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Gesundheit & Pflege

Oberarzt Gynäkologie und Geburtshilfe

Oberärztinnen und Oberärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe sind Fachärzte mit Leitungsverantwortung in einer Frauenklinik. Sie operieren, betreuen schwierige Geburten, führen Assistenzärzte an und tragen im Dienst die medizinische Verantwortung für Kreißsaal und Station.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Oberarzt Gynäkologie und Geburtshilfe verdient

9.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 8.200 bis 14.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 8.200 € 8.600 € 9.200 € 103.200 €
Mit Berufserfahrung 8.900 € 9.500 € 10.300 € 114.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.800 € 11.000 € 14.000 € 132.000 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL, bei privaten und kirchlichen Trägern eigene Haustarife oder die AVR, wobei Oberärzte meist in Entgeltgruppe Ä3 eingruppiert sind. Deutlich mehr bringen die hier nicht eingerechneten Bereitschaftsdienste sowie bei leitenden Oberärzten außertarifliche Verträge und eine Beteiligung an Privatliquidationen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Oberarzt Gynäkologie und Geburtshilfe?

Der Arbeitstag beginnt meist mit der Frühbesprechung, in der die Nacht übergeben und das OP-Programm verteilt wird. Danach folgen Visiten auf der gynäkologischen und der Wochenstation, Operationen wie Gebärmutterentfernungen, Eingriffe an den Eierstöcken, Brustoperationen oder Kaiserschnitte, häufig minimalinvasiv per Bauchspiegelung. Im Kreißsaal entscheiden Oberärzte bei Komplikationen: Geburtsstillstand, auffälliges CTG, Blutungen nach der Geburt, Präeklampsie. In Spezialsprechstunden geht es um Risikoschwangerschaften, Pränataldiagnostik per Ultraschall, Brustkrebs oder Beckenbodenprobleme. Dazu kommen Tumorkonferenzen, Aufklärungsgespräche, Arztbriefe, die Supervision von Assistenzärzten sowie Aufgaben in Qualitätsmanagement und Dienstplanung. Je nach Klinik liegt der Schwerpunkt stärker auf Onkologie, Urogynäkologie oder Perinatalmedizin.

Wie wird man Oberarzt Gynäkologie und Geburtshilfe?

Voraussetzung ist ein Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Staatsexamen und Approbation. Es folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die mindestens fünf Jahre dauert und mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer endet. Nach der Facharztprüfung vergehen in der Regel noch einige Jahre als Facharzt, bis eine Oberarztstelle frei wird. Kliniken achten dabei auf operative Erfahrung, Sicherheit in der Geburtshilfe und häufig auf Schwerpunktbezeichnungen wie Gynäkologische Onkologie, Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin oder Gynäkologische Endokrinologie. Ein Quereinstieg ist nicht möglich, der Weg führt immer über Studium und Facharzt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind belastend. Neben dem regulären Tagdienst gehören Rufbereitschaften und Bereitschaftsdienste in Nächten, an Wochenenden und Feiertagen dazu, in kleineren Häusern oft in hoher Frequenz, weil wenige Oberärzte den Hintergrund abdecken. Geburtshilfe lässt sich nicht planen, Notfälle wie eine Notsectio verlangen schnelle Entscheidungen unter Druck. Fehler haben schwere Folgen, die Haftungsrisiken in der Geburtshilfe sind hoch, entsprechend sorgfältig muss dokumentiert werden. Belastend sind auch Totgeburten, schwere Fehlbildungen und Krebsdiagnosen bei jungen Frauen. Lange Stunden im OP fordern Rücken und Konzentration. Hinzu kommt der Spagat zwischen eigener Patientenversorgung, Ausbildung jüngerer Kollegen und wachsendem Verwaltungsaufwand. Der Personalmangel bei Ärzten und Hebammen verschärft die Lage vielerorts.

Aussichten

Erfahrene Gynäkologen werden gesucht, besonders in ländlichen Regionen und in Häusern mit Geburtshilfe. Gleichzeitig schließen kleine Geburtsstationen, weil sie sich wirtschaftlich nicht tragen oder nicht genug Personal finden; die Versorgung konzentriert sich auf größere Perinatalzentren. Dadurch verschieben sich Stellen, verschwinden aber nicht. Mögliche nächste Schritte sind die Position als leitender Oberarzt oder Chefarzt, die Leitung eines zertifizierten Brust- oder Perinatalzentrums oder eine Habilitation an einer Universitätsklinik. Viele wechseln nach einigen Oberarztjahren in die Niederlassung, oft mit Belegbetten oder in ein medizinisches Versorgungszentrum, was planbarere Arbeitszeiten bringt.

Aufgaben

  • Gynäkologische und geburtshilfliche Operationen durchführen, etwa Kaiserschnitte und Bauchspiegelungen
  • Komplizierte Geburten im Kreißsaal leiten und Notfallentscheidungen treffen
  • Risikoschwangerschaften per Ultraschall und Dopplersonografie überwachen
  • Spezialsprechstunden für Onkologie, Beckenboden oder Pränataldiagnostik führen
  • Assistenzärzte anleiten, supervidieren und in der Weiterbildung prüfen
  • Hintergrunddienste und Rufbereitschaften für Station und Kreißsaal übernehmen
  • Fälle in Tumorkonferenzen vorstellen und Therapien festlegen
  • Aufklärungsgespräche führen und Befunde dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und deutsche Approbation
  • Facharztanerkennung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Mehrjährige Facharzterfahrung mit sicherer operativer Technik
  • Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Rufdiensten
  • Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck und psychische Belastbarkeit
  • Führungs- und Ausbildungskompetenz
  • Häufig erwünscht: Schwerpunktbezeichnung oder DEGUM-Zertifizierung im Ultraschall

Wo man arbeitet

  • Frauenkliniken in Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung
  • Universitätskliniken
  • Perinatalzentren
  • Zertifizierte Brustzentren und gynäkologische Krebszentren
  • Kliniken privater und kirchlicher Träger

Der Weg in den Beruf

Nach rund sechs Jahren Medizinstudium mit Approbation folgt eine mindestens fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Prüfung vor der Ärztekammer. Bis zur Oberarztstelle vergehen danach meist weitere zwei bis fünf Jahre klinischer Erfahrung, oft ergänzt durch eine Schwerpunktweiterbildung.

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