Oberarzt Hämatologie und Onkologie
Oberärztinnen und Oberärzte für Hämatologie und Onkologie behandeln Menschen mit Blutkrankheiten und Krebs, tragen die medizinische Verantwortung für eine Station oder Ambulanz und leiten Assistenzärzte an. Sie sind Fachärzte mit mehrjähriger Erfahrung und stehen in der Klinikhierarchie direkt unter der Chefärztin oder dem Chefarzt.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Oberarzt Hämatologie und Onkologie verdient
10.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 9.000 bis 13.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 9.000 € | 9.300 € | 9.800 € | 111.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 9.500 € | 10.100 € | 10.700 € | 121.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 10.500 € | 11.500 € | 13.500 € | 138.000 € |
In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL, Oberärzte werden dort in die Entgeltgruppe Ä3, leitende Oberärzte in Ä4 eingruppiert; private Klinikketten haben eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund auf ähnlichem Niveau. Deutlich mehr verdienen leitende Oberärzte mit Beteiligung an Privatliquidation sowie niedergelassene Hämato-Onkologen, deren Einkommen vom Praxisumsatz abhängt; Vergütung für Bereitschafts- und Rufdienste kommt zu den genannten Werten hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Oberarzt Hämatologie und Onkologie?
Im Mittelpunkt stehen Patientinnen und Patienten mit Leukämien, Lymphomen, Myelomen, soliden Tumoren wie Brust-, Darm- oder Lungenkrebs sowie mit nicht bösartigen Blutkrankheiten. Der Oberarzt führt Visiten, überprüft Diagnosen, wertet Blutbilder, Knochenmarkausstriche und Bildgebung aus und legt Chemotherapien, Immuntherapien und zielgerichtete Therapien fest. Er punktiert Knochenmark, bespricht Fälle im interdisziplinären Tumorboard mit Chirurgie, Strahlentherapie und Pathologie und entscheidet, wann eine Therapie umgestellt oder beendet wird. Ein großer Teil der Arbeit sind Gespräche: Befunde mitteilen, Behandlungsoptionen erklären, mit Angehörigen über Prognose und Lebensende sprechen. Hinzu kommen die Anleitung von Assistenzärzten, die Verantwortung für Dienstpläne und Qualitätsvorgaben, Arztbriefe, Kodierung und an Universitätskliniken die Betreuung klinischer Studien.
Wie wird man Oberarzt Hämatologie und Onkologie?
Der Weg beginnt mit einem Medizinstudium von gut sechs Jahren und der Approbation. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie, die mindestens sechs Jahre dauert und mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer endet. Zur Oberarztstelle kommt es meist nach weiteren ein bis drei Jahren als Facharzt, wenn eine Stelle frei wird und die Klinikleitung Erfahrung und Führungsfähigkeit sieht. Hilfreich sind Zusatzqualifikationen wie Palliativmedizin, Erfahrung in der Stammzelltransplantation oder eine Promotion; an Universitätskliniken wird oft wissenschaftliche Arbeit bis zur Habilitation erwartet. Einen Quereinstieg ohne Medizinstudium gibt es nicht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist emotional belastend. Viele Patienten sind schwer krank, ein Teil von ihnen stirbt trotz Behandlung, und die Ärzte begleiten sie oft über Monate oder Jahre. Schlechte Nachrichten zu überbringen gehört zum Alltag. Fachlich verändert sich das Gebiet schnell, neue Medikamente und Leitlinien erscheinen laufend, wer nicht ständig liest und Kongresse besucht, fällt zurück. Oberärzte leisten Hintergrunddienste in der Nacht und am Wochenende und müssen telefonisch erreichbar sein; je nach Klinik kommen sie bei Notfällen ins Haus. Die Wochenarbeitszeit liegt häufig über der vertraglichen. Zwischen Patientenversorgung, Dokumentation, Personalführung und wirtschaftlichem Druck der Klinikleitung entsteht ein Spagat, der viele Oberärzte stärker belastet als die medizinischen Fragen selbst.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird weiter steigen. Mit einer älter werdenden Bevölkerung nehmen Krebserkrankungen zu, gleichzeitig leben Patienten dank besserer Therapien länger und brauchen länger Betreuung. Viele Kliniken suchen Fachärzte und Oberärzte, besonders außerhalb der Großstädte. Entwicklungswege führen zur leitenden Oberärztin oder zum Chefarzt, in die Leitung eines onkologischen Zentrums oder in eine Professur an der Universität. Alternativ lassen sich Oberärzte in einer onkologischen Schwerpunktpraxis nieder oder wechseln in ein medizinisches Versorgungszentrum, was planbarere Arbeitszeiten bringt, aber unternehmerisches Risiko. Auch die Pharmaindustrie stellt Hämato-Onkologen für klinische Forschung und Medical Affairs ein.
Aufgaben
- Visiten führen und Therapieentscheidungen für Station und Ambulanz treffen
- Chemo-, Immun- und zielgerichtete Therapien planen und Nebenwirkungen behandeln
- Knochenmarkpunktionen durchführen und Blut- sowie Markbefunde beurteilen
- Fälle im interdisziplinären Tumorboard vorstellen und Behandlungspläne abstimmen
- Aufklärungs- und Prognosegespräche mit Patienten und Angehörigen führen
- Assistenzärzte anleiten, Befunde gegenzeichnen und Dienstpläne verantworten
- Hintergrunddienste in Nacht und Wochenende übernehmen
- Klinische Studien betreuen und Qualitätsvorgaben des Krebszentrums umsetzen
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation
- Facharztanerkennung für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie
- Mehrjährige Berufserfahrung als Facharzt, meist in einer onkologischen Klinik
- Sicherheit in schwierigen Gesprächen und psychische Belastbarkeit
- Führungs- und Organisationsfähigkeit
- Bereitschaft zu Hintergrunddiensten und ständiger Fortbildung
- Gute Englischkenntnisse für Fachliteratur und Studien
Wo man arbeitet
- Universitätskliniken
- Kommunale und konfessionelle Krankenhäuser
- Private Klinikketten
- Onkologische Zentren und Transplantationszentren
- Onkologische Schwerpunktpraxen und medizinische Versorgungszentren
Der Weg in den Beruf
Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren und der Approbation folgt eine mindestens sechsjährige Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie mit Prüfung vor der Landesärztekammer. Die Oberarztposition erreichen die meisten nach weiteren ein bis drei Jahren Facharzttätigkeit, insgesamt also meist 13 bis 16 Jahre nach Studienbeginn.
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