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Gesundheit & Pflege

Oberarzt Innere Medizin Gastroenterologie

Oberärztinnen und Oberärzte für Gastroenterologie sind Fachärzte für Erkrankungen von Magen, Darm, Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse. Sie leiten Stationen oder die Endoskopie, führen anspruchsvolle Eingriffe durch und tragen die medizinische Verantwortung für Assistenzärzte.

86 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Oberarzt Innere Medizin Gastroenterologie verdient

10.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 9.000 bis 14.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 9.000 € 9.400 € 10.000 € 112.800 €
Mit Berufserfahrung 9.700 € 10.300 € 11.000 € 123.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 10.800 € 11.800 € 14.000 € 141.600 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL, beide mit der Entgeltgruppe Ä3 für Oberärzte und Ä4 für leitende Oberärzte; private Konzerne haben eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund oder verhandeln frei. Rufdienstvergütung und Beteiligung an Privatliquidation des Chefarztes kommen hinzu und können das Einkommen deutlich erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Oberarzt Innere Medizin Gastroenterologie?

Im Mittelpunkt steht die Endoskopie: Magen- und Darmspiegelungen, Polypenabtragungen, Blutstillungen bei Magenblutungen, Untersuchungen der Gallenwege (ERCP) mit Steineinlage oder Stentversorgung, Endosonografie mit Punktionen. Dazu kommen Ultraschall des Bauchraums, Leberpunktionen und die Betreuung von Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Leberzirrhose, Pankreatitis oder Tumoren des Verdauungstrakts. Als Oberarzt führt man Visiten auf der Station, prüft Diagnosen und Therapiepläne der Assistenzärzte, bespricht Fälle in Tumorkonferenzen mit Chirurgie und Onkologie und führt Gespräche mit Patienten und Angehörigen, auch über schwere Befunde. Ein erheblicher Teil des Tages entfällt auf Arztbriefe, Befundfreigaben, Kodierung und die Ausbildung jüngerer Kollegen. Hinzu kommen Rufdienste, in denen nachts oder am Wochenende für Notfallendoskopien in die Klinik gefahren wird.

Wie wird man Oberarzt Innere Medizin Gastroenterologie?

Der Weg ist lang. Auf ein Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation folgt eine Weiterbildung von mindestens sechs Jahren zum Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie an zugelassenen Weiterbildungsstätten. Sie umfasst Zeiten in der allgemeinen Inneren Medizin, auf der Intensivstation und in der Endoskopie mit vorgeschriebenen Untersuchungszahlen und endet mit der Prüfung vor der Landesärztekammer. Oberarzt wird man durch Ernennung des Chefarztes, meist nach einigen Jahren als Facharzt und mit sicherer Beherrschung interventioneller Verfahren. Ein Quereinstieg ist nicht möglich. Zusatzweiterbildungen wie Proktologie, Ernährungsmedizin oder Palliativmedizin sowie eine Promotion verbessern die Chancen, an Universitätskliniken wird oft eine Habilitation erwartet.

Was der Beruf verlangt

Die Verantwortung ist hoch: Komplikationen wie Perforationen oder Blutungen bei Eingriffen müssen sofort beherrscht werden, oft unter Zeitdruck und nachts. Rufbereitschaften kommen zu einer regulären Arbeitswoche hinzu, die in vielen Kliniken über 40 Stunden liegt. Endoskopien werden lange im Stehen und unter Bleischürze durchgeführt, was Rücken und Gelenke belastet, bei Röntgendurchleuchtung kommt Strahlenexposition dazu. Als Oberarzt steht man zwischen Chefarzt, Geschäftsführung und Team, muss Dienstpläne mittragen, wirtschaftliche Vorgaben umsetzen und Personalengpässe ausgleichen. Dokumentationsaufwand und Gespräche über ungünstige Prognosen gehören zum Alltag und kosten Kraft.

Aussichten

Die Nachfrage ist gut. Darmkrebsvorsorge, eine alternde Bevölkerung und die Zunahme von Fettlebererkrankungen sorgen für steigende Fallzahlen, und viele Kliniken suchen Gastroenterologen mit Erfahrung in interventioneller Endoskopie. Gleichzeitig verschiebt die Krankenhausreform Leistungen an größere Zentren, was kleinere Häuser unter Druck setzt. Entwicklungswege führen zum leitenden Oberarzt, zum Chefarzt oder in die Niederlassung in einer gastroenterologischen Praxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum, wo die Arbeitszeiten oft planbarer sind. Auch Spezialisierungen etwa in Hepatologie oder Endosonografie sowie Tätigkeiten in Forschung und Lehre sind möglich.

Aufgaben

  • Magen- und Darmspiegelungen sowie Polypenabtragungen durchführen
  • Gallenwege per ERCP untersuchen und Stents einlegen
  • Notfallendoskopien bei Blutungen im Rufdienst übernehmen
  • Visiten leiten und Therapiepläne der Assistenzärzte prüfen
  • Fälle in interdisziplinären Tumorkonferenzen vorstellen
  • Befunde und Arztbriefe freigeben
  • Assistenzärzte in Endoskopie und Ultraschall anleiten
  • Aufklärungs- und Befundgespräche mit Patienten führen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation
  • Facharztanerkennung Innere Medizin und Gastroenterologie
  • Mehrjährige Erfahrung in diagnostischer und interventioneller Endoskopie
  • Bereitschaft zu Rufdiensten nachts und am Wochenende
  • Führungsfähigkeit und Belastbarkeit in Notfällen
  • Körperliche Ausdauer für lange Eingriffe im Stehen

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung
  • Universitätskliniken
  • Kliniken privater Krankenhauskonzerne
  • Kliniken kirchlicher Träger
  • Gastroenterologische Schwerpunktzentren

Der Weg in den Beruf

Nach einem Medizinstudium von rund sechs Jahren und der Approbation folgt eine mindestens sechsjährige Weiterbildung, die mit der Facharztprüfung für Innere Medizin und Gastroenterologie vor der Landesärztekammer endet. Die Oberarztposition wird in der Regel nach weiteren Jahren Facharzterfahrung vom Chefarzt vergeben.

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Monatsbrutto
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14
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