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Kaufmännische Berufe & Verwaltung

Projektleitung

Projektleiterinnen und Projektleiter planen und steuern zeitlich begrenzte Vorhaben mit festem Budget, verteilen Aufgaben im Team und verantworten, dass ein Projekt rechtzeitig, im Kostenrahmen und in der vereinbarten Qualität abgeschlossen wird.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Projektleitung verdient

5.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.400 bis 8.800 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 4.100 € 5.000 € 49.200 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.300 € 6.600 € 63.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.800 € 8.800 € 81.600 €

Das Gehalt hängt stark von Branche, Unternehmensgröße und Projektvolumen ab: In IT, Beratung und Industrie wird deutlich mehr gezahlt als in Agenturen oder kleinen Betrieben. Tarifgebunden sind Projektleitungen etwa in der Metall- und Elektroindustrie nach den Entgeltrahmenabkommen der IG Metall oder im öffentlichen Dienst nach TVöD bzw. TV-L, meist in den Entgeltgruppen 11 bis 14.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Projektleitung?

Eine Projektleitung führt ein Vorhaben vom Auftrag bis zum Abschluss: die Einführung einer neuen Software in der Verwaltung, den Umzug einer Abteilung, die Entwicklung eines Produkts oder eine Kampagne. Zu Beginn wird mit dem Auftraggeber geklärt, was genau herauskommen soll, bis wann und mit welchem Geld. Daraus entstehen Projektplan, Meilensteine und Budget. Im Alltag besteht die Arbeit zu einem großen Teil aus Abstimmung: Besprechungen leiten, Aufgaben an Teammitglieder und externe Dienstleister verteilen, Fortschritte nachhalten, Protokolle und Statusberichte schreiben. Kosten werden laufend mit dem Plan verglichen, Risiken erfasst und Gegenmaßnahmen vorbereitet. Wenn sich Anforderungen ändern oder Termine platzen, muss die Projektleitung neu planen und das gegenüber Vorgesetzten und Kunden vertreten. Fachlich selbst mitzuarbeiten gehört je nach Projektgröße dazu oder fällt weitgehend weg. Disziplinarische Weisungsbefugnis über das Team besteht oft nicht, die Projektleitung muss also ohne formale Macht führen.

Wie wird man Projektleitung?

Eine eigene Ausbildung zur Projektleitung gibt es nicht. Die meisten kommen über einen Fachberuf oder ein Studium in die Rolle, etwa nach einer kaufmännischen Ausbildung, einem Studium der Betriebswirtschaft, des Wirtschaftsingenieurwesens oder der Informatik. Üblich ist, zunächst einige Jahre in Projekten mitzuarbeiten, dann Teilprojekte zu übernehmen und schließlich die Gesamtleitung. Zertifikate wie PRINCE2, IPMA (über die GPM), PMP oder Scrum-Zertifizierungen werden in Stellenanzeigen häufig verlangt und lassen sich berufsbegleitend erwerben. Für Quereinsteiger mit Berufserfahrung und Organisationstalent ist der Weg offen, ein Zertifikat allein ersetzt die Praxis aber nicht. Daneben gibt es Weiterbildungen wie den geprüften Projektmanager bei IHKs und Studiengänge im Projektmanagement.

Was der Beruf verlangt

Die Rolle bündelt Verantwortung, ohne immer die nötigen Mittel mitzuliefern. Termin- und Kostendruck sind ständige Begleiter, und wenn ein Projekt scheitert, wird das zuerst der Leitung angelastet. Die Arbeitszeit ist offiziell meist regulär, vor Meilensteinen und Abnahmen fallen aber regelmäßig Überstunden an. Ein großer Teil des Tages vergeht in Besprechungen und Videokonferenzen, für konzentriertes Arbeiten bleibt wenig Zeit. Wer gern selbst fachlich gestaltet, empfindet die vielen Abstimmungen oft als zermürbend. Nötig sind Durchsetzungsvermögen, die Fähigkeit, Konflikte offen anzusprechen, und eine gewisse Gelassenheit gegenüber Unsicherheit. Bei Kundenprojekten kommen Dienstreisen hinzu.

Aussichten

Projektleitungen werden in nahezu allen Branchen gesucht, besonders in IT, Industrie, Bau, Beratung und zunehmend im öffentlichen Dienst durch Digitalisierungsvorhaben. Die Nachfrage ist stabil, wobei Unternehmen meist Erfahrung und Fachkenntnis in ihrem Bereich erwarten. Mit wachsender Erfahrung führt der Weg zur Leitung größerer Projekte, zum Programm- oder Portfoliomanagement, in ein Projektmanagement-Office oder in Linienführungspositionen. Auch eine Tätigkeit als freiberufliche Projektleitung oder Interimsmanager ist verbreitet, bringt aber unsicherere Auftragslagen mit sich.

Aufgaben

  • Projektziele, Umfang und Budget mit dem Auftraggeber festlegen
  • Projektpläne mit Meilensteinen und Ressourcen erstellen
  • Aufgaben im Team und an externe Dienstleister verteilen
  • Projektbesprechungen leiten und Protokolle führen
  • Kosten, Termine und Fortschritt überwachen
  • Risiken erkennen und Gegenmaßnahmen planen
  • Statusberichte für Geschäftsführung oder Lenkungsausschuss schreiben
  • Änderungswünsche bewