Oberarzt Anästhesiologie und Intensivmedizin
Oberärztinnen und Oberärzte für Anästhesiologie und Intensivmedizin führen als erfahrene Fachärzte Narkosen und Intensivbehandlungen durch, tragen Verantwortung für einen Bereich wie OP oder Intensivstation und leiten Assistenzärzte an. Sie sind die ärztliche Entscheidungsinstanz im Dienst, wenn es kritisch wird.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Oberarzt Anästhesiologie und Intensivmedizin verdient
9.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 8.400 bis 14.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 8.400 € | 8.900 € | 9.500 € | 106.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 9.000 € | 9.600 € | 10.500 € | 115.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 10.000 € | 11.000 € | 14.000 € | 132.000 € |
Die meisten Oberärzte werden nach Entgeltgruppe Ä3 der Tarifverträge des Marburger Bundes bezahlt, etwa TV-Ärzte/VKA an kommunalen Häusern, TV-Ärzte TdL an Unikliniken oder Haustarifen privater Konzerne; leitende Oberärzte steigen in Ä4 oder erhalten außertarifliche Verträge. Erheblich mehr bringen in der Praxis Bereitschaftsdienste, Rufdienste und Notarzteinsätze, die in den Werten nicht enthalten sind.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Oberarzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin?
Der Arbeitstag beginnt meist mit der Frühbesprechung, in der das OP-Programm verteilt und die Lage auf der Intensivstation besprochen wird. Danach betreut der Oberarzt mehrere OP-Säle gleichzeitig: Er überwacht die Narkosen der Assistenzärzte, übernimmt schwierige Atemwegssicherungen, legt zentrale Zugänge oder arterielle Katheter, führt Regionalanästhesien durch und greift ein, wenn Blutdruck, Beatmung oder Kreislauf entgleisen. Auf der Intensivstation führt er Visiten, legt Beatmungs- und Therapieziele fest, entscheidet über Dialyse, Antibiotika oder Katecholamine und spricht mit Angehörigen, oft auch über Therapiebegrenzung und Sterben. Hinzu kommen Prämedikationsgespräche bei Risikopatienten, Schockraumeinsätze, häufig Notarztdienste, Schmerztherapie sowie Dokumentation, Dienstplanung und Ausbildung des Nachwuchses. Je nach Haus verantwortet ein Oberarzt einen festen Bereich wie Herzanästhesie, Kinderanästhesie oder die Intensivstation.
Wie wird man Oberarzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin?
Voraussetzung ist ein Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesiologie, die mindestens fünf Jahre dauert und mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer endet. Für die Intensivmedizin kommt in der Regel die Zusatzweiterbildung Intensivmedizin hinzu, häufig auch die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin. Oberarzt ist kein eigener Abschluss, sondern eine Position: Nach einigen Jahren als Facharzt wird man vom Chefarzt ernannt. Insgesamt liegen zwischen Studienbeginn und Oberarztstelle meist zwölf bis fünfzehn Jahre. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit verbindet Routine mit plötzlichen Notfällen, in denen innerhalb von Sekunden entschieden werden muss. Der Oberarzt trägt die Verantwortung auch für Fehler anderer, die unter seiner Aufsicht arbeiten. Zum Regeldienst kommen Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste sowie Rufbereitschaften, in denen man jederzeit in die Klinik kommen muss. Lange Tage im OP bedeuten viel Stehen, Arbeiten unter Schutzkleidung und Strahlenschutz. Auf der Intensivstation sind Tod, schwere Verläufe und belastende Gespräche mit Angehörigen Alltag. Personalmangel in Pflege und Ärzteschaft führt vielerorts zu gesperrten Betten, Überstunden und Druck, das OP-Programm trotzdem zu halten. Gleichzeitig wachsen Verwaltungs- und Führungsaufgaben, die neben der Patientenversorgung erledigt werden müssen.
Aussichten
Anästhesisten und Intensivmediziner werden bundesweit gesucht, besonders in kleineren Häusern und ländlichen Regionen. Die Krankenhausreform wird Standorte zusammenlegen, an der Nachfrage nach erfahrenen Fachärzten ändert das wenig. Vom Oberarzt führt der Weg zum leitenden Oberarzt und zum Chefarzt, wofür oft Habilitation oder Managementerfahrung erwartet wird. Alternativen sind Spezialisierungen in Schmerz- oder Palliativmedizin, eine Tätigkeit in ambulanten OP-Zentren, in der Luftrettung oder eine Niederlassung in einer anästhesiologischen Praxis.
Aufgaben
- Narkosen bei schwierigen Patienten und Eingriffen selbst durchführen
- Assistenzärzte in mehreren OP-Sälen beaufsichtigen und bei Komplikationen eingreifen
- Visiten auf der Intensivstation leiten und Therapieziele festlegen
- Atemwege sichern, zentrale Zugänge legen und Regionalanästhesien setzen
- Schockraum- und Notarzteinsätze übernehmen
- Gespräche mit Angehörigen über Prognose und Therapiebegrenzung führen
- Dienstpläne erstellen und Weiterbildung des Nachwuchses organisieren
- Behandlungen dokumentieren und an Qualitätssicherung mitwirken
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
- Facharztanerkennung Anästhesiologie
- Zusatzweiterbildung Intensivmedizin, häufig auch Notfallmedizin
- Mehrjährige Facharzterfahrung
- Entscheidungssicherheit und Ruhe in Notfällen
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Rufdiensten
- Führungs- und Kommunikationsfähigkeit
Wo man arbeitet
- Kommunale und freigemeinnützige Krankenhäuser
- Universitätskliniken
- Private Klinikkonzerne
- Herz- und Fachkliniken
- Ambulante OP-Zentren
- Luftrettung und Notarztstandorte
Der Weg in den Beruf
Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren und der Approbation folgt die mindestens fünfjährige Facharztweiterbildung Anästhesiologie mit Prüfung vor der Landesärztekammer, meist ergänzt um die Zusatzweiterbildung Intensivmedizin. Nach einigen Jahren als Facharzt erfolgt die Ernennung zum Oberarzt durch die Klinik.
Offene Stellen als Oberarzt Anästhesiologie und Intensivmedizin
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- Offene Stellen
- 8
- Monatsbrutto
- 6.600 – 13.000 €
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