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Gesundheit & Pflege

Oberarzt Innere Medizin Fachbereich Kardiologie

Oberärztinnen und Oberärzte in der Kardiologie sind Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie, die eine Klinikabteilung mitleiten, Assistenzärzte anleiten und Herzerkrankungen diagnostizieren und behandeln, häufig auch mit Kathetereingriffen. Sie tragen die medizinische Verantwortung im Dienst und vertreten die Chefärztin oder den Chefarzt.

33 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Oberarzt Innere Medizin Fachbereich Kardiologie verdient

10.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 9.000 bis 15.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 9.000 € 9.500 € 10.500 € 114.000 €
Mit Berufserfahrung 9.800 € 10.500 € 11.500 € 126.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 10.800 € 12.000 € 15.000 € 144.000 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte TdL, bei privaten Trägern wie Helios oder Asklepios eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund; Oberärzte werden dort in eine feste Entgeltgruppe eingestuft, wodurch die Spanne eng bleibt. Deutlich mehr bringen Vergütungen für Bereitschafts- und Rufdienste, Beteiligungen an der Privatliquidation des Chefarztes und bei leitenden Oberärzten außertarifliche Verträge.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Oberarzt in der Kardiologie?

Ein Oberarzt in der Kardiologie verantwortet einen Teil einer kardiologischen Klinik, etwa eine Station, die Intensivstation, das Herzkatheterlabor oder die Funktionsdiagnostik. Der Tag beginnt meist mit der Frühbesprechung, danach folgen Visiten, bei denen Therapien bei Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen oder nach einem Herzinfarkt festgelegt werden. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus eigener Diagnostik und Intervention: Herzultraschall, Schluckecho, Belastungstests, Koronarangiografien, das Einsetzen von Stents, Herzschrittmachern oder Defibrillatoren. Dazu kommt die Aufsicht über Assistenzärztinnen und Assistenzärzte, die Befunde vorlegen, Fragen stellen und in der Weiterbildung begleitet werden müssen. Im Hintergrunddienst nachts und am Wochenende entscheidet der Oberarzt, ob ein Patient mit akutem Infarkt sofort ins Katheterlabor kommt, und steht dafür selbst am Tisch. Gespräche mit Angehörigen, Arztbriefe, Abstimmungen mit Herzchirurgie und Notaufnahme, Qualitätssicherung und Verwaltungsaufgaben füllen den Rest.

Wie wird man Oberarzt in der Kardiologie?

Der Weg ist lang. Nach einem Medizinstudium von mindestens sechs Jahren und der Approbation folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, die nach der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern sechs Jahre dauert und mit einer Prüfung vor der Ärztekammer endet. Wer interventionell arbeiten will, sammelt zusätzlich über Jahre eine Mindestzahl an Katheteruntersuchungen und Eingriffen, oft dokumentiert über die Zusatzqualifikationen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, etwa für interventionelle Kardiologie oder Elektrophysiologie. Eine Oberarztstelle bekommt man in der Regel erst einige Jahre nach dem Facharzt, durch Bewerbung oder Beförderung innerhalb der Klinik. An Universitätskliniken werden Promotion und häufig Forschungsleistung erwartet. Ein Quereinstieg ist ausgeschlossen, auch Fachärzte anderer Gebiete müssen die kardiologische Weiterbildung vollständig absolvieren.

Was der Beruf verlangt

Die Belastung ist hoch. Zur regulären Arbeitszeit kommen Rufbereitschaften und Hintergrunddienste, in Herzinfarktzentren mit nächtlichen Einsätzen im Katheterlabor. Wochenarbeitszeiten über 50 Stunden sind keine Ausnahme. Im Katheterlabor steht man lange in schweren Bleischürzen, was Rücken und Gelenke belastet, und arbeitet unter Röntgenstrahlung. Entscheidungen müssen schnell und unter Unsicherheit fallen, Komplikationen und Todesfälle gehören dazu. Die Sandwichposition zwischen Chefarzt, Assistenzärzten, Pflege und Klinikverwaltung kostet Kraft, ebenso der wirtschaftliche Druck durch Fallpauschalen und Personalmangel. Wer Familie und Beruf verbinden will, stößt oft an Grenzen, Teilzeitmodelle für Oberärzte sind noch selten.

Aussichten

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland, und mit der alternden Bevölkerung steigt der Bedarf an Kardiologen weiter. Erfahrene interventionelle Kardiologen sind gesucht, besonders in ländlichen Regionen. Die Krankenhausreform kann allerdings dazu führen, dass kleinere Abteilungen schließen und Leistungen in größeren Zentren gebündelt werden. Entwicklungswege führen zum leitenden Oberarzt, zur Chefarztposition, in eine spezialisierte Rolle etwa in der Elektrophysiologie oder strukturellen Herzmedizin, in die Forschung oder in die Niederlassung als Kardiologe in Praxis oder medizinischem Versorgungszentrum.

Aufgaben

  • Visiten leiten und Therapien bei Herzerkrankungen festlegen
  • Herzkatheteruntersuchungen durchführen und Stents setzen
  • Herzschrittmacher und Defibrillatoren implantieren oder kontrollieren
  • Echokardiografien und Belastungstests durchführen und befunden
  • Hintergrunddienste übernehmen und Notfälle wie Herzinfarkte versorgen
  • Assistenzärzte anleiten und ihre Weiterbildung begleiten
  • Aufklärungs- und Angehörigengespräche führen
  • Abläufe mit Herzchirurgie, Notaufnahme und Intensivstation abstimmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Arzt
  • Facharztanerkennung Innere Medizin und Kardiologie
  • Mehrjährige Erfahrung in kardiologischer Diagnostik und meist in Kathetereingriffen
  • Belastbarkeit für Nacht- und Wochenenddienste
  • Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck und Führungskompetenz
  • Körperliche Ausdauer für lange Eingriffe mit Strahlenschutzkleidung
  • An Universitätskliniken Promotion und Forschungserfahrung

Wo man arbeitet

  • Kardiologische Abteilungen in Krankenhäusern
  • Universitätskliniken
  • Herzzentren
  • Kliniken privater Krankenhauskonzerne
  • Rehabilitationskliniken mit kardiologischem Schwerpunkt

Der Weg in den Beruf

Nach mindestens sechs Jahren Medizinstudium mit Approbation folgt eine sechsjährige Weiterbildung bis zur Facharztprüfung Innere Medizin und Kardiologie vor der Landesärztekammer. Die Oberarztposition wird meist nach weiteren zwei bis fünf Jahren Facharzttätigkeit erreicht, insgesamt also nach rund 14 bis 17 Jahren.

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Offene Stellen
215
Monatsbrutto
8.500 – 13.000 €

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