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Mitarbeiter für die Kabelkonfektion

Mitarbeiter für die Kabelkonfektion schneiden, isolieren, crimpen und löten Kabel und Leitungen nach Zeichnung und montieren sie mit Steckern, Tüllen und Gehäusen zu fertigen Kabelsätzen. Die Arbeit ist meist eine angelernte Tätigkeit in der Serienfertigung.

15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Mitarbeiter für die Kabelkonfektion verdient

2.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.250 bis 3.900 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.250 € 2.550 € 3.000 € 30.600 €
Mit Berufserfahrung 2.450 € 2.800 € 3.400 € 33.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.750 € 3.200 € 3.900 € 38.400 €

Am stärksten hängt das Gehalt von der Tarifbindung ab: Betriebe im Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) zahlen deutlich mehr als kleine, nicht tarifgebundene Firmen oder die Zeitarbeit nach dem Tarifwerk von BAP und DGB, wo oft knapp über dem Mindestlohn begonnen wird. Schichtzulagen und Akkordprämien können das Einkommen spürbar erhöhen, sind in den Werten aber nicht enthalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Mitarbeiter für die Kabelkonfektion?

Kabelkonfektionäre stellen aus Meterware einbaufertige Leitungen und Kabelbäume her, wie sie in Autos, Maschinen, Schaltschränken, Medizingeräten oder Haushaltsgeräten stecken. Grundlage ist ein Auftrag mit Zeichnung oder Stückliste. Die Leitungen werden auf Länge geschnitten, abisoliert, mit Aderendhülsen oder Kontakten versehen und an Crimpzangen oder halbautomatischen Pressen verpresst. Je nach Produkt kommen Löten, das Aufschrumpfen von Schläuchen, das Einsetzen von Kontakten in Steckergehäuse und das Bündeln auf einem Formbrett dazu. Am Ende steht die Prüfung: Sichtkontrolle, Abzugstests der Crimpverbindung und elektrische Durchgangsprüfung am Prüfgerät. Fehlerhafte Teile werden aussortiert oder nachgearbeitet, die Stückzahlen dokumentiert. Ein großer Teil der Arbeit wiederholt sich über Stunden in gleichen Handgriffen, oft im Akkord oder mit Vorgabezeiten.

Wie wird man Mitarbeiter für die Kabelkonfektion?

Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Die meisten Betriebe lernen neue Beschäftigte in einigen Tagen bis wenigen Wochen an, ein Schulabschluss wird oft nicht verlangt. Viele Stellen werden über Zeitarbeitsfirmen besetzt, was den Einstieg leicht macht, aber selten dauerhaft sicher ist. Vorerfahrung in Montage, Elektrik oder feinmotorischer Handarbeit hilft. Wer mehr Verantwortung und Lohn anstrebt, kann eine Ausbildung als Elektroniker für Geräte und Systeme oder als Fachkraft für Metalltechnik nachholen, auch berufsbegleitend oder über eine Externenprüfung. Innerbetriebliche Schulungen, etwa nach der Norm IPC/WHMA-A-620 für Kabelkonfektion, werden in vielen Firmen angeboten und verbessern die Chancen auf Prüf- oder Anlerntätigkeiten.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet überwiegend im Sitzen oder Stehen an einem festen Platz statt. Gefordert sind gutes Sehvermögen, ruhige Hände und Ausdauer bei kleinteiliger, gleichförmiger Arbeit. Auf Dauer belasten die Haltung, die Augen und die Handgelenke; Sehnenscheidenentzündungen sind bei Crimp- und Steckarbeit kein seltenes Problem. Viele Betriebe arbeiten im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, und der Takt wird durch Vorgabezeiten bestimmt. Fehler fallen oft erst beim Kunden auf, deshalb wird sorgfältiges Arbeiten auch unter Zeitdruck erwartet. Die Bezahlung liegt im unteren Bereich der Industrie, vor allem in kleineren Betrieben ohne Tarifbindung und in der Zeitarbeit.

Aussichten

Kabelsätze werden für E-Mobilität, Automatisierung, Bahn- und Medizintechnik weiter gebraucht, sodass Helferstellen regelmäßig ausgeschrieben sind. Gleichzeitig wurde ein großer Teil der Serienfertigung, besonders für die Autoindustrie, in Länder mit niedrigeren Lohnkosten verlagert, etwa nach Osteuropa oder Nordafrika. In Deutschland bleiben eher kleine Serien, Sonderanfertigungen und Musterbau, die mehr Sorgfalt und Flexibilität verlangen. Wer sich bewährt, kann zum Einrichter von Crimp- und Schneidautomaten, zum Prüfer in der Qualitätssicherung oder zum Vorarbeiter aufsteigen. Mit einer nachgeholten elektrotechnischen Ausbildung öffnen sich Stellen im Schaltschrankbau und in der Gerätemontage.

Aufgaben

  • Leitungen nach Stückliste ablängen und abisolieren
  • Kontakte und Aderendhülsen crimpen und Verbindungen löten
  • Kontakte in Steckergehäuse einsetzen und Kabel auf dem Formbrett bündeln
  • Schrumpfschläuche, Tüllen und Kabelbinder anbringen
  • Crimp- und Schneidautomaten bestücken und überwachen
  • Fertige Kabelsätze per Sichtkontrolle und Durchgangsprüfung testen
  • Stückzahlen und Prüfergebnisse dokumentieren

Voraussetzungen

  • Meist kein bestimmter Abschluss nötig, Anlernung im Betrieb
  • Gutes Sehvermögen, Farbsehen zur Unterscheidung von Aderfarben
  • Feinmotorisches Geschick und ruhige Hände
  • Ausdauer bei gleichförmiger, kleinteiliger Arbeit
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit
  • Grundkenntnisse im Lesen von Zeichnungen und Stücklisten von Vorteil

Wo man arbeitet

  • Kabelkonfektionsbetriebe
  • Zulieferer der Automobilindustrie
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Hersteller von Elektro- und Medizingeräten
  • Schaltschrankbau
  • Zeitarbeitsfirmen

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist eine Anlernzeit im Betrieb von einigen Tagen bis wenigen Wochen, ohne formalen Abschluss. Wer aufsteigen will, kann eine dreieinhalbjährige Ausbildung als Elektroniker für Geräte und Systeme oder eine zweijährige Ausbildung als Industrieelektriker absolvieren, bei Berufserfahrung auch über eine Externenprüfung.

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