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Kaufmännische Berufe & Verwaltung

Leitung des Bauamtes

Die Leitung des Bauamtes führt die Bauverwaltung einer Stadt, Gemeinde oder eines Kreises. Sie verantwortet Bauleitplanung, Baugenehmigungen, kommunale Bauprojekte und das Personal der Abteilung.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Leitung des Bauamtes verdient

5.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 4.200 bis 7.600 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.200 € 5.000 € 5.900 € 60.000 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.600 € 6.500 € 67.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.400 € 7.600 € 76.800 €

Angestellte werden nach dem TVöD (VKA) bezahlt, meist in den Entgeltgruppen 11 bis 15, Beamtinnen und Beamte nach den Besoldungsgesetzen der Länder etwa in A12 bis A15. Entscheidend sind die Größe der Kommune und die Zahl der unterstellten Mitarbeitenden: Die Leitung eines kleinen Gemeindebauamtes liegt deutlich niedriger als die eines städtischen Baudezernats.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht die Leitung des Bauamtes?

Die Leitung des Bauamtes steuert alles, was in einer Kommune mit Planen und Bauen zu tun hat. Je nach Größe der Verwaltung gehören dazu die Bauleitplanung mit Flächennutzungs- und Bebauungsplänen, die Bauaufsicht oder die Stellungnahmen der Gemeinde zu Bauanträgen, der Hochbau für Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude, der Tiefbau für Straßen, Kanäle und Brücken sowie oft das Gebäudemanagement. In kleinen Gemeinden besteht das Bauamt aus wenigen Personen, und die Leitung bearbeitet viele Vorgänge selbst. In Städten führt sie mehrere Sachgebiete mit eigenen Leitungen.

Zum Alltag gehören Besprechungen mit Planungsbüros und Baufirmen, die Vorbereitung von Vorlagen für Bauausschuss und Gemeinderat, Haushaltsplanung und Kostenkontrolle, Vergabeverfahren nach VOB und Vergaberecht sowie Gespräche mit Bauherren, Investoren und Anwohnern. Hinzu kommen Fördermittelanträge, Widerspruchsverfahren und die Abstimmung mit Landkreis, Fachbehörden und Bürgermeisterin oder Bürgermeister.

Wie wird man Leitung des Bauamtes?

Eine Ausbildung, die direkt zu dieser Funktion führt, gibt es nicht. Es gibt zwei übliche Wege. Der technische Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens, der Architektur oder der Raum- und Stadtplanung, häufig ergänzt durch das zweijährige Referendariat im höheren bautechnischen Verwaltungsdienst mit Abschluss als Bauassessor. Der verwaltungsfachliche Weg führt über ein Studium der öffentlichen Verwaltung an einer Verwaltungshochschule oder über den Angestelltenlehrgang II zum Verwaltungsfachwirt. Vor allem in kleineren Gemeinden leiten erfahrene Verwaltungsfachleute das Bauamt und arbeiten eng mit externen Ingenieurbüros zusammen.

In fast allen Fällen wird mehrjährige Berufserfahrung in einer Bauverwaltung, einem Planungsbüro oder bei einem Bauunternehmen erwartet. Quereinsteiger aus der Privatwirtschaft mit technischem Studium werden angesichts des Fachkräftemangels zunehmend eingestellt.

Was der Beruf verlangt

Die Stelle verbindet Fachwissen im Bau- und Planungsrecht mit Personalführung und Kommunalpolitik. Entscheidungen werden öffentlich beobachtet, und Konflikte mit Bürgerinitiativen, Bauherren oder Ratsmitgliedern gehören dazu. Abendtermine in Ausschüssen, Gemeinderatssitzungen und Bürgerversammlungen sind regelmäßig, die Arbeitszeit liegt daher oft über der tariflichen Wochenarbeitszeit.

Belastend sind knappe Haushalte, steigende Baukosten, lange Genehmigungs- und Vergabeverfahren sowie unbesetzte Stellen im eigenen Team. Viele Bauämter können Ingenieursstellen kaum besetzen, wodurch Arbeit bei der Leitung hängen bleibt. Verantwortung für Fehler bei Vergaben oder Kostenüberschreitungen tragen Leitungskräfte persönlich mit. Wer schnelle Entscheidungen gewohnt ist, muss sich auf politische Abstimmungsprozesse einstellen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Viele langjährige Amtsleitungen gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand, gleichzeitig steigen die Aufgaben durch Sanierungsstau bei Schulen und Infrastruktur, Klimaanpassung, Wärmeplanung und Digitalisierung der Baugenehmigung. Kommunen werben deshalb verstärkt um Bewerberinnen und Bewerber, teils mit höherer Eingruppierung oder Verbeamtung.

Von der Leitung eines kleinen Bauamtes führt der Weg oft in größere Verwaltungen, in die Leitung eines Fachbereichs oder Dezernats, in die Position einer Beigeordneten für Bauen oder Stadtentwicklung oder in kommunale Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaften. Manche wechseln in die Landesverwaltung oder in Planungsbüros.

Aufgaben

  • Bebauungspläne und Flächennutzungspläne vorbereiten und mit Planungsbüros abstimmen
  • Baugenehmigungsverfahren oder gemeindliche Stellungnahmen zu Bauanträgen verantworten
  • Kommunale Hoch- und Tiefbauprojekte planen, ausschreiben und steuern
  • Beschlussvorlagen für Bauausschuss und Gemeinderat erstellen und vortragen
  • Haushaltsmittel für Bauvorhaben planen und Kosten überwachen
  • Fördermittel beantragen und abrechnen
  • Mitarbeitende des Bauamtes führen, Personal einsetzen und auswählen
  • Bürgeranfragen, Beschwerden und Widersprüche bearbeiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium im Bauingenieurwesen, in Architektur oder Stadtplanung oder ein Abschluss in öffentlicher Verwaltung (Bachelor, Diplom-Verwaltungswirt oder Verwaltungsfachwirt)
  • Mehrjährige Berufserfahrung in Bauverwaltung, Planung oder Bauwirtschaft
  • Sichere Kenntnisse in Baugesetzbuch, Landesbauordnung, VOB und Vergaberecht
  • Führungserfahrung und Fähigkeit, Teams auch bei Personalmangel zu steuern
  • Verhandlungsgeschick und Sicherheit im Auftreten vor politischen Gremien und Öffentlichkeit
  • Bereitschaft zu Abendterminen und Führerschein der Klasse B für Ortstermine

Wo man arbeitet

  • Stadt- und Gemeindeverwaltungen
  • Verbandsgemeinden und Ämter
  • Kreisverwaltungen
  • Verwaltungsgemeinschaften und Zweckverbände

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium im Bauingenieurwesen, in Architektur, Stadtplanung oder öffentlicher Verwaltung, teils gefolgt von einem zweijährigen Referendariat zum Bauassessor. Alternativ führen eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten und der rund zweijährige berufsbegleitende Lehrgang zum Verwaltungsfachwirt in die Funktion. In jedem Fall folgen mehrere Jahre Berufserfahrung, bevor eine Leitungsstelle realistisch ist.

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