Oberarzt /ärztin für Interventionelle Neuroradiologie
Oberärztinnen und Oberärzte für Interventionelle Neuroradiologie behandeln Gefäßerkrankungen von Gehirn und Rückenmark mit Kathetern, etwa Schlaganfälle und Hirnaneurysmen. Sie leiten Eingriffe im Angiographieraum, übernehmen die fachliche Verantwortung im Team und bilden Assistenzärzte aus.
17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Oberarzt /ärztin für Interventionelle Neuroradiologie verdient
10.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 8.500 bis 14.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 8.500 € | 9.000 € | 10.000 € | 108.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 9.300 € | 10.000 € | 11.500 € | 120.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 10.500 € | 11.500 € | 14.000 € | 138.000 € |
An kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL, jeweils Entgeltgruppe Ä3 und für leitende Oberärzte Ä4, private Konzerne zahlen nach Haustarif oder frei verhandelt. Das tatsächliche Einkommen liegt oft deutlich höher, weil Vergütungen für Rufbereitschaften und Einsätze sowie Beteiligungen an Privatliquidation hinzukommen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Oberarzt für Interventionelle Neuroradiologie?
Im Zentrum der Arbeit stehen minimalinvasive Eingriffe über die Blutgefäße. Über einen Katheter, meist von der Leiste oder dem Handgelenk aus, gelangen Neuroradiologen unter Röntgendurchleuchtung bis in die Hirnarterien. Der häufigste Notfall ist die mechanische Thrombektomie: Bei einem schweren Schlaganfall wird das Gerinnsel mit Stent-Retriever oder Aspirationskatheter entfernt, oft unter großem Zeitdruck. Geplante Eingriffe sind das Verschließen von Hirnaneurysmen mit Platinspiralen oder Flow-Divertern, die Embolisation von Gefäßmissbildungen und Tumoren sowie Stentimplantationen bei Gefäßverengungen. Dazu kommen diagnostische Angiographien, die Befundung von CT- und MRT-Bildern, Aufklärungsgespräche und Fallbesprechungen mit Neurologie und Neurochirurgie. Als Oberarzt trägt man die Verantwortung für die Eingriffe, supervidiert Assistenzärzte, teilt Dienste ein und vertritt die Abteilung in interdisziplinären Konferenzen.
Wie wird man Oberarzt für Interventionelle Neuroradiologie?
Der Weg ist lang. Nach einem Medizinstudium von mindestens sechs Jahren und der Approbation folgt die fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Radiologie. Daran schließt sich die zweijährige Schwerpunktweiterbildung Neuroradiologie an. Für die interventionelle Tätigkeit verlangen Kliniken in der Regel zusätzlich die Zertifizierung der Fachgesellschaften DeGIR und DGNR, für die eine festgelegte Zahl selbst durchgeführter Eingriffe nachgewiesen werden muss. Die Fachkunde im Strahlenschutz ist Pflicht. Eine Oberarztstelle wird meist nach mehreren Jahren als Facharzt vergeben, wenn ausreichende eigene Erfahrung bei Notfalleingriffen vorliegt. Ein Quereinstieg ist nicht möglich, ein Wechsel aus der Neurologie oder Neurochirurgie bleibt die Ausnahme.
Was der Beruf verlangt
Thrombektomien sind rund um die Uhr nötig, deshalb gehören Rufbereitschaften zum Alltag, auch nachts und am Wochenende. In kleineren Teams fallen viele Dienste auf wenige Personen, und ein nächtlicher Einsatz nach einem vollen Tag ist keine Seltenheit. Die Arbeit am Angiographietisch bedeutet stundenlanges Stehen unter einer schweren Bleischürze, was Rücken und Gelenke belastet. Trotz Schutzmaßnahmen besteht eine dauerhafte Strahlenexposition. Komplikationen wie Blutungen oder Gefäßverletzungen können lebensbedrohlich sein, und Entscheidungen müssen in Minuten fallen. Feinmotorik, Ruhe unter Druck und die Fähigkeit, auch schlechte Verläufe mit Angehörigen zu besprechen, sind unverzichtbar. Hinzu kommen Dokumentation, Qualitätssicherung und Leitungsaufgaben, die neben den Eingriffen Zeit binden.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Seit die Thrombektomie als Standardtherapie beim schweren Schlaganfall gilt, bauen Kliniken neurovaskuläre Netzwerke und Thrombektomiezentren aus, finden aber nicht genug qualifizierte Fachärzte. Die Krankenhausreform dürfte Eingriffe stärker an großen Zentren bündeln, was dort Stellen schafft und an kleinen Häusern Angebote abbaut. Weitere Schritte sind die Position als leitender Oberarzt, die Chefarztstelle einer neuroradiologischen Abteilung oder eine wissenschaftliche Laufbahn mit Habilitation an einer Universitätsklinik.
Aufgaben
- Mechanische Thrombektomien bei akutem Schlaganfall durchführen
- Hirnaneurysmen mit Coils oder Flow-Divertern verschließen
- Gefäßmissbildungen und Tumoren embolisieren
- Diagnostische Angiographien sowie CT- und MRT-Befunde auswerten
- Patienten und Angehörige über Eingriffe und Risiken aufklären
- Assistenzärzte bei Eingriffen anleiten und supervidieren
- Fälle in Konferenzen mit Neurologie und Neurochirurgie besprechen
- Rufbereitschaften übernehmen und Dienstpläne mitgestalten
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation
- Facharzt für Radiologie mit Schwerpunkt Neuroradiologie
- Zertifizierung für neurovaskuläre Interventionen nach DeGIR/DGNR
- Fachkunde im Strahlenschutz
- Sichere Feinmotorik und Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck
- Körperliche Belastbarkeit für lange Eingriffe unter Bleischürze
- Bereitschaft zu Nacht- und Wochenendrufdiensten
Wo man arbeitet
- Universitätskliniken
- Krankenhäuser der Maximalversorgung
- Neurovaskuläre Zentren und Schlaganfallzentren
- Kliniken privater Klinikkonzerne
Der Weg in den Beruf
Nach einem mindestens sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgen fünf Jahre Facharztweiterbildung in der Radiologie und zwei Jahre Schwerpunktweiterbildung Neuroradiologie. Für die Katheterarbeit kommt die Zertifizierung der DeGIR/DGNR hinzu, die Oberarztposition folgt meist nach mehreren Facharztjahren, insgesamt also nach rund 13 bis 16 Jahren.
Offene Stellen als Oberarzt /ärztin für Interventionelle Neuroradiologie
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Facharzt für Neurologie
Erkennt und behandelt Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark, Nerven und Muskeln, vom akuten Schlaganfall bis zum jahrzehntelangen Verlauf.
- Offene Stellen
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- 6.600 – 11.500 €
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Erzeugt und befundet Röntgen-, CT- und MRT-Bilder, verantwortet den Strahlenschutz und liefert anderen Fächern die Entscheidungsgrundlage.
- Offene Stellen
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- Monatsbrutto
- 6.900 – 13.000 €
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