Oberarzt/-ärztin
Oberärztinnen und Oberärzte sind Fachärzte in leitender Funktion an einem Krankenhaus. Sie verantworten einen Bereich oder eine Station, überwachen Assistenzärzte und übernehmen schwierige Fälle sowie Hintergrunddienste.
336 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Oberarzt/-ärztin verdient
9.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 8.200 bis 13.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 8.200 € | 8.600 € | 9.200 € | 103.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 8.800 € | 9.300 € | 10.000 € | 111.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 9.500 € | 10.500 € | 13.000 € | 126.000 € |
An kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte TdL, private Konzerne haben eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund; Oberärzte werden dort meist in Entgeltgruppe Ä3, leitende Oberärzte in Ä4 eingruppiert. Deutlich mehr bringen Bereitschafts- und Rufdienste, außertarifliche Verträge und Beteiligungen an Privatliquidation, die vor allem in operativen Fächern und bei leitenden Oberärzten ins Gewicht fallen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Oberarzt oder eine Oberärztin?
Oberärztinnen und Oberärzte stehen in der Hierarchie einer Krankenhausabteilung zwischen Assistenzärzten und Chefarzt. Sie führen die Oberarztvisite, prüfen Diagnosen und Therapiepläne der jüngeren Kolleginnen und Kollegen und entscheiden in unklaren oder kritischen Fällen. In operativen Fächern stehen sie selbst am OP-Tisch, übernehmen komplexe Eingriffe und leiten Assistenzärzte bei Operationen an. In konservativen Fächern führen sie Untersuchungen wie Endoskopien, Herzkatheter oder Punktionen durch. Hinzu kommen Aufklärungsgespräche mit Patienten und Angehörigen, Konsile für andere Abteilungen, Arztbriefe, Befundfreigaben und die Teilnahme an Tumorkonferenzen oder Fallbesprechungen. Viele Oberärzte verantworten einen Schwerpunkt, eine Station, eine Ambulanz oder ein Funktionsgebiet, erstellen Dienstpläne mit und sind für die Weiterbildung der Assistenzärzte zuständig. Nachts und am Wochenende leisten sie Hintergrunddienst: Sie werden von zu Hause angerufen und kommen bei Bedarf in die Klinik.
Wie wird man Oberarzt oder Oberärztin?
Der Weg beginnt mit dem Medizinstudium, das mindestens sechs Jahre und drei Monate dauert und mit dem Staatsexamen sowie der Approbation endet. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt in einer Klinik, je nach Fachgebiet fünf bis sechs Jahre, abgeschlossen mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer. Oberarzt ist kein eigener Abschluss, sondern eine Position, die der Arbeitgeber vergibt. In der Regel braucht es nach der Facharztprüfung noch einige Jahre Berufserfahrung, oft auch eine Zusatzweiterbildung, einen Schwerpunkt oder eine Promotion. An Universitätskliniken zählen zusätzlich Forschung, Publikationen und häufig die Habilitation. Ein Quereinstieg ist ausgeschlossen, insgesamt vergehen vom Studienbeginn bis zur Oberarztstelle meist zwölf Jahre oder mehr.
Was der Beruf verlangt
Die Position verbindet medizinische Verantwortung mit Führungsarbeit. Oberärzte haften fachlich für Entscheidungen, die sie selbst treffen oder freigeben, und müssen auch übermüdet oder unter Zeitdruck zuverlässig urteilen. Die Arbeitszeit liegt oft deutlich über 40 Stunden, Bereitschafts- und Rufdienste kommen dazu, und nach nächtlichen Einsätzen folgt häufig ein regulärer Arbeitstag. Ein großer Teil der Zeit geht an Dokumentation, Kodierung, Qualitätsmanagement und Besprechungen verloren. Personalmangel in Pflege und Ärzteschaft führt dazu, dass Oberärzte Lücken in Dienstplänen ausgleichen müssen. Sie stehen zwischen den Erwartungen der Chefärzte, der Geschäftsführung und eines Teams, das sie anleiten sollen. Konflikte, schwierige Gespräche mit Angehörigen und der Umgang mit Tod und Fehlern gehören zum Alltag.
Aussichten
Die Nachfrage nach Fachärzten mit Leitungserfahrung ist hoch, besonders in ländlichen Regionen und in Fächern wie Innere Medizin, Anästhesie, Psychiatrie und Geriatrie. Viele Kliniken suchen über längere Zeit nach Oberärzten. Die Krankenhausreform wird die Landschaft verändern: Kleinere Häuser schließen oder spezialisieren sich, große Zentren gewinnen an Gewicht. Nächste Karriereschritte sind die Stelle als leitender Oberarzt, als Chefarzt oder in der ärztlichen Direktion. Alternativ wechseln viele in die Niederlassung mit eigener Praxis, in ein medizinisches Versorgungszentrum, in die Begutachtung, die Pharmaindustrie oder den öffentlichen Gesundheitsdienst, oft auch wegen planbarerer Arbeitszeiten.
Aufgaben
- Oberarztvisiten führen und Therapieentscheidungen freigeben
- schwierige Operationen oder Untersuchungen selbst durchführen
- Assistenzärzte anleiten, überwachen und weiterbilden
- Hintergrund- und Rufdienste nachts und am Wochenende leisten
- Aufklärungsgespräche mit Patienten und Angehörigen führen
- Konsile für andere Abteilungen übernehmen
- Arztbriefe und Befunde prüfen und unterschreiben
- an Fallkonferenzen, Dienstplanung und Qualitätssicherung mitwirken
Voraussetzungen
- abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
- Facharztanerkennung im jeweiligen Fachgebiet
- mehrjährige Berufserfahrung als Facharzt
- Entscheidungssicherheit unter Zeitdruck
- Führungs- und Kommunikationsfähigkeit
- Belastbarkeit für lange Arbeitstage und Nachtdienste
- an Universitätskliniken meist Promotion, oft Forschungserfahrung oder Habilitation
Wo man arbeitet
- kommunale Krankenhäuser
- Universitätskliniken
- Krankenhäuser privater Klinikkonzerne
- kirchliche und freigemeinnützige Krankenhäuser
- Fach- und Rehabilitationskliniken
- Bundeswehrkrankenhäuser
Der Weg in den Beruf
Nach dem Medizinstudium von mindestens sechs Jahren und drei Monaten mit Staatsexamen und Approbation folgt eine fünf- bis sechsjährige Facharztweiterbildung mit Prüfung bei der Ärztekammer. Die Oberarztstelle vergibt die Klinik in der Regel nach einigen weiteren Jahren Facharzterfahrung, an Unikliniken oft erst nach Promotion oder Habilitation.
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Assistenzarzt
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- Offene Stellen
- 18
- Monatsbrutto
- 5.000 – 7.800 €
Facharzt
Fachärztinnen und Fachärzte sind approbierte Ärzte mit abgeschlossener Weiterbildung in einem Gebiet wie Innere Medizin, Chirurgie, Allgemeinmedizin oder Psychiatrie. Sie untersuchen, diagnostizieren und behandeln Patienten eigenverantwortlich in Klinik oder Praxis.
- Offene Stellen
- 286
- Monatsbrutto
- 6.700 – 14.000 €
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