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Gesundheit & Pflege

Oberarzt Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Oberärztinnen und Oberärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sind Fachärzte, die in einer Klinik Verantwortung für einen Bereich der Frauenklinik tragen: Kreißsaal, Operationen, Station oder Ambulanz. Sie behandeln selbst, leiten Assistenzärzte an und treffen im Dienst die medizinischen Entscheidungen.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Oberarzt Frauenheilkunde und Geburtshilfe verdient

9.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 8.600 bis 12.500 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 8.600 € 9.000 € 9.600 € 108.000 €
Mit Berufserfahrung 9.300 € 9.900 € 10.500 € 118.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 10.200 € 11.000 € 12.500 € 132.000 €

Oberärzte werden in kommunalen Kliniken nach dem TV-Ärzte/VKA und an Unikliniken nach dem TV-Ärzte/TdL in Entgeltgruppe Ä3, leitende Oberärzte in Ä4 bezahlt; private Konzerne haben eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund oder verhandeln frei. Bereitschafts- und Rufdienste, die in der Geburtshilfe häufig sind, werden zusätzlich vergütet und können das tatsächliche Einkommen deutlich erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Oberarzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe?

Ein Oberarzt in einer Frauenklinik arbeitet auf zwei Ebenen zugleich: als erfahrener Facharzt am Patientenbett und im OP sowie als Vorgesetzter der Assistenzärztinnen und -ärzte. Im Kreißsaal begleitet er Geburten mit Komplikationen, entscheidet über Kaiserschnitte, Saugglocke oder Zange und versorgt Blutungen nach der Geburt. In der Gynäkologie operiert er Myome, Zysten und Gebärmuttersenkungen, entfernt Gebärmutter oder Brusttumoren, oft minimalinvasiv per Bauchspiegelung. Hinzu kommen Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft, Sprechstunden für Risikoschwangere oder Krebspatientinnen, die Vorstellung von Fällen im Tumorboard und Gespräche mit Patientinnen über Diagnosen, Operationsrisiken und Behandlungswege. Häufig ist ein Oberarzt für einen Schwerpunkt zuständig, etwa das Brustzentrum, die Perinatalmedizin oder die Urogynäkologie. Er plant Dienste mit, überwacht die Weiterbildung jüngerer Kollegen, schreibt Befunde und Arztbriefe und arbeitet an Qualitätssicherung und Zertifizierungen mit.

Wie wird man Oberarzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe?

Der Weg beginnt mit einem sechsjährigen Medizinstudium, das mit dem Staatsexamen und der Approbation endet. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die nach der Weiterbildungsordnung mindestens fünf Jahre dauert und mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer abschließt. In der Praxis vergehen bis zum Facharzt oft sechs Jahre oder mehr, weil Operationszahlen und Geburten nachgewiesen werden müssen. Oberarzt wird man nicht durch eine Prüfung, sondern durch Ernennung: Die Klinik überträgt einem Facharzt nach einigen Jahren Erfahrung die Verantwortung für einen Bereich. Viele erwerben zusätzlich eine Schwerpunktbezeichnung, etwa in gynäkologischer Onkologie oder spezieller Geburtshilfe und Perinatalmedizin. Ein Quereinstieg ist nicht möglich, ein Wechsel aus anderen Fachgebieten nur über eine erneute Weiterbildung.

Was der Beruf verlangt

Geburten richten sich nach keinem Dienstplan. Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste gehören fest dazu, oft als Rufbereitschaft, bei der der Oberarzt nachts in die Klinik kommen muss. In kleineren Häusern mit wenigen Oberärzten fallen diese Dienste entsprechend häufig an. Notfälle wie Nabelschnurvorfall, schwere Blutungen oder eine kindliche Sauerstoffnot verlangen Entscheidungen innerhalb von Minuten, bei denen es um zwei Leben geht. Die Geburtshilfe ist zudem ein Fach mit hohem Haftungsrisiko und entsprechend aufwendiger Dokumentation. Seelisch belastend sind Totgeburten, Fehlbildungen und Krebsdiagnosen bei jungen Frauen. Lange Operationen erfordern körperliche Ausdauer. Dazu kommt die Doppelrolle: Führungsaufgaben, Personalengpässe und Verwaltungsarbeit nehmen Zeit, die für die Patientinnen fehlt.

