Pflegefachkraft Onkologie
Pflegefachkräfte in der Onkologie versorgen Menschen mit Krebserkrankungen während Chemotherapie, Bestrahlung und in der palliativen Phase. Sie verbinden Behandlungspflege mit Symptomkontrolle, Beratung und Begleitung von Patienten und Angehörigen.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft Onkologie verdient
4.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.300 bis 5.400 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.600 € | 3.900 € | 43.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.700 € | 4.100 € | 4.500 € | 49.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.700 € | 5.400 € | 56.400 € |
Die meisten Stellen sind tarifgebunden, vor allem nach TVöD-P (kommunale Kliniken), TV-L bzw. Haustarifen der Unikliniken und den AVR von Caritas und Diakonie; die abgeschlossene Fachweiterbildung bringt dort in der Regel eine höhere Entgeltgruppe. Spürbar mehr ergibt sich durch Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen, die hier nicht enthalten sind, während Praxen und private Träger ohne Tarif teils deutlich darunter zahlen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Pflegefachkraft Onkologie?
Pflegefachkräfte in der Onkologie arbeiten auf Krebsstationen, in onkologischen Tageskliniken, ambulanten Praxen und Palliativeinrichtungen. Zum Alltag gehören Grundpflege, Vitalzeichenkontrolle, das Legen und Pflegen von Portsystemen und zentralen Zugängen sowie die Vorbereitung und Verabreichung von Zytostatika und Begleitmedikamenten nach ärztlicher Anordnung. Weil diese Substanzen gesundheitsschädlich sind, gelten strenge Schutzvorschriften beim Umgang mit Infusionen und Ausscheidungen. Ein großer Teil der Arbeit betrifft die Nebenwirkungen der Therapie: Übelkeit, Mundschleimhautentzündungen, Schmerzen, Erschöpfung und Infektionsgefahr bei geschwächtem Immunsystem. Dazu kommen Wundversorgung bei zerfallenden Tumoren, Ernährungsberatung und die Dokumentation. Pflegekräfte erklären Therapieabläufe, schulen Patienten im Umgang mit Nebenwirkungen und sind oft die ersten Ansprechpartner für Ängste und Fragen. Auch die Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen gehört dazu.
Wie wird man Pflegefachkraft Onkologie?
Grundlage ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann oder ein Pflegestudium mit Berufszulassung. Viele steigen direkt auf einer onkologischen Station ein und lernen dort im Team. Die formale Spezialisierung erfolgt über die Fachweiterbildung Onkologische Pflege, die in der Regel berufsbegleitend zwei Jahre dauert und meist mindestens ein bis zwei Jahre Berufserfahrung voraussetzt. Sie wird nach Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft oder nach Landesrecht angeboten und endet mit einer staatlichen oder staatlich anerkannten Prüfung. Arbeitgeber übernehmen häufig die Kosten, verlangen aber teils eine Bindung an das Haus für einige Jahre. Wer aus einem anderen Pflegebereich kommt, kann über eine Einarbeitung und anschließende Weiterbildung wechseln.
Was der Beruf verlangt
Die fachliche Seite ist anspruchsvoll: Fehler bei Zytostatika oder der Überwachung immungeschwächter Patienten haben schwere Folgen, entsprechend hoch ist die Konzentration, die verlangt wird. Auf Stationen wird im Dreischichtdienst gearbeitet, mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten. In Tageskliniken und Praxen sind die Zeiten regelmäßiger. Körperlich belastend sind Heben, Lagern und lange Wege, auch wenn schwer pflegebedürftige Patienten auf Krebsstationen nicht immer die Mehrheit stellen. Schwerer wiegt oft die seelische Seite: Pflegekräfte begleiten Menschen über Monate, erleben Rückfälle und Todesfälle und müssen mit dem Leid von Angehörigen umgehen. Wer das nicht verarbeiten kann, brennt aus. Supervision und ein stabiles Team helfen, sind aber nicht überall vorhanden. Personalmangel führt vielerorts dazu, dass für Gespräche weniger Zeit bleibt als nötig.
Aussichten
Die Zahl der Krebserkrankungen steigt mit dem Alter der Bevölkerung, gleichzeitig werden Therapien vielfältiger und häufiger ambulant durchgeführt. Fachpflegekräfte werden deshalb in Kliniken, Tageskliniken und onkologischen Schwerpunktpraxen dringend gesucht. Zertifizierte Krebszentren müssen einen Anteil weitergebildeter Pflegekräfte nachweisen, was die Fachweiterbildung zusätzlich aufwertet. Entwicklungswege führen in die Stations- oder Bereichsleitung, in die Palliativpflege, in die Pflegeberatung und Patientenedukation, in Studienassistenz bei klinischen Studien oder über ein Studium in die Pflegepädagogik und Advanced Practice Nursing.
Aufgaben
- Zytostatika und Begleitmedikamente nach Anordnung vorbereiten und verabreichen
- Portsysteme und zentrale Venenkatheter pflegen und anstechen
- Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schleimhautentzündungen und Schmerzen erkennen und lindern
- Vitalzeichen überwachen und auf Infektionszeichen achten
- Patienten und Angehörige zu Therapie, Ernährung und Hygiene beraten
- Tumorwunden versorgen und Verbände wechseln
- Schwerkranke und sterbende Menschen palliativ begleiten
- Pflegemaßnahmen und Therapieverläufe dokumentieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau, Pflegefachmann oder Gesundheits- und Krankenpfleger
- Für die Fachweiterbildung meist ein bis zwei Jahre Berufserfahrung
- Sorgfalt im Umgang mit gefährlichen Medikamenten und Hygienevorschriften
- Psychische Belastbarkeit im Umgang mit schwerer Krankheit und Tod
- Einfühlungsvermögen und Gesprächsführung
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst
- Körperliche Belastbarkeit für Lagern und Mobilisieren
Wo man arbeitet
- Onkologische und hämatologische Stationen in Krankenhäusern
- Onkologische Tageskliniken
- Onkologische Schwerpunktpraxen
- Palliativstationen und Hospize
- Spezialisierte ambulante Palliativversorgung
- Universitätskliniken und Krebszentren
Der Weg in den Beruf
Am Anfang steht die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann mit staatlicher Prüfung. Nach ein bis zwei Jahren Berufserfahrung folgt üblicherweise die meist zweijährige, berufsbegleitende Fachweiterbildung Onkologische Pflege, die mit einer staatlich anerkannten Prüfung abschließt.
Offene Stellen als Pflegefachkraft Onkologie
In der Suche fortsetzenPflegefachkraft (m/w/d) Onkologie
Pflegefachkraft Onkologie (w/m/d)
Pflegefachkraft Onkologie (w/m/d)
Pflegefachkraft (w/m/d) Onkologie
Pflegefachkraft (m/w/d) Onkologie
Pflegefachkraft (m/w/d) Onkologie
Pflegefachkraft Onkologie (m/w/d)
Pflegefachkraft Onkologie (m/w/d)
Passend dazu im Ratgeber
- Werkstudent: Stundengrenze, Sozialversicherung, Vertrag Das Werkstudentenprivileg spart Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherun...
- Pendeln oder umziehen: die Rechnung, die man vorher macht Fahrtzeit, Spritkosten, Verschleiß und Steuervorteil lassen sich vor der Zusage ausrechnen...
- Entgelttransparenz: welches Recht auf Auskunft Sie haben Wer in einem Betrieb mit mehr als 200 Beschäftigten arbeitet, darf erfahren, was die Vergl...