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Gesundheit & Pflege

Physiotherapeut

Behandelt Bewegungs- und Funktionsstörungen mit Bewegungstherapie und manuellen Techniken, in Praxis, Klinik, Reha und beim Hausbesuch.

224 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Physiotherapeut verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.550 € 2.900 € 3.350 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.350 € 3.850 € 40.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.850 € 4.600 € 46.200 €

Orientiert an Entgeltgruppe 7 TVöD, mit Zusatzqualifikation 9a, und an den AVR-Tabellen kirchlicher Kliniken. Privatpraxen sind meist nicht tarifgebunden und liegen im Einstieg deutlich darunter.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Physiotherapeuten behandeln Menschen, deren Bewegungsapparat oder Nervensystem nicht mehr so arbeitet, wie es soll: nach Operationen und Unfällen, bei Rückenschmerzen und Arthrose, nach einem Schlaganfall, bei Kindern mit Entwicklungsverzögerung. Grundlage ist die ärztliche Verordnung, den Befund und den Behandlungsaufbau verantworten sie fachlich selbst. Die Anzeigen auf diesem Portal verteilen sich vor allem auf zwei Ausprägungen. Den größeren Teil stellen ambulante Praxen und Praxisverbünde mit orthopädischem Schwerpunkt, Manueller Therapie und Rehabilitationssport. Daneben stehen neurologische Schwerpunkteinrichtungen, in denen Bobath, Vojta, Gangschule und Spastikbehandlung den Tag bestimmen, sowie Kliniken und Reha-Häuser. Einzelne Stellen sind als fachliche Leitung ausgeschrieben und enthalten zusätzlich Dienstplanung, Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen und Qualitätssicherung.

Der Alltag ist eng getaktet. In der ambulanten Praxis sind Einheiten von zwanzig Minuten die Regel; bei acht bis zehn Terminen hintereinander bleibt für Befund und Dokumentation kaum Luft, und ein Hausbesuch kostet zusätzlich Fahrzeit. Die Arbeit ist körperlich: mobilisieren, lagern, stützen, stundenlang in gebeugter Haltung am Behandlungstisch. Beschwerden im eigenen Rücken und in den Daumengrundgelenken sind in diesem Beruf verbreitet, besonders bei denen, die viel manuell arbeiten. Abendtermine bis 19 oder 20 Uhr gehören in vielen Praxen dazu, in Kliniken kommen Wochenend- und Feiertagsdienste hinzu. Ausfälle im Team werden über die Terminplanung aufgefangen, also über die eigene Taktung.

Über das Einkommen entscheiden weniger die Berufsjahre als die Zertifikate. Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage und die neurophysiologischen Verfahren nach Bobath oder Vojta erlauben höher bewertete Abrechnungspositionen und werden in Stellenanzeigen oft ausdrücklich verlangt; der Sektorale Heilpraktiker erlaubt die Behandlung ohne ärztliche Verordnung. Diese Fortbildungen kosten je nach Umfang einige Hundert bis mehrere Tausend Euro und werden nur teilweise vom Arbeitgeber übernommen.

Aufgaben

  • Befund erheben: Beweglichkeit, Kraft, Schmerz und Gangbild prüfen
  • Behandlungsplan aus der ärztlichen Verordnung ableiten und anpassen
  • Krankengymnastik am Gerät und als Einzelbehandlung durchführen
  • Manuelle Therapie, Massage und Lymphdrainage anwenden
  • Patienten in Eigenübungen, Haltung und Hilfsmittelgebrauch anleiten
  • Nach Operationen und Schlaganfall mobilisieren und Gangschule aufbauen
  • Behandlungsverlauf dokumentieren und an die verordnende Praxis zurückmelden
  • Hausbesuche bei Patienten fahren, die die Praxis nicht erreichen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene dreijährige Ausbildung mit staatlicher Prüfung oder ein Studium der Physiotherapie
  • Zusatzzertifikate wie Manuelle Therapie, Lymphdrainage oder KG-ZNS werden häufig verlangt oder erwartet
  • Körperliche Belastbarkeit: Arbeit im Stehen, Heben, gebeugte Haltung über Stunden
  • Bereitschaft zu Spätterminen, in Kliniken auch zu Wochenend- und Feiertagsdiensten
  • Führerschein für Hausbesuche und Einsätze im Umland
  • Fortlaufende Fortbildung, häufig in eigener Zeit und teils auf eigene Kosten

Wo man arbeitet

  • Ambulante Physiotherapiepraxen und Praxisverbünde
  • Neurologische Therapiezentren und Praxen mit ZNS-Schwerpunkt
  • Akutkrankenhäuser und Universitätskliniken
  • Rehabilitationskliniken und Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation
  • Pflegeheime und Hausbesuche in der eigenen Wohnung der Patienten
  • Sport- und Betriebsgesundheitszentren

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist die dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule für Physiotherapie, die mit einer staatlichen Prüfung endet; Zugang ist in der Regel der mittlere Schulabschluss. An privaten Schulen fällt Schulgeld an, monatlich häufig zwischen 300 und 600 Euro, was über drei Jahre einen erheblichen Betrag ergibt. Parallel gibt es primärqualifizierende Bachelorstudiengänge; die Akademisierung des Berufs ist politisch angestoßen, aber nicht abgeschlossen, und der Schulabschluss bleibt bis auf Weiteres der Regelzugang. Die Zusatzqualifikationen folgen nach dem Examen und dauern jeweils Wochen bis Monate.

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