lackierbetriebe und Lohnbeschichter
- Maschinen- und Anlagenbau
- Fahrzeugbau und Automobilzulieferer
- Karosserie- und Lackierbetriebe im Kfz-Handwerk
- Personaldienstleister mit Einsätzen in der Produktion
Der Weg in den Beruf
Die einschlägigen Ausbildungen dauern drei Jahre: Fahrzeuglackierer und Maler und Lackierer im Handwerk mit Gesellenprüfung, Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik in der Industrie mit IHK-Prüfung. In der industriellen Lackierung arbeiten auch angelernte Kräfte, die nach Einarbeitung einzelne Anlagen bedienen. Aufstieg über den Meister im Maler- und Lackiererhandwerk, den Industriemeister oder den staatlich geprüften Techniker für Farb- und Lacktechnik.
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