Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege
Pflegefachkräfte in der außerklinischen Intensivpflege versorgen schwerkranke Menschen, oft mit Beatmung oder Trachealkanüle, zu Hause, in Wohngemeinschaften oder spezialisierten Einrichtungen. Die Betreuung findet häufig eins zu eins und über lange Schichten statt.
18 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege verdient
3.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.100 bis 5.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.100 € | 3.400 € | 3.800 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 3.800 € | 4.300 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.400 € | 5.000 € | 52.800 € |
Die meisten Anbieter sind private Pflegedienste mit Haustarif oder frei verhandelten Gehältern; nur ein Teil orientiert sich am TVöD oder an kirchlichen Regelungen wie den AVR Caritas oder AVR Diakonie. Das Monatseinkommen hängt stark von Zuschlägen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste ab, die hier nicht eingerechnet sind und das Gehalt spürbar erhöhen können.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Pflegefachkraft in der außerklinischen Intensivpflege?
Sie betreut Menschen, die dauerhaft auf medizinische Überwachung angewiesen sind: Patientinnen und Patienten mit Heimbeatmung, Trachealkanüle, schweren neurologischen Erkrankungen wie ALS oder Querschnittlähmung, Kinder mit angeborenen Erkrankungen oder Menschen nach einem Wachkoma. Die Arbeit findet in der Wohnung der Betroffenen, in Intensivpflege-Wohngemeinschaften oder in spezialisierten Pflegeeinrichtungen statt. Zum Alltag gehört es, Beatmungsgeräte zu überwachen und Parameter zu dokumentieren, Sekret abzusaugen, Trachealkanülen zu pflegen und zu wechseln, Sondennahrung zu verabreichen, Medikamente zu stellen und Vitalwerte zu kontrollieren. Dazu kommen Grundpflege, Lagerung und Mobilisation. In Notfällen, etwa bei einer verlegten Kanüle oder einem Geräteausfall, muss die Fachkraft allein und schnell handeln, bis Hilfe eintrifft. Sie arbeitet eng mit Hausärzten, Atmungstherapeuten, Physiotherapeuten und den Angehörigen zusammen.
Wie wird man Pflegefachkraft in der außerklinischen Intensivpflege?
Voraussetzung ist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz. Ältere Abschlüsse in der Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege werden ebenfalls anerkannt. Für die Arbeit in der Intensivversorgung verlangen die Kostenträger zusätzlich entweder Berufserfahrung in der Intensiv- oder Beatmungspflege oder eine Zusatzqualifikation, etwa einen Basiskurs oder die Weiterbildung zur Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung. Viele Anbieter finanzieren diese Kurse und arbeiten Neueinsteiger über mehrere Wochen ein. Ein Quereinstieg ohne Pflegeausbildung ist als Fachkraft nicht möglich; Pflegehilfskräfte können in manchen Teams unterstützend arbeiten und später die Ausbildung nachholen.
Was der Beruf verlangt
Die Verantwortung ist hoch und liegt oft bei einer einzigen Person. Im Klinikalltag steht ein Team bereit, in einer Privatwohnung ist die Fachkraft während des Dienstes häufig allein mit einem Menschen, dessen Leben von der Technik abhängt. Dienste von zwölf Stunden sind verbreitet, dazu Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste. Lange Phasen ruhiger Überwachung wechseln mit plötzlichen Krisen. Das Arbeiten im Haushalt fremder Menschen verlangt Taktgefühl: Angehörige sind dauerhaft präsent, haben eigene Vorstellungen und stehen selbst unter Druck. Viele Betroffene sind schwerstkrank, Sterben und Abschied gehören dazu. Körperlich belastend sind Lagern und Transfers, oft ohne zweite Person. Wegen des Personalmangels kommt es zu kurzfristigen Einspringanfragen und wechselnden Einsatzorten.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird wegen des medizinischen Fortschritts und der wachsenden Zahl beatmeter Menschen weiter steigen. Fachkräfte finden in nahezu allen Regionen eine Stelle und können Arbeitszeit und Einsatzort oft mitbestimmen. Das Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz hat die Qualitätsanforderungen verschärft, was Qualifizierten zugutekommt. Mögliche Entwicklungswege sind die Weiterbildung zum Atmungstherapeuten, die Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie, die Praxisanleitung, die Wohnbereichs- oder Teamleitung sowie die Pflegedienstleitung. Mit Studium sind Positionen im Qualitätsmanagement oder in der Pflegeberatung möglich.
Aufgaben
- Beatmungsgeräte überwachen, einstellen nach ärztlicher Anordnung und Werte dokumentieren
- Sekret absaugen und Trachealkanülen pflegen und wechseln
- Sondennahrung und Medikamente verabreichen
- Vitalzeichen kontrollieren und Veränderungen ärztlich melden
- Grundpflege, Lagerung und Mobilisation durchführen
- in Notfällen erste Maßnahmen ergreifen und den Rettungsdienst alarmieren
- Angehörige anleiten und in Pflegefragen beraten
- Pflegeplanung und Dokumentation führen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann oder vergleichbarer Pflegeabschluss
- Erfahrung in der Intensiv- oder Beatmungspflege oder entsprechende Zusatzqualifikation
- sicherer Umgang mit Medizintechnik wie Beatmungs- und Absauggeräten
- Ruhe und Entscheidungsfähigkeit in Notfällen, auch ohne Team vor Ort
- Bereitschaft zu Zwölf-Stunden-Diensten, Nacht- und Wochenenddiensten
- körperliche Belastbarkeit für Lagerung und Transfers
- häufig Führerschein für wechselnde Einsatzorte
Wo man arbeitet
- ambulante Intensivpflegedienste
- Intensivpflege-Wohngemeinschaften
- spezialisierte stationäre Pflegeeinrichtungen für Beatmungspatienten
- Haushalte der Betroffenen
- Einrichtungen der Kinderintensivpflege
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann mit staatlicher Prüfung. Danach folgt Berufserfahrung in der Intensivpflege oder ein Basiskurs beziehungsweise eine Weiterbildung zur Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung, die meist einige Wochen bis Monate berufsbegleitend dauert.
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Verwandte Berufe
Atmungstherapeut
Betreut beatmete und atemgeschädigte Patienten: Beatmungseinstellung, Entwöhnung, Sekretmanagement – meist auf der Intensivstation.
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- 6
- Monatsbrutto
- 3.500 – 5.800 €
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- Offene Stellen
- 17
- Monatsbrutto
- 3.100 – 5.400 €
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