Medientechnologe Siebdruck
Medientechnologen Siebdruck bedrucken Textilien, Glas, Kunststoff, Metall oder elektronische Bauteile im Siebdruckverfahren. Sie stellen die Druckformen her, mischen Farben, richten Maschinen ein und prüfen die Qualität der Drucke.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Medientechnologe Siebdruck verdient
3.050 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.400 bis 4.200 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.650 € | 2.900 € | 31.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.050 € | 3.500 € | 36.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.600 € | 4.200 € | 43.200 € |
Tarifgebundene Betriebe zahlen nach dem Lohnrahmentarifvertrag der Druckindustrie zwischen ver.di und dem Bundesverband Druck und Medien, viele kleine Siebdruckereien sind jedoch nicht tarifgebunden und zahlen deutlich weniger. Am meisten verdienen Fachkräfte im Industriedruck für Elektronik- oder Automobilzulieferer, teils nach Metall- und Elektrotarif und mit Schichtzulagen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Medientechnologe Siebdruck?
Im Siebdruck wird Farbe mit einer Rakel durch ein feinmaschiges Gewebe auf das Material gedrückt. Medientechnologinnen und Medientechnologen Siebdruck setzen dieses Verfahren dort ein, wo andere Druckarten an Grenzen stoßen: auf T-Shirts und Arbeitskleidung, Werbeschildern, Glasscheiben, Armaturenblenden, Folientastaturen, Leiterplatten oder Solarzellen. Am Anfang steht die Druckvorlage, die geprüft und für den Druck aufbereitet wird. Danach wird das Sieb gespannt, mit lichtempfindlicher Emulsion beschichtet, belichtet und ausgewaschen. Die Farben werden nach Farbsystemen wie Pantone oder HKS gemischt und in ihrer Viskosität eingestellt. An Flachbett-, Zylinder- oder Karussellmaschinen werden Rakeldruck, Absprung und Passer eingerichtet, Probedrucke gemacht und mit der Vorlage verglichen. Im laufenden Auftrag geht es um Kontrolle: Farbdeckung, Passgenauigkeit, Trocknung unter UV-Licht oder Heißluft. Nach dem Auftrag werden Siebe gereinigt und entschichtet, damit sie wiederverwendet werden können.
Wie wird man Medientechnologe Siebdruck?
Der Beruf ist ein anerkannter Ausbildungsberuf und hieß bis 2011 Siebdrucker. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Gelernt wird im Betrieb und in der Berufsschule, wegen der geringen Zahl an Auszubildenden oft in Blockunterricht an überregionalen Fachklassen. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten einen mittleren Schulabschluss oder einen guten Hauptschulabschluss. Hilfreich sind Kenntnisse in Mathematik, Chemie und ein Gespür für Farben. Quereinsteiger finden vor allem in Textildruckereien und kleinen Werbetechnikbetrieben Anlernstellen. Wer dort einige Jahre gearbeitet hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen als Externer zur Abschlussprüfung zugelassen werden.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet überwiegend im Stehen statt, Siebe, Farbeimer und Materialstapel müssen gehoben werden. In vielen Betrieben wird mit lösemittelhaltigen Farben und Reinigungsmitteln gearbeitet. Absauganlagen und Schutzausrüstung sind vorgeschrieben, Gerüche und Hautbelastung lassen sich trotzdem nicht ganz vermeiden. Wer auf Lösemittel oder Chemikalien allergisch reagiert, sollte das vor der Ausbildung abklären. In Industriebetrieben wird häufig im Zweischichtbetrieb gearbeitet, in kleinen Werkstätten bestimmen Liefertermine die Arbeitszeit, vor Messen oder Veranstaltungen auch mit Überstunden. Der Beruf verlangt Genauigkeit: Ein falsch eingestellter Passer oder eine falsch gemischte Farbe kann eine ganze Auflage unbrauchbar machen. Bei langen Auflagen kann die Arbeit eintönig werden.
Aussichten
Die Branche ist klein und besteht vor allem aus kleinen und mittleren Betrieben. Im Werbe- und Textilbereich verdrängt der Digitaldruck den Siebdruck bei kleinen Auflagen zunehmend. Stabiler ist der Industrie- und Funktionsdruck, etwa für Elektronik, Automobilzulieferer, Glas oder Medizintechnik, wo Schichtdicke und Haltbarkeit zählen. Weil seit Jahren wenige Menschen ausgebildet werden, suchen viele Betriebe Fachkräfte. Weiterbilden kann man sich zum Industriemeister Printmedien oder zum staatlich geprüften Techniker für Druck- und Medientechnik. Mit Hochschulzugangsberechtigung ist ein Studium der Druck- und Medientechnik möglich. Wer Kenntnisse im Digitaldruck ergänzt, erweitert die Einsatzmöglichkeiten deutlich.
Aufgaben
- Druckvorlagen prüfen und für den Siebdruck aufbereiten
- Siebe spannen, mit Emulsion beschichten, belichten und auswaschen
- Farben nach Farbsystemen mischen und Viskosität einstellen
- Druckmaschinen einrichten, Rakel und Passer justieren
- Probedrucke erstellen und mit der Vorlage abgleichen
- Drucke trocknen und auf Deckung, Haftung und Passgenauigkeit prüfen
- Siebe reinigen, entschichten und Maschinen warten
Voraussetzungen
- Mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss
- Farbsehvermögen ohne Einschränkung
- Sorgfalt und räumliches Vorstellungsvermögen
- Grundkenntnisse in Mathematik und Chemie
- Körperliche Belastbarkeit für Stehen und Heben
- Verträglichkeit gegenüber Lösemitteln und Druckchemikalien
Wo man arbeitet
- Siebdruckereien
- Textildruckereien
- Werbetechnikbetriebe
- Industriebetriebe der Elektronik- und Automobilzulieferung
- Glas- und Keramikveredler
- Schilder- und Displayhersteller
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Medientechnologen Siebdruck, die mit der Abschlussprüfung vor der IHK endet. Die Berufsschule findet wegen geringer Schülerzahlen oft als Blockunterricht an überregionalen Fachklassen statt. Mit guten Leistungen kann die Ausbildung verkürzt werden.
Offene Stellen als Medientechnologe Siebdruck
In der Suche fortsetzenMedientechnologe Siebdruck
Medientechnologe/in Siebdruck (m/w/d)
Medientechnologe/in Siebdruck (m/w/d)
Verwandte Berufe
Mediengestalter Digital und Print
Mediengestalterinnen und Mediengestalter Digital und Print gestalten und produzieren Medienprodukte wie Broschüren, Plakate, Verpackungen, Websites und Social-Media-Inhalte. Sie verbinden Gestaltung mit der technischen Umsetzung für Druck und Bildschirm.
- Offene Stellen
- 14
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.600 €
Medientechnologe Druck
Richtet Druckmaschinen ein, führt die Farbe und überwacht den Fortdruck an Anlagen des Bogen- und Rollenoffsets.
- Offene Stellen
- 17
- Monatsbrutto
- 2.750 – 4.400 €
Passend dazu im Ratgeber
- Werkstudent: Stundengrenze, Sozialversicherung, Vertrag Das Werkstudentenprivileg spart Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherun...
- Pendeln oder umziehen: die Rechnung, die man vorher macht Fahrtzeit, Spritkosten, Verschleiß und Steuervorteil lassen sich vor der Zusage ausrechnen...
- Entgelttransparenz: welches Recht auf Auskunft Sie haben Wer in einem Betrieb mit mehr als 200 Beschäftigten arbeitet, darf erfahren, was die Vergl...