Aussichten

Erfahrene Fachärzte für Frauenheilkunde werden gesucht, besonders in ländlichen Kliniken. Gleichzeitig schließen viele kleine Geburtsstationen, weil sie sich nicht rechnen oder kein Personal finden; die Geburtshilfe konzentriert sich auf größere Zentren. Die Krankenhausreform verstärkt diesen Trend, sodass Stellen eher in Perinatalzentren und Brustzentren entstehen. Vom Oberarzt führt der Weg zum leitenden Oberarzt und zur Chefarztposition, für die oft eine Habilitation oder Erfahrung in einem zertifizierten Zentrum erwartet wird. Viele wechseln nach einigen Jahren in eine eigene Praxis oder ein medizinisches Versorgungszentrum, was regelmäßigere Arbeitszeiten bedeutet, aber den Abschied von Kreißsaal und großen Operationen.

Aufgaben

  • Risikogeburten begleiten und über Kaiserschnitt oder operative Entbindung entscheiden
  • gynäkologische Operationen wie Gebärmutterentfernungen, Myomentfernungen und Brustkrebsoperationen durchführen
  • Ultraschall- und Dopplerdiagnostik in der Schwangerschaft vornehmen
  • Assistenzärzte anleiten, im OP assistieren lassen und Befunde gegenzeichnen
  • Patientinnen über Diagnosen, Risiken und Behandlungsoptionen aufklären
  • Fälle im interdisziplinären Tumorboard vorstellen und Therapien festlegen
  • Nacht- und Wochenenddienste als verantwortlicher Hintergrunddienst übernehmen
  • an Dienstplanung, Qualitätssicherung und Zertifizierungen der Klinik mitarbeiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
  • Facharztanerkennung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • mehrjährige Facharzterfahrung mit sicheren operativen Fähigkeiten
  • Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck in Notfällen
  • Führungskompetenz und Bereitschaft zur Weiterbildung jüngerer Ärzte
  • Belastbarkeit für Nacht- und Wochenenddienste sowie lange Operationen
  • Einfühlungsvermögen im Umgang mit Patientinnen in Ausnahmesituationen

Wo man arbeitet

  • Frauenkliniken kommunaler Krankenhäuser
  • Universitätskliniken
  • Krankenhäuser privater Klinikkonzerne
  • Perinatalzentren
  • zertifizierte Brust- und gynäkologische Krebszentren
  • kirchliche und freigemeinnützige Krankenhäuser

Der Weg in den Beruf

Nach einem sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt eine mindestens fünfjährige Facharztweiterbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer endet. Zum Oberarzt wird man nach einigen Jahren Facharzttätigkeit durch die Klinik ernannt, insgesamt meist zwölf bis fünfzehn Jahre nach Studienbeginn.

Offene Stellen als Oberarzt Frauenheilkunde und Geburtshilfe

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Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

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Offene Stellen
6
Monatsbrutto
6.500 – 16.000 €

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin untersuchen, behandeln und begleiten Kinder und Jugendliche vom Neugeborenen bis zum Erwachsenwerden, in der eigenen Praxis oder in der Kinderklinik.

Offene Stellen
8
Monatsbrutto
6.800 – 14.000 €

Hebamme

Hebammen begleiten Frauen und Familien durch Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Sie leiten Geburten eigenverantwortlich, erkennen Komplikationen und ziehen bei Bedarf ärztliche Hilfe hinzu.

Offene Stellen
9
Monatsbrutto
3.200 – 5.600 €

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