Pflegefachkraft als Versorgungsberater IPK-Therapie im Außendienst
Pflegefachkräfte im Außendienst eines Hilfsmittel- oder Homecare-Anbieters versorgen Patientinnen und Patienten mit Geräten zur intermittierenden pneumatischen Kompression (IPK), etwa bei Lymphödem oder Venenleiden. Sie weisen in die Therapie ein, begleiten die Anwendung zu Hause und halten Kontakt zu Arztpraxen, Kliniken und Krankenkassen.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft als Versorgungsberater IPK-Therapie im Außendienst verdient
4.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.300 bis 5.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.600 € | 3.900 € | 43.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.000 € | 4.600 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.700 € | 5.500 € | 56.400 € |
Einen Tarifvertrag gibt es in der Regel nicht, das Gehalt wird frei verhandelt und hängt stark vom Arbeitgeber ab: Medizintechnik-Hersteller zahlen meist mehr als kleine Sanitätshäuser. Oft kommen ein auch privat nutzbarer Dienstwagen und erfolgsabhängige Prämien hinzu, die in den Werten nicht enthalten sind.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Pflegefachkraft als Versorgungsberater IPK-Therapie?
Die intermittierende pneumatische Kompression arbeitet mit Manschetten an Armen oder Beinen, die sich in Intervallen mit Luft füllen und so den Abfluss von Lymphe und venösem Blut fördern. Eingesetzt wird sie bei Lymph- und Lipödemen, chronischer Veneninsuffizienz, offenen Beinen oder zur Thromboseprophylaxe. Versorgungsberaterinnen und -berater bringen das Gerät zum Patienten nach Hause, ins Pflegeheim oder in die Klinik. Dort messen sie Umfänge an den Extremitäten, wählen die passende Manschette, stellen Druck und Programm nach ärztlicher Verordnung ein und erklären Patienten und Angehörigen die Anwendung. Bei Folgebesuchen prüfen sie Hautzustand, Ödemverlauf und die Therapietreue, tauschen Zubehör und dokumentieren alles für Verordner und Kostenträger. Ein großer Teil der Arbeit ist Organisation: Verordnungen anfordern, Kostenvoranschläge für Krankenkassen vorbereiten, Rückfragen klären. Hinzu kommen Besuche in Arztpraxen, Lymphologie-Zentren und Krankenhäusern, um die Therapie vorzustellen und Zuweiser zu gewinnen. Damit hat die Stelle neben dem pflegerischen auch einen deutlichen Vertriebsanteil.
Wie wird man Versorgungsberater IPK-Therapie?
Grundlage ist fast immer eine abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung, heute als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, früher als Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege. Manche Arbeitgeber akzeptieren auch Medizinische Fachangestellte oder Physiotherapeuten. Berufserfahrung in Wundversorgung, Angiologie, Dermatologie oder ambulanter Pflege ist gern gesehen. Die produktspezifische Einarbeitung übernimmt der Hersteller oder Versorger, meist über einige Wochen mit Begleitung erfahrener Kollegen. Zusatzqualifikationen wie Wundexperte ICW oder Fortbildungen in Lymphologie verbessern die Chancen. Ein Führerschein der Klasse B ist Pflicht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet überwiegend im Auto statt. Ein Gebiet kann mehrere Landkreise oder ein halbes Bundesland umfassen, Fahrzeiten von mehreren Stunden am Tag sind üblich, gelegentliche Übernachtungen möglich. Wer gern im festen Team arbeitet, vermisst die Kollegen auf Station, denn im Außendienst ist man meist allein. Schichtdienst entfällt in der Regel, die Tage richten sich aber nach Terminen und können lang werden. Viele Arbeitgeber erwarten Vertriebsziele, etwa eine bestimmte Zahl neuer Versorgungen, was nicht allen Pflegekräften liegt. Der Umgang mit Krankenkassen, Genehmigungen und Dokumentation kostet Zeit und Geduld. Körperlich ist die Tätigkeit leichter als in der stationären Pflege, das Tragen von Geräten und die Arbeit in engen Wohnungen gehören dennoch dazu. Gefragt sind Selbstorganisation, sicheres Auftreten gegenüber Ärzten und die Fähigkeit, auch ältere oder wenig motivierte Patienten zur regelmäßigen Anwendung zu bewegen.
Aussichten
Die Zahl chronisch kranker und älterer Menschen steigt, ebenso der Bedarf an häuslicher Versorgung. Hilfsmittelanbieter und Homecare-Unternehmen suchen deshalb laufend Pflegefachkräfte für den Außendienst, viele sehen darin einen Ausstieg aus dem Schichtdienst. Der Markt ist allerdings von Ausschreibungen und Verträgen der Krankenkassen abhängig, was Gebiete und Stellen verändern kann. Entwicklungswege führen in die Gebietsleitung, ins Key-Account-Management für Kliniken, in Produktschulung und Fortbildung oder ins Produktmanagement beim Hersteller. Wer breiter aufgestellt sein will, kann sich zusätzlich auf Wundversorgung, Stoma, Inkontinenz oder enterale Ernährung spezialisieren.
Aufgaben
- Umfänge an Armen und Beinen messen und passende Manschetten auswählen
- IPK-Geräte nach ärztlicher Verordnung einstellen und beim Patienten in Betrieb nehmen
- Patienten und Angehörige in die Anwendung einweisen
- Hautzustand, Ödemverlauf und Therapietreue bei Folgebesuchen kontrollieren
- Verordnungen anfordern und Kostenvoranschläge für Krankenkassen vorbereiten
- Versorgung und Verlauf für Ärzte und Kostenträger dokumentieren
- Arztpraxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen besuchen und die Therapie vorstellen
- Touren und Termine im eigenen Gebiet planen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann bzw. in Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu viel Fahrzeit
- Kenntnisse in Wundversorgung, Venen- oder Lympherkrankungen von Vorteil
- Selbstständige Arbeitsweise und gute Zeitorganisation
- Sicheres Auftreten gegenüber Patienten, Ärzten und Krankenkassen
- Bereitschaft zu Vertriebsaufgaben und Zielvereinbarungen
- Sicherer Umgang mit Tablet, Laptop und Dokumentationssoftware
Wo man arbeitet
- Homecare-Unternehmen
- Sanitätshäuser und Hilfsmittelversorger
- Medizintechnik-Hersteller
- Häuslichkeit der Patienten und Pflegeheime
- Arztpraxen und Kliniken als Besuchsorte
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Pflegeausbildung mit Abschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, idealerweise mit einigen Jahren Berufserfahrung. Die Einarbeitung in Geräte und Abläufe erfolgt beim Arbeitgeber über mehrere Wochen, Fortbildungen wie Wundexperte ICW oder Lymphologie sind hilfreich, aber selten Pflicht.
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