MFA für Augenarztpraxis gesucht
Medizinische Fachangestellte in einer Augenarztpraxis führen Voruntersuchungen an den Augen durch, organisieren die Sprechstunde und assistieren bei Eingriffen. Der Beruf verbindet Patientenkontakt, Gerätebedienung und Verwaltung.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als MFA für Augenarztpraxis gesucht verdient
2.950 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.400 bis 4.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.600 € | 2.900 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 2.950 € | 3.300 € | 35.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.100 € | 3.450 € | 4.000 € | 41.400 € |
Maßstab ist der Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte zwischen der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten und dem Verband medizinischer Fachberufe, den viele Praxen jedoch nur als Orientierung nutzen. Mehr verdient vor allem, wer eine höhere Tätigkeitsgruppe erreicht, etwa durch OP-Assistenz, Fortbildungen oder Leitungsaufgaben, und größere Augen-MVZ oder Kliniken zahlen oft besser als kleine Einzelpraxen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine MFA in der Augenarztpraxis?
Medizinische Fachangestellte, kurz MFA, übernehmen in der Augenarztpraxis einen großen Teil der Untersuchungen, bevor die Ärztin oder der Arzt die Patienten sieht. Sie bestimmen die Sehschärfe, messen den Augeninnendruck, ermitteln mit dem Autorefraktometer die Brechkraft und tropfen Pupillen weit. Hinzu kommen Gesichtsfeldmessungen, Aufnahmen mit der Funduskamera und Schichtbilder der Netzhaut per OCT. Am Empfang nehmen sie Patienten auf, vergeben Termine, lesen Versichertenkarten ein, rechnen nach EBM und GOÄ ab und beantworten viele Anrufe. In Praxen mit ambulantem Operieren bereiten sie Eingriffe wie Grauer-Star-Operationen oder Injektionen ins Auge vor, reichen Instrumente an, sterilisieren Material und betreuen Patienten danach. Ein Teil der Arbeit besteht darin, Selbstzahlerleistungen wie die Glaukomvorsorge zu erklären.
Wie wird man MFA in der Augenarztpraxis?
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in einer Arztpraxis mit Berufsschule. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Auszubildenden haben einen mittleren Schulabschluss oder Abitur, wodurch sich die Ausbildung verkürzen lässt. Die Prüfung legt man vor der Landesärztekammer ab. Augenheilkundliche Untersuchungen lernt man vor allem in der Praxis selbst, ergänzt durch Fortbildungen der Ärztekammern und Berufsverbände. MFA aus anderen Fachrichtungen wechseln häufig und werden eingearbeitet. Auch Augenoptikerinnen finden als Quereinsteigerinnen Stellen, übernehmen dann aber oft nur die Messungen und nicht die volle Bandbreite.
Was der Beruf verlangt
Augenarztpraxen haben oft sehr hohe Patientenzahlen, viele davon älter, schwerhörig oder durch eingeschränktes Sehen unsicher. Volle Wartezimmer, klingelnde Telefone und Patienten, die wegen der Wartezeit ungeduldig werden, gehören zum Alltag. Die Arbeit verlangt Geduld, genaues Arbeiten an den Geräten und Ruhe unter Zeitdruck. Man steht und läuft viel, im OP-Bereich sind Hygieneregeln streng einzuhalten. Gearbeitet wird meist zu Sprechzeiten tagsüber, Nacht- und Wochenenddienste sind selten, lange Vormittage und Nachmittagssprechstunden bis in den Abend aber üblich. Die Bezahlung ist im Verhältnis zur Verantwortung niedrig, viele Praxen orientieren sich nur lose am Tarif. Teilzeit ist dagegen gut möglich, was den Beruf nach einer Elternzeit zugänglich macht.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte weiter steigen, weil mit dem Alter Erkrankungen wie Grauer Star, Glaukom und Makuladegeneration zunehmen. Viele Praxen und Augen-MVZ suchen dauerhaft Personal, gleichzeitig wandern MFA in Kliniken, Krankenkassen oder ganz aus dem Beruf ab. Wer sich spezialisiert, etwa auf OP-Assistenz oder Diagnostik, wird schwer ersetzbar. Aufstiegswege führen über die Fortbildung zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung in die Praxisleitung, über ein Studium etwa im Gesundheitsmanagement in Verwaltungsaufgaben oder über eine weitere Ausbildung zur Orthoptistin.
Aufgaben
- Sehschärfe bestimmen und Augeninnendruck messen
- Pupillen weittropfen und Patienten über die Wirkung aufklären
- Gesichtsfeld, OCT und Fundusaufnahmen durchführen
- Termine vergeben, Patienten aufnehmen und Telefonate führen
- Leistungen nach EBM und GOÄ abrechnen
- Ambulante Operationen und Injektionen vorbereiten und assistieren
- Instrumente aufbereiten und Hygienevorschriften einhalten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten oder vergleichbare Qualifikation
- Sorgfalt beim Bedienen von Untersuchungsgeräten
- Geduld im Umgang mit älteren und sehbehinderten Patienten
- Belastbarkeit bei hohem Patientenaufkommen und Zeitdruck
- Grundkenntnisse in Praxissoftware und Abrechnung
- Bereitschaft zu langem Stehen und Gehen
Wo man arbeitet
- Augenarztpraxen
- Augenärztliche Gemeinschaftspraxen und MVZ
- Ambulante Operationszentren
- Augenkliniken und Augenabteilungen von Krankenhäusern
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten mit Abschlussprüfung vor der Landesärztekammer, bei Abitur oder guten Leistungen oft verkürzt auf zweieinhalb oder zwei Jahre. Die augenheilkundlichen Untersuchungen werden anschließend in der Praxis eingearbeitet und durch Fortbildungen vertieft.
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