Lehrstelle als Müller
Müller, heute offiziell Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Getreidewirtschaft, nehmen Getreide an, prüfen und lagern es und verarbeiten es in weitgehend automatisierten Anlagen zu Mehl, Grieß, Schrot oder Futtermitteln. Die Lehre dauert drei Jahre und findet in Mühlen, Futtermittelwerken und Getreidelagern statt.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Lehrstelle als Müller verdient
3.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.500 bis 4.700 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.800 € | 3.100 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 4.000 € | 4.700 € | 48.000 € |
Viele Mühlen zahlen nach regionalen Tarifverträgen zwischen der Gewerkschaft NGG und den Arbeitgebern der Mühlenwirtschaft; kleine, nicht tarifgebundene Betriebe liegen oft deutlich darunter, große Mühlen mit Schichtbetrieb durch Nacht- und Wochenendzuschläge spürbar darüber. Die Ausbildungsvergütung liegt je nach Tarifgebiet und Lehrjahr grob zwischen 900 und 1.250 Euro im Monat.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Müller?
Die Berufsbezeichnung Müller ist seit der Neuordnung der Ausbildung offiziell durch Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Getreidewirtschaft ersetzt, im Alltag ist der alte Name aber weiter üblich. Die Arbeit beginnt bei der Anlieferung: Getreide wird beprobt, auf Feuchtigkeit, Besatz und Schädlinge geprüft, gereinigt, getrocknet und in Silos eingelagert. Danach steuern Müller die Vermahlung. Sie stellen Walzenstühle und Plansichter ein, mischen Getreidesorten nach Rezeptur, überwachen den Prozess am Leitstand und prüfen im Labor Mehltypen, Ausmahlgrad und Backeigenschaften. Zur täglichen Arbeit gehören auch Wartung und kleinere Reparaturen an Förderschnecken, Elevatoren und Siebanlagen, das Abfüllen und Verladen sowie die Dokumentation für Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit. In der Fachrichtung Agrarlager liegt der Schwerpunkt stärker auf Annahme, Trocknung, Lagerpflege und Handel mit Getreide, Ölsaaten und Futtermitteln.
Wie wird man Müller?
Der Weg führt über eine dreijährige duale Ausbildung zum Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Getreidewirtschaft, wahlweise in der Fachrichtung Müllerei oder Agrarlager. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten aber mindestens einen Hauptschulabschluss, oft einen mittleren Abschluss. Gute Noten in Mathematik, Physik und Chemie helfen. Weil der Beruf klein ist, gibt es nur wenige Berufsschulstandorte; der Unterricht findet daher meist als Blockunterricht mit Internatsunterbringung statt, oft weit vom Ausbildungsbetrieb entfernt. Quereinsteiger aus Industrie- oder Landwirtschaftsberufen können als angelernte Kräfte einsteigen und den Abschluss später über eine Externenprüfung nachholen.
Was der Beruf verlangt
Moderne Mühlen sind stark automatisiert, körperliche Arbeit fällt trotzdem an: Treppen in mehrstöckigen Anlagen, Arbeit in Silos, Heben bei Wartung und Verladung. Mehlstaub und Lärm gehören zum Alltag, Gehörschutz und Staubmaske ebenfalls. Wer zu Allergien oder Asthma neigt, sollte das vor der Berufswahl ärztlich abklären, denn Mehlstauballergie ist eine bekannte Berufskrankheit. Größere Mühlen laufen rund um die Uhr im Schichtbetrieb, auch an Wochenenden und Feiertagen; in kleineren Betrieben kommen Rufbereitschaft und Arbeitsspitzen zur Erntezeit hinzu. Wegen der Staubexplosionsgefahr gelten strenge Sicherheitsregeln, die konsequent eingehalten werden müssen. Gefragt sind technisches Verständnis, Sorgfalt und die Bereitschaft, oft allein Verantwortung für eine laufende Anlage zu übernehmen.
Aussichten
Die Zahl der Mühlen in Deutschland sinkt seit Jahrzehnten, viele kleine Betriebe sind verschwunden, die verbleibenden sind größer und technischer. Gleichzeitig bilden nur wenige Betriebe aus, und jedes Jahr schließen bundesweit nur einige hundert Auszubildende ab. Ausgebildete Fachkräfte finden deshalb in der Regel eine Stelle, allerdings nicht überall wohnortnah, denn Mühlen liegen häufig im ländlichen Raum oder an Häfen. Nach einigen Berufsjahren ist die Weiterbildung zum Industriemeister Müllerei oder zum staatlich geprüften Techniker möglich, etwa an der Deutschen Müllerschule Braunschweig. Damit öffnen sich Wege in die Schicht- oder Betriebsleitung, in die Qualitätssicherung oder in den technischen Vertrieb bei Anlagenbauern. Mit Hochschulreife ist auch ein Studium der Lebensmittel- oder Verfahrenstechnik eine Option.
Aufgaben
- Getreide bei der Anlieferung beproben und auf Qualität prüfen
- Rohware reinigen, trocknen und in Silos einlagern
- Walzenstühle, Plansichter und Mischanlagen einstellen
- Mahlprozess am Leitstand überwachen und steuern
- Mehl und Futtermittel im Labor analysieren
- Anlagen warten und kleinere Reparaturen ausführen
- Fertigprodukte abfüllen, verladen und Chargen dokumentieren
- Hygiene- und Explosionsschutzvorschriften einhalten
Voraussetzungen
- In der Regel Hauptschulabschluss oder mittlerer Schulabschluss
- Technisches Verständnis und Grundkenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie
- Keine Mehlstauballergie und keine Atemwegserkrankung
- Körperliche Belastbarkeit und Schwindelfreiheit
- Bereitschaft zu Schichtarbeit und Blockunterricht fern vom Wohnort
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln
Wo man arbeitet
- Getreidemühlen und Mühlenkonzerne
- Mischfutterwerke
- Agrarhandel und Landhandel mit Getreidelagern
- Hafen- und Umschlaglager für Getreide
- Hersteller von Mühlentechnik und Anlagenbau
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung zum Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Getreidewirtschaft dauert drei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Gewählt wird zwischen den Fachrichtungen Müllerei und Agrarlager; der Berufsschulunterricht findet meist im Block an wenigen zentralen Standorten statt.
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