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Gesundheit & Pflege

Neuropsychologe

Neuropsychologen untersuchen und behandeln Menschen, deren Denken, Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder Verhalten nach einer Hirnschädigung beeinträchtigt ist, etwa nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder bei Demenz. Sie arbeiten vor allem in Rehakliniken, Krankenhäusern und eigenen Praxen.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Neuropsychologe verdient

5.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.800 bis 7.800 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.400 € 5.000 € 52.800 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.200 € 6.000 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.300 € 7.800 € 75.600 €

In kommunalen und universitären Kliniken richtet sich das Gehalt nach TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 13, mit Approbation und Fachkunde oft Entgeltgruppe 14; private Rehakliniken zahlen häufig darunter und verhandeln frei. Während der Weiterbildung liegt das Gehalt niedriger, mit eigener Kassenpraxis oder Gutachtertätigkeit kann es deutlich darüber liegen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Neuropsychologe?

Neuropsychologen klären, welche geistigen Fähigkeiten nach einer Erkrankung oder Verletzung des Gehirns noch funktionieren und welche nicht. Typische Patientinnen und Patienten haben einen Schlaganfall, einen Unfall mit Kopfverletzung, einen Hirntumor, Multiple Sklerose, Parkinson oder eine beginnende Demenz hinter sich. Am Anfang steht die Diagnostik: ausführliches Gespräch, standardisierte Tests zu Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, Planungsvermögen und räumlicher Wahrnehmung, dazu das Lesen von Arztbriefen und Befunden aus Bildgebung. Daraus entsteht ein schriftlicher Befund. Danach folgt die Therapie: computergestütztes und klassisches Training einzelner Funktionen, das Einüben von Ausgleichsstrategien wie Kalendern und Checklisten, Gespräche zur Krankheitsverarbeitung, Beratung von Angehörigen. Hinzu kommen Teambesprechungen mit Ärzten, Ergo-, Logo- und Physiotherapeuten, Gutachten etwa zur Fahrtauglichkeit oder Berufsfähigkeit sowie viel Dokumentation.

Wie wird man Neuropsychologe?

Der Weg ist lang. Grundlage ist ein Bachelor- und Masterstudium in Psychologie, inzwischen meist im Studiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie, zusammen etwa fünf Jahre. Mit dem Masterabschluss und der Approbationsprüfung wird man Psychotherapeut. Für die anerkannte Qualifikation in Neuropsychologie folgt eine mehrjährige Weiterbildung in neuropsychologischer Psychotherapie bei einer Landespsychotherapeutenkammer, die überwiegend in einer Klinik stattfindet. Ältere Wege führen über die frühere Psychotherapeutenausbildung oder das Zertifikat der Gesellschaft für Neuropsychologie. Wer ambulant mit den Krankenkassen abrechnen will, braucht Approbation und diese Zusatzqualifikation. Ein Quereinstieg ohne Psychologiestudium ist nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist geistig fordernd und emotional belastend. Viele Patienten sind jung und haben durch einen Unfall Beruf, Partnerschaft oder Selbstständigkeit verloren, andere verschlechtern sich trotz Behandlung. Fortschritte sind oft klein und langsam. Testdiagnostik verlangt Genauigkeit und Geduld, Gespräche mit erschöpften oder sprachlich eingeschränkten Menschen ebenso. Die Dokumentations- und Gutachtenlast ist hoch. In Kliniken wird meist tagsüber gearbeitet, Nacht- und Wochenenddienste sind selten. Die Ausbildungszeit ist ein echter Nachteil: Bis zur vollen Qualifikation vergehen leicht zehn Jahre, in der Weiterbildungsphase ist das Gehalt niedriger, und viele Rehakliniken liegen in ländlichen Regionen, was Umzüge nötig machen kann.

Aussichten

Die Nachfrage ist gut und wächst. Die Bevölkerung altert, Schlaganfälle und Demenzen nehmen zu, und mehr Menschen überleben schwere Hirnverletzungen. Seit die ambulante neuropsychologische Therapie Kassenleistung ist, fehlen in vielen Regionen Behandlungsplätze, die Wartezeiten sind lang. Rehakliniken suchen häufig Personal. Entwicklungswege führen in die Leitung einer psychologischen Abteilung, in eine eigene Praxis mit Kassenzulassung, in die Gutachtertätigkeit für Gerichte und Versicherungen oder in Forschung und Lehre an Universitäten. Spezialisierungen gibt es etwa für Kinder, für Demenzdiagnostik oder für Fahreignung.

Aufgaben

  • Neuropsychologische Tests zu Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Sprache durchführen und auswerten
  • Befunde und Gutachten schreiben, etwa zur Fahrtauglichkeit oder Erwerbsfähigkeit
  • Therapiepläne aufstellen und Funktionstrainings anleiten
  • Ausgleichsstrategien für den Alltag mit Patienten einüben
  • Gespräche zur Krankheitsverarbeitung führen
  • Angehörige beraten und über Folgen der Hirnschädigung aufklären
  • Fälle mit Ärzten, Ergo- und Logotherapeuten im Team besprechen
  • Behandlungen dokumentieren und mit Kostenträgern abrechnen

Voraussetzungen

  • Master in Psychologie, heute meist in Klinischer Psychologie und Psychotherapie
  • Approbation als Psychotherapeut für die eigenständige Behandlung
  • Weiterbildung in neuropsychologischer Psychotherapie oder vergleichbares Zertifikat
  • Fundiertes Wissen in Neuroanatomie, Neurologie und Testtheorie
  • Geduld und Einfühlungsvermögen im Umgang mit schwer beeinträchtigten Menschen
  • Sorgfalt beim Testen und sicheres Schreiben von Berichten
  • Psychische Belastbarkeit bei ungünstigen Krankheitsverläufen

Wo man arbeitet

  • Neurologische Rehabilitationskliniken
  • Krankenhäuser mit neurologischer oder neurochirurgischer Abteilung
  • Gedächtnisambulanzen und Memory-Kliniken
  • Psychotherapeutische Praxen mit neuropsychologischem Schwerpunkt
  • Universitäten und Forschungsinstitute
  • Gutachtenstellen und Begutachtungsinstitute

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein etwa fünfjähriges Psychologiestudium mit Bachelor und Master in Klinischer Psychologie und Psychotherapie, gefolgt von der Approbationsprüfung. Danach schließt sich eine mehrjährige, meist in Kliniken absolvierte Weiterbildung in neuropsychologischer Psychotherapie an, die mit der Anerkennung durch die Psychotherapeutenkammer endet.

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