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Bildung & Soziales

Lehrkraft für besondere Aufgaben

Lehrkräfte für besondere Aufgaben unterrichten an Hochschulen vor allem praktische und anwendungsbezogene Inhalte wie Sprachen, Sport, Musik oder Laborübungen. Ihre Stelle ist auf die Lehre ausgerichtet, eigene Forschung gehört in der Regel nicht dazu.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Lehrkraft für besondere Aufgaben verdient

5.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 4.100 bis 6.700 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.100 € 4.800 € 5.100 € 57.600 €
Mit Berufserfahrung 4.700 € 5.500 € 5.900 € 66.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.300 € 6.100 € 6.700 € 73.200 €

An staatlichen Hochschulen wird nach dem TV-L bezahlt, in Hessen nach dem TV-H, meist in Entgeltgruppe 13, bei Bachelorabschluss oder je nach Tätigkeit auch in E11 oder E12; verbeamtete Lehrkräfte im Hochschuldienst erhalten Besoldung nach A13 oder A14. Private Hochschulen zahlen frei verhandelt und oft weniger, und viele Stellen sind nur in Teilzeit ausgeschrieben.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Lehrkraft für besondere Aufgaben?

Lehrkräfte für besondere Aufgaben, an Hochschulen meist kurz LfbA genannt, übernehmen Lehrveranstaltungen, für die keine Professur nötig ist oder die eine eigene fachpraktische Ausrichtung haben. Typisch sind Sprachkurse an Sprachenzentren, Übungen in Sportwissenschaft, Instrumental- oder Gesangsunterricht, Laborpraktika, Schreibwerkstätten, Mathematik-Vorkurse oder Fachdidaktik in der Lehrerbildung. Der Alltag besteht aus Unterricht in kleinen und mittleren Gruppen, dem Vorbereiten von Materialien, dem Korrigieren von Hausarbeiten und Klausuren, dem Abnehmen mündlicher Prüfungen und Sprechstunden für Studierende. Dazu kommen Aufgaben in der Selbstverwaltung: Modulbeschreibungen überarbeiten, Einstufungstests organisieren, Prüfungstermine koordinieren, Lehrpläne mit dem Institut abstimmen. Forschung ist nicht Teil der Dienstaufgaben, auch wenn manche sie in ihrer freien Zeit betreiben.

Wie wird man Lehrkraft für besondere Aufgaben?

Einen eigenen Ausbildungsgang gibt es nicht. Verlangt wird ein abgeschlossenes Hochschulstudium, für die übliche Eingruppierung ein Master, Magister, Diplom oder Staatsexamen im jeweiligen Fach. Eine Promotion ist meist nicht erforderlich. Entscheidend ist nachgewiesene Lehrerfahrung, etwa aus Lehraufträgen, Tätigkeit an Volkshochschulen, Sprachschulen, Schulen oder im Vereinssport. Für Sprachen werden oft muttersprachliches Niveau und eine Qualifikation in Deutsch oder einer Fremdsprache als Fremdsprache erwartet. Viele kommen über Lehraufträge an die Hochschule und bewerben sich dann auf eine ausgeschriebene Stelle. Auch Lehrkräfte aus dem Schuldienst wechseln, teils über eine Abordnung.

Was der Beruf verlangt

Das Lehrdeputat ist hoch. Je nach Bundesland und Hochschulart liegen die Verpflichtungen bei etwa 12 bis 24 Semesterwochenstunden, was bei Vorbereitung und Korrekturen eine volle Woche füllt. In Prüfungsphasen ballt sich die Arbeit, in der vorlesungsfreien Zeit stehen Korrekturen, Nachprüfungen und Kursplanung an. Viele Stellen sind befristet oder in Teilzeit ausgeschrieben, und der Aufstieg innerhalb der Hochschule ist begrenzt, weil die Position nicht auf eine wissenschaftliche Laufbahn zielt. Im Kollegium wird die Lehre gegenüber der Forschung mitunter geringer geschätzt. Gefragt sind Geduld, Freude an wiederholtem Unterricht in Grundlagen, Organisationstalent und die Fähigkeit, mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen umzugehen. Im Sport oder in Laboren kommen körperliche Anforderungen und Sicherheitsverantwortung hinzu.

Aussichten

Hochschulen setzen LfbA zunehmend ein, um die Lehrbelastung abzufedern und Grundlagenkurse kostengünstig abzudecken. Nachfrage besteht besonders bei Sprachen, Mathematik, Sport, Musik und in der Lehrerbildung. Die Zahl der Stellen schwankt aber mit Haushaltslage und Studierendenzahlen, und unbefristete Verträge sind umkämpft. Entwicklungsmöglichkeiten liegen in der Leitung eines Sprachenzentrums oder Fachbereichs, in hochschuldidaktischen Aufgaben, in der Studiengangskoordination oder, nach Promotion und Berufspraxis, in einer Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften. Auch der Wechsel in Erwachsenenbildung, Schule oder Weiterbildung in Unternehmen ist möglich.

Aufgaben

  • Sprach-, Sport-, Musik- oder Laborkurse für Studierende halten
  • Unterrichtsmaterialien und Übungsaufgaben erstellen
  • Klausuren, Hausarbeiten und Portfolios korrigieren
  • Mündliche und praktische Prüfungen abnehmen
  • Sprechstunden anbieten und Studierende beraten
  • Einstufungstests und Kursbelegung organisieren
  • Modulbeschreibungen und Lehrpläne mit dem Institut abstimmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium, meist Master oder Staatsexamen
  • Nachgewiesene Lehrerfahrung, etwa aus Lehraufträgen oder Schuldienst
  • Je nach Fach sehr gute Sprachkenntnisse oder fachpraktische Qualifikation
  • Didaktisches Geschick bei heterogenen Gruppen
  • Belastbarkeit in Prüfungsphasen und gute Selbstorganisation
  • Im Sport oder Labor körperliche Eignung und Sicherheitskenntnisse

Wo man arbeitet

  • Universitäten
  • Hochschulen für angewandte Wissenschaften
  • Sprachenzentren von Hochschulen
  • Musik- und Kunsthochschulen
  • Pädagogische Hochschulen
  • Private Hochschulen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium im Fach von etwa fünf Jahren mit Master oder Staatsexamen, ergänzt durch mehrere Jahre Lehrerfahrung. Der Einstieg erfolgt meist über Lehraufträge und eine anschließende Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle. Eine Promotion ist in der Regel keine Voraussetzung.

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Forscht, lehrt und schreibt Drittmittelanträge an Hochschule oder Institut – fast immer befristet und oft auf halber Stelle.

Offene Stellen
23
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4.300 – 6.600 €

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