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Gesundheit & Pflege

Oberarzt Senologie

Oberärztinnen und Oberärzte in der Senologie leiten im Brustzentrum einer Klinik die Diagnostik, Operation und Behandlungsplanung bei Brustkrebs und gutartigen Brusterkrankungen. Sie operieren selbst, tragen die fachliche Verantwortung für Assistenzärzte und übernehmen Hintergrunddienste.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Oberarzt Senologie verdient

9.700 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 8.500 bis 14.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 8.500 € 8.900 € 9.400 € 106.800 €
Mit Berufserfahrung 9.200 € 9.700 € 10.300 € 116.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 10.000 € 11.000 € 14.000 € 132.000 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL, beide mit der Entgeltgruppe Ä3 für Oberärzte und Ä4 für leitende Oberärzte; private Ketten wie Helios oder Asklepios haben eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund. Spürbar mehr bringen Bereitschafts- und Rufdienste, die zusätzlich vergütet werden, sowie bei leitenden Positionen eine Beteiligung an Privatliquidation.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Oberarzt in der Senologie?

Die Senologie befasst sich mit Erkrankungen der weiblichen Brust, vor allem mit Brustkrebs. Ein Oberarzt in diesem Bereich arbeitet meist in einem zertifizierten Brustzentrum, das zu einer Frauenklinik gehört. Ein großer Teil des Tages findet im OP statt: brusterhaltende Operationen, Mastektomien, Entfernung von Wächterlymphknoten, onkoplastische Eingriffe und je nach Zentrum auch Brustrekonstruktionen mit Implantat oder Eigengewebe. In der Sprechstunde untersucht er Patientinnen, führt Ultraschalluntersuchungen der Brust durch, entnimmt Gewebeproben per Stanzbiopsie und bespricht Befunde. Dazu gehören viele schwierige Gespräche: eine Krebsdiagnose mitteilen, Therapieoptionen erklären, über Risiken einer Operation aufklären. In der wöchentlichen Tumorkonferenz legt er gemeinsam mit Radiologie, Pathologie, Onkologie und Strahlentherapie für jede Patientin das Vorgehen fest. Hinzu kommen die Anleitung von Assistenzärzten im OP und auf Station, Visiten, Arztbriefe und die umfangreiche Dokumentation, die die Zertifizierung des Zentrums verlangt.

Wie wird man Oberarzt in der Senologie?

Der Weg beginnt mit einem sechsjährigen Medizinstudium und der Approbation. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die mindestens fünf Jahre dauert und mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer endet. Wer sich in der Senologie spezialisieren will, sammelt bereits in dieser Zeit und danach operative Erfahrung im Brustzentrum. Viele erwerben zusätzlich das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Senologie, das in mehreren Stufen Kenntnisse in Diagnostik, Operation und Therapie nachweist. Für die Tätigkeit als Hauptoperateur in einem zertifizierten Zentrum sind Mindestzahlen an Eingriffen pro Jahr nötig. Eine Oberarztstelle erhalten die meisten frühestens zwei bis fünf Jahre nach dem Facharzt. Ein echter Quereinstieg ist nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist fachlich anspruchsvoll und emotional belastend. Viele Patientinnen sind jung, manche haben kleine Kinder, und nicht alle Verläufe gehen gut aus. Wer hier arbeitet, muss Nähe zulassen und trotzdem Abstand halten können. Lange Operationen im Stehen, konzentriertes Arbeiten unter Zeitdruck und ein voller Terminkalender gehören zum Alltag. Neben dem regulären Dienst übernehmen Oberärzte Hintergrund- und Rufbereitschaften, oft für die gesamte Frauenklinik einschließlich Kreißsaal, also auch nachts und am Wochenende. Der Dokumentationsaufwand ist hoch, weil Zertifizierungen und Qualitätssicherung jeden Behandlungsschritt erfassen. Zur Verantwortung für die eigenen Patientinnen kommt die für die Arbeit jüngerer Kollegen.

Aussichten

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland, und die Zahl der Behandlungen steigt mit der alternden Bevölkerung und der Ausweitung des Mammographie-Screenings. Gleichzeitig konzentriert die Krankenhausreform die Brustkrebschirurgie über Mindestmengen auf weniger, größere Zentren. Kleine Abteilungen verlieren dadurch Operationen, während erfahrene Senologen in großen Zentren gesucht sind. Mögliche nächste Schritte sind die Stelle als leitender Oberarzt, die Leitung eines Brustzentrums oder eine Chefarztposition in der Gynäkologie. Andere wechseln in eine Praxis oder ein medizinisches Versorgungszentrum mit Schwerpunkt Brustdiagnostik und operieren belegärztlich weiter.

Aufgaben

  • Brustkrebsoperationen und onkoplastische Eingriffe durchführen
  • Brustultraschall und Stanzbiopsien in der Sprechstunde vornehmen
  • Diagnosen mitteilen und Patientinnen über Therapien aufklären
  • Behandlungspläne in der interdisziplinären Tumorkonferenz festlegen
  • Assistenzärzte im OP und auf Station anleiten und überwachen
  • Hintergrund- und Rufbereitschaftsdienste für die Frauenklinik übernehmen
  • Befunde, Operationen und Verläufe für die Zertifizierung dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation
  • Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Mehrjährige operative Erfahrung in der Brustchirurgie, oft mit Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Senologie
  • Sicherheit in Mammasonografie und interventioneller Diagnostik
  • Belastbarkeit bei langen Operationen und Nachtdiensten
  • Einfühlungsvermögen in Gesprächen mit schwer erkrankten Patientinnen
  • Fähigkeit, ein Team anzuleiten und Entscheidungen zu verantworten

Wo man arbeitet

  • Zertifizierte Brustzentren an Krankenhäusern
  • Frauenkliniken kommunaler und konfessioneller Träger
  • Universitätskliniken
  • Private Klinikketten
  • Medizinische Versorgungszentren mit Schwerpunkt Brustdiagnostik

Der Weg in den Beruf

Nach sechs Jahren Medizinstudium und Approbation folgt die mindestens fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Prüfung vor der Ärztekammer. Mit weiteren zwei bis fünf Jahren Erfahrung im Brustzentrum und oft dem Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Senologie ist eine Oberarztstelle erreichbar.

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