Medizinische Fachangestellte mit Röntgenschein
Medizinische Fachangestellte mit Röntgenschein organisieren den Praxisbetrieb, assistieren bei Untersuchungen und fertigen unter ärztlicher Aufsicht Röntgenaufnahmen an. Die Zusatzqualifikation im Strahlenschutz macht sie vor allem für orthopädische, chirurgische und radiologische Praxen gefragt.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Medizinische Fachangestellte mit Röntgenschein verdient
2.950 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.400 bis 3.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.650 € | 2.900 € | 31.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.650 € | 2.950 € | 3.300 € | 35.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.950 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € |
Maßgeblich ist der Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte zwischen dem Verband medizinischer Fachberufe und der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen, der den Röntgenschein über die Tätigkeitsgruppen höher einstuft. Viele Praxen sind aber nicht tarifgebunden und zahlen darunter, während Kliniken nach TVöD oder TV-L oft besser bezahlen und Schichtzulagen bieten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Medizinische Fachangestellte mit Röntgenschein?
Im Kern ist die Arbeit die einer Medizinischen Fachangestellten: Patientinnen und Patienten empfangen, Termine vergeben, Blut abnehmen, Verbände anlegen, EKGs schreiben, Abrechnungen für Kassen- und Privatpatienten vorbereiten. Hinzu kommt das Röntgen. Die Fachangestellte lagert Patienten am Gerät, stellt Belichtungswerte ein, legt Strahlenschutzmittel wie Bleischürzen an, löst die Aufnahme aus und prüft, ob das Bild verwertbar ist. Jede Aufnahme muss dokumentiert werden, die rechtfertigende Indikation stellt dabei immer ein Arzt oder eine Ärztin mit Fachkunde. Typische Aufnahmen sind Hand, Knie, Wirbelsäule oder Brustkorb, oft bei Menschen mit Schmerzen oder frischen Verletzungen, die sich schwer bewegen lassen. Für Computertomographie, Durchleuchtung oder Angiographie werden in der Regel Medizinische Technologinnen für Radiologie eingesetzt.
Wie wird man Medizinische Fachangestellte mit Röntgenschein?
Voraussetzung ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten mit Abschlussprüfung vor der Ärztekammer. Der sogenannte Röntgenschein ist ein Kurs zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung. Er umfasst rund 120 Stunden Theorie und Praxis, endet mit einer Prüfung und wird von Ärztekammern und anerkannten Bildungsträgern angeboten. Häufig übernimmt die Praxis die Kosten. Die Kenntnisse müssen alle fünf Jahre durch einen Aktualisierungskurs aufgefrischt werden. Quereinstieg ohne MFA-Ausbildung ist in diese Tätigkeit praktisch nicht möglich, wohl aber eine Umschulung zur MFA, etwa über die Agentur für Arbeit.
Was der Beruf verlangt
Der Arbeitstag in einer Praxis ist eng getaktet. Volle Wartezimmer, klingelnde Telefone und Notfälle zwischen den Terminen gehören zum Alltag. Am Röntgengerät kommt Verantwortung dazu: Eine falsch gelagerte Aufnahme bedeutet zusätzliche Strahlung für den Patienten, Fehler beim Strahlenschutz haben rechtliche Folgen. Die Arbeit verlangt viel Stehen, Heben und Stützen von Patienten, was auf Dauer Rücken und Gelenke belastet. Arbeitszeiten richten sich nach den Sprechstunden, also meist tagsüber mit langen Tagen und teils Samstagen, in Kliniken und Notfallpraxen auch im Schichtdienst. Die Bezahlung ist im Verhältnis zu Ausbildung und Verantwortung niedrig, viele Praxen zahlen unter Tarif. Das ist ein Hauptgrund, warum Fachkräfte den Beruf verlassen.
Aussichten
Medizinische Fachangestellte werden bundesweit gesucht, und mit Röntgenschein ist die Auswahl an Stellen größer. Orthopädische und unfallchirurgische Praxen sowie medizinische Versorgungszentren stellen gezielt Fachkräfte mit dieser Qualifikation ein. Die Zusatzqualifikation verbessert die Verhandlungsposition beim Gehalt. Weiterentwicklung ist über Fortbildungen wie Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung oder Praxismanagerin möglich, die zu Leitungsaufgaben führen. Wer stärker in die Bildgebung will, kann eine Ausbildung zur Medizinischen Technologin für Radiologie anschließen, die deutlich mehr Verfahren und höhere Gehälter eröffnet.
Aufgaben
- Röntgenaufnahmen nach ärztlicher Anordnung anfertigen und Patienten am Gerät lagern
- Strahlenschutzmaßnahmen umsetzen und Aufnahmen dokumentieren
- Blut abnehmen, Injektionen vorbereiten und Verbände anlegen
- Bei Untersuchungen und kleinen Eingriffen assistieren
- Termine vergeben und Patienten am Empfang aufnehmen
- Leistungen für gesetzliche und private Krankenversicherungen abrechnen
- Instrumente aufbereiten und Hygienevorschriften einhalten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten
- Nachweis der Kenntnisse im Strahlenschutz nach Strahlenschutzverordnung, alle fünf Jahre aktualisiert
- Sorgfalt und räumliches Vorstellungsvermögen beim Lagern und Einstellen
- Belastbarkeit bei hohem Patientenaufkommen
- Körperliche Fitness für langes Stehen und das Stützen von Patienten
- Sicherer Umgang mit Praxissoftware und Abrechnungsregeln
Wo man arbeitet
- Orthopädische und unfallchirurgische Praxen
- Chirurgische Praxen
- Radiologische Praxen
- Medizinische Versorgungszentren
- Notfallambulanzen und Krankenhäuser
- Praxen für Allgemein- und Innere Medizin mit Röntgengerät
Der Weg in den Beruf
Zuerst die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten mit Prüfung vor der Ärztekammer. Danach folgt ein Kurs zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz mit rund 120 Stunden und abschließender Prüfung, oft berufsbegleitend und vom Arbeitgeber finanziert.
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