Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte
Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte kümmern sich in Apotheken um Einkauf, Lager, Warenwirtschaft und Abrechnung. Sie beraten zu freiverkäuflichen Produkten wie Kosmetik oder Nahrungsergänzung, geben aber keine apothekenpflichtigen Arzneimittel ab.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte verdient
2.550 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.200 bis 3.400 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.350 € | 2.600 € | 28.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.350 € | 2.550 € | 2.900 € | 30.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.600 € | 2.850 € | 3.400 € | 34.200 € |
In öffentlichen Apotheken richtet sich das Gehalt meist nach dem Gehaltstarifvertrag zwischen ADA und ADEXA, in Nordrhein und Sachsen gelten eigene Tarifverträge; viele Apotheken sind nicht tarifgebunden und zahlen nur knapp darüber. Deutlich mehr ist vor allem im Pharmagroßhandel und in der Industrie oder mit Leitungsaufgaben im Einkauf von Apothekenketten möglich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte?
Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, kurz PKA, halten den kaufmännischen Teil einer Apotheke am Laufen. Sie bestellen Arzneimittel und Medizinprodukte beim Großhandel oder direkt beim Hersteller, nehmen die Lieferungen mehrmals täglich an, prüfen Menge, Charge und Verfallsdatum und buchen alles ins Warenwirtschaftssystem. Sie räumen Kommissionierautomaten und Schubladen ein, sortieren abgelaufene Ware aus, wickeln Retouren und Rückrufe ab und pflegen Preise. Dazu kommen die Vorbereitung der Rezeptabrechnung mit den Krankenkassen, das Bearbeiten von Rechnungen und die Gestaltung von Sichtwahl und Schaufenster. Im Verkaufsraum beraten PKA zu Kosmetik, Pflegeprodukten, Tees oder Nahrungsergänzungsmitteln. Apothekenpflichtige und verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen sie nicht an Kundschaft abgeben, das bleibt Apothekerinnen und PTA vorbehalten. In Krankenhausapotheken, im Pharmagroßhandel oder in der Industrie liegt der Schwerpunkt stärker auf Einkauf, Logistik und Verwaltung.
Wie wird man Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte?
Der Weg führt über eine duale Ausbildung von drei Jahren in einer Apotheke mit Unterricht an der Berufsschule. Gesetzlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten aber einen mittleren Schulabschluss. Inhalte sind Warenwirtschaft, Rechnungswesen, Arzneimittelkunde in Grundzügen, Apothekenrecht und Verkauf. Mit Abitur oder guten Leistungen lässt sich die Ausbildung verkürzen. Ein Quereinstieg ohne Abschluss ist kaum möglich, wohl aber eine Umschulung, etwa für Menschen aus dem Einzelhandel oder der Verwaltung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist genau und wiederholt sich oft. Ein Fehler bei Charge oder Verfallsdatum kann Folgen haben, deshalb ist Sorgfalt wichtiger als Tempo, obwohl beides gefragt ist. Wareneingänge bedeuten Kisten tragen, viel Stehen und Bücken. Apotheken haben lange Öffnungszeiten, Samstagsarbeit ist üblich, Notdienste betreffen PKA seltener als das pharmazeutische Personal. Teilzeit ist verbreitet und gut zu bekommen, was den Beruf nach einer Elternzeit attraktiv macht. Schwer fällt vielen die Bezahlung: Sie liegt nur wenig über dem Mindestlohn, und in kleinen Apotheken gibt es kaum Aufstiegsstufen. Auch die Grenze der eigenen Befugnisse im Kundenkontakt empfinden manche als einschränkend.
Aussichten
Apotheken suchen PKA vielerorts dringend, viele Stellen bleiben lange offen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Apotheken seit Jahren, und Versandhandel sowie das E-Rezept verändern die Abläufe, was Tätigkeiten wie Abrechnung und Bestellung stärker automatisiert. Gefragt bleiben PKA, die Warenwirtschaft, Einkauf und Sortimentsplanung beherrschen. Weiterbildungen etwa zur Handelsfachwirtin, zur Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen oder in Kosmetik und Apothekenmarketing eröffnen Wege in Filialverwaltung, Einkauf von Apothekenketten, Großhandel oder Pharmaindustrie. Wer pharmazeutisch arbeiten möchte, kann eine Ausbildung zur PTA anschließen.
Aufgaben
- Arzneimittel und Medizinprodukte beim Großhandel bestellen
- Lieferungen auf Menge, Charge und Verfallsdatum prüfen und einbuchen
- Lager und Kommissionierautomaten befüllen und Verfallskontrollen durchführen
- Retouren, Rückrufe und Reklamationen abwickeln
- Rezepte für die Abrechnung mit den Krankenkassen vorbereiten
- Kundschaft zu Kosmetik, Pflegeprodukten und Nahrungsergänzung beraten
- Sichtwahl und Schaufenster gestalten
- Preise kalkulieren und Rechnungen bearbeiten
Voraussetzungen
- In der Regel mittlerer Schulabschluss
- Abgeschlossene dreijährige Ausbildung als PKA
- Sorgfalt und Zuverlässigkeit im Umgang mit Zahlen und Daten
- Sicherer Umgang mit Warenwirtschaftssoftware
- Freundliches Auftreten im Kundenkontakt
- Belastbarkeit für Stehen, Tragen und Bücken
Wo man arbeitet
- Öffentliche Apotheken
- Krankenhausapotheken
- Pharmazeutischer Großhandel
- Versandapotheken
- Pharmaindustrie
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung in einer Apotheke mit Berufsschulunterricht, die mit der Abschlussprüfung vor der Apothekerkammer endet. Mit Abitur oder guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich. Umschulungen für Erwachsene werden ebenfalls angeboten.
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