Leitungsbauer
Leitungsbauer verlegen, verbinden und reparieren Rohrleitungen und Kabelschutzrohre im Erdreich, etwa für Trinkwasser, Gas, Fernwärme und Glasfaser. Die Arbeit findet fast immer auf Baustellen im Freien statt.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Leitungsbauer verdient
3.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.800 bis 5.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.100 € | 3.400 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.500 € | 3.900 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € |
In tarifgebundenen Baufirmen gelten der Bundesrahmentarifvertrag und der Tarifvertrag zur Regelung der Löhne im Baugewerbe, bei Stadtwerken meist TV-V oder TVöD; ohne Tarifbindung, besonders bei kleinen Subunternehmen im Glasfaserausbau, liegen die Löhne oft deutlich darunter. Spürbar mehr bringen Auslösung und Zulagen bei Montage, Bereitschaftsdienste sowie Schweißnachweise und die Einstufung als Spezialfacharbeiter oder Vorarbeiter.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Leitungsbauer?
Leitungsbauer, in der Ausbildung meist Rohrleitungsbauer genannt, bauen die Netze unter der Straße. Sie verlegen Leitungen für Trinkwasser, Gas, Fernwärme und Abwasser, zunehmend auch Leerrohre für Glasfaser und Stromkabel. Ein typischer Tag beginnt mit dem Absichern der Baustelle, dann wird der Graben ausgehoben, oft mit dem Bagger, an engen Stellen von Hand. Die Grabenwände werden mit Verbauplatten gesichert, die Sohle wird vorbereitet, die Rohre werden abgelassen, ausgerichtet und verbunden. Je nach Material heißt das Kunststoffrohre stumpf- oder heizwendelschweißen, Stahlrohre verschrauben oder Gussrohre stecken. Danach folgen Druckprüfung, Spülung und Desinfektion, bevor der Graben verfüllt und verdichtet wird. Dazu kommen Hausanschlüsse, das Einbinden neuer Leitungen in bestehende Netze und Reparaturen nach Rohrbrüchen. Bei grabenlosen Verfahren werden Leitungen mit Spülbohrgeräten unter Straßen oder Flüssen hindurchgezogen. Viel Arbeit geschieht in direkter Nähe zu vorhandenen Gas- und Stromleitungen, deshalb gehört das Lesen von Bestandsplänen zum Alltag.
Wie wird man Leitungsbauer?
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Rohrleitungsbauer in der Bauwirtschaft. Sie ist in Stufen gegliedert: Nach zwei Jahren kann ein Abschluss als Tiefbaufacharbeiter erworben werden, das dritte Jahr führt zum Abschluss als Rohrleitungsbauer. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Auszubildenden haben einen Hauptschul- oder mittleren Abschluss. Neben Betrieb und Berufsschule findet ein Teil der Ausbildung in überbetrieblichen Ausbildungszentren der Bauwirtschaft statt. Quereinstieg ist verbreitet: Viele beginnen als Helfer im Tiefbau und erwerben später Schweißnachweise, etwa nach den Regeln des DVGW für Kunststoffrohre, und Baumaschinenscheine. Ohne Ausbildung bleibt die Bezahlung allerdings in den unteren Lohngruppen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Es wird gehoben, gebückt und im Graben gekniet, bei Hitze, Regen und Frost. Lärm, Staub und Abgase gehören dazu. Der Winter bringt in manchen Betrieben Kurzarbeit oder Saison-Kurzarbeitergeld. Bei Rohrbrüchen und Gasstörungen gibt es Bereitschaftsdienste, auch nachts und am Wochenende. Wer bei überregional tätigen Firmen arbeitet, ist oft auf Montage und die Woche über nicht zu Hause. Die Unfallgefahr ist real: einstürzende Gräben, Baumaschinen und beschädigte Gas- oder Stromleitungen. Sorgfalt bei Sicherung und Prüfung ist deshalb nicht verhandelbar. Mit zunehmendem Alter machen vielen Rücken und Knie zu schaffen, ein späterer Wechsel in Bauleitung oder Netzbetrieb ist darum für manche eine Frage der Gesundheit.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Viele Wasser- und Gasnetze sind alt und müssen erneuert werden, der Ausbau von Fernwärme und Glasfaser läuft, und für die Energiewende werden neue Leitungen gebraucht. Gleichzeitig gehen viele erfahrene Fachkräfte in Rente, und Betriebe finden schwer Nachwuchs. Wer ausgebildet ist und Schweißnachweise hat, findet in der Regel schnell eine Stelle. Entwicklungswege führen zum Vorarbeiter und Werkpolier, über die Fortbildung zum Geprüften Polier oder zum Meister, außerdem zum staatlich geprüften Techniker für Tiefbau. Mit Hochschulreife ist ein Studium des Bauingenieurwesens möglich. Eine Alternative zur Baufirma ist der Wechsel zu Stadtwerken oder Netzbetreibern, wo Instandhaltung und Störungsdienst im Vordergrund stehen.
Aufgaben
- Baustellen absichern und Leitungstrassen nach Plan einmessen
- Gräben ausheben, mit Verbau sichern und die Rohrsohle vorbereiten
- Kunststoffrohre schweißen sowie Stahl- und Gussrohre verbinden
- Hausanschlüsse herstellen und neue Leitungen in bestehende Netze einbinden
- Druckprüfungen, Spülungen und Desinfektionen von Leitungen durchführen
- Gräben verfüllen, verdichten und Oberflächen wiederherstellen
- Rohrbrüche und Leitungsschäden im Störungsdienst reparieren
- Leitungen mit grabenlosen Verfahren wie Spülbohrungen verlegen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Rohrleitungsbauer oder Tiefbaufacharbeiter, alternativ Erfahrung als Helfer im Tiefbau
- Körperliche Belastbarkeit und Bereitschaft zur Arbeit bei jedem Wetter
- Schweißnachweise für Kunststoff- oder Stahlrohre, häufig nach DVGW-Regelwerk
- Führerschein Klasse B, oft auch C1E oder Baumaschinenscheine erwünscht
- Räumliches Vorstellungsvermögen und sicheres Lesen von Bau- und Bestandsplänen
- Sorgfalt im Umgang mit Sicherheitsvorschriften
- Bereitschaft zu Montage und Bereitschaftsdienst
Wo man arbeitet
- Tiefbau- und Leitungsbauunternehmen
- Bauunternehmen des Bauhauptgewerbes
- Stadtwerke und kommunale Versorgungsbetriebe
- Netzbetreiber für Gas, Wasser und Fernwärme
- Firmen für Glasfaser- und Kabeltiefbau
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Rohrleitungsbauer mit Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer, wobei nach zwei Jahren bereits der Abschluss als Tiefbaufacharbeiter möglich ist. Nach einigen Jahren Berufserfahrung folgen häufig Fortbildungen zum Vorarbeiter, Polier oder Meister.
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