Modeberaterin
Modeberaterinnen beraten Kundinnen und Kunden im Modehandel bei der Auswahl von Kleidung, Schuhen und Accessoires und verkaufen die Ware. Sie arbeiten meist im Bekleidungsgeschäft oder Kaufhaus, seltener selbstständig als Stil- oder Farbberaterin.
42 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Modeberaterin verdient
2.750 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.200 bis 4.200 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.450 € | 2.800 € | 29.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.400 € | 2.750 € | 3.200 € | 33.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.800 € | 3.300 € | 4.200 € | 39.600 € |
Entscheidend ist, ob der Betrieb nach den regionalen Tarifverträgen für den Einzelhandel (ver.di mit den Handelsverbänden) zahlt; viele Modehändler sind nicht tarifgebunden und zahlen nahe am Mindestlohn. Höhere Gehälter gibt es vor allem im gehobenen Fachhandel, mit Umsatzprovision oder in Leitungsfunktionen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Modeberaterin?
Modeberaterinnen arbeiten überwiegend auf der Verkaufsfläche von Modegeschäften, Boutiquen und Kaufhäusern. Sie sprechen Kundschaft an, fragen nach Anlass, Größe und Geschmack, suchen passende Teile heraus, stellen Kombinationen zusammen und begleiten die Anprobe. Dazu gehört, ehrlich zu sagen, wenn etwas nicht sitzt, und Alternativen anzubieten. Neben der Beratung fällt viel Arbeit an, die Kundinnen kaum sehen: Ware auspacken, auszeichnen und einsortieren, Ständer und Regale ordnen, Schaufenster und Tische dekorieren, Änderungen annehmen, an der Kasse abrechnen, Umtausch und Reklamationen bearbeiten. In vielen Häusern werden Verkaufszahlen pro Person erfasst, teilweise gibt es Umsatzvorgaben. Ein kleinerer Teil arbeitet selbstständig als Stil-, Image- oder Farbberaterin oder als Personal Shopperin und begleitet einzelne Kunden beim Einkauf oder sortiert deren Kleiderschrank.
Wie wird man Modeberaterin?
Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, eine eigene Ausbildung mit diesem Namen gibt es nicht. Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zur Verkäuferin (zwei Jahre) oder zur Kauffrau im Einzelhandel (drei Jahre), idealerweise in einem Modegeschäft. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, viele Betriebe erwarten aber mindestens einen Hauptschul- oder mittleren Schulabschluss. Der Quereinstieg ist im Modehandel verbreitet: Wer Erfahrung im Verkauf, in der Gastronomie oder aus einem textilen Handwerk mitbringt, wird oft ohne einschlägige Ausbildung eingestellt und im Betrieb angelernt. Für die selbstständige Stil- oder Farbberatung gibt es private Lehrgänge unterschiedlicher Qualität, die keinen anerkannten Abschluss vermitteln.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast vollständig im Stehen und Gehen statt, oft acht Stunden lang. Ware muss getragen, Kartons müssen ausgepackt werden. Gearbeitet wird zu den Öffnungszeiten des Handels, also regelmäßig samstags, oft bis in den Abend und an verkaufsoffenen Sonntagen. Im Weihnachtsgeschäft und während des Schlussverkaufs ist es besonders voll und hektisch. Viele Stellen sind Teilzeit- oder Minijobs, Vollzeit ist nicht selbstverständlich. Man braucht Freundlichkeit auch bei schlechter Laune der Kundschaft, ein Gespür für Figur, Farben und Schnitte und die Fähigkeit, ehrlich zu beraten, ohne zu verletzen. Umsatzdruck und Personalknappheit auf der Fläche gehören in vielen Filialen zum Alltag. Das Gehalt liegt im unteren Bereich des Arbeitsmarkts, besonders in Betrieben ohne Tarifbindung.
Aussichten
Verkaufspersonal wird im Modehandel laufend gesucht, die Hürden für den Einstieg sind niedrig. Gleichzeitig steht der stationäre Modehandel unter Druck: Onlinehandel, Filialschließungen und Insolvenzen großer Ketten haben viele Stellen gekostet, und dieser Trend hält an. Bessere Chancen bieten Fachgeschäfte mit hochwertiger Ware und intensiver Beratung, in denen gute Beraterinnen mit Stammkundschaft geschätzt werden. Entwicklungswege führen zur Abteilungs- oder Filialleitung, in den Einkauf oder das Visual Merchandising. Mit einer Fortbildung zur Handelsfachwirtin oder einem Studium der Modewirtschaft stehen weitere Positionen im Handel offen. Manche machen sich später als Stilberaterin selbstständig, wobei davon nur wenige allein leben können.
Aufgaben
- Kundschaft ansprechen und nach Anlass, Größe und Stil beraten
- Outfits zusammenstellen und bei der Anprobe begleiten
- Ware annehmen, auszeichnen und auf der Fläche einsortieren
- Schaufenster, Tische und Ständer dekorieren
- an der Kasse abrechnen und Umtausch bearbeiten
- Änderungswünsche aufnehmen und an die Schneiderei weitergeben
- Bestände prüfen und Nachbestellungen anstoßen
Voraussetzungen
- Ausbildung als Verkäuferin oder Kauffrau im Einzelhandel oder Verkaufserfahrung
- Interesse an Mode, Gespür für Farben, Schnitte und Passform
- Freundliches, geduldiges Auftreten auch unter Zeitdruck
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Tragen
- Bereitschaft zu Arbeit am Samstag, abends und an verkaufsoffenen Sonntagen
- Sicherer Umgang mit Kasse und Zahlen
Wo man arbeitet
- Bekleidungsgeschäfte und Boutiquen
- Kaufhäuser und Modeketten
- Schuh- und Accessoiregeschäfte
- Outlet-Center
- Selbstständige Stil- und Farbberatung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die zweijährige duale Ausbildung zur Verkäuferin oder die dreijährige Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel, jeweils mit IHK-Abschluss. Im Modehandel ist auch der Quereinstieg mit Verkaufserfahrung und Einarbeitung im Betrieb verbreitet.
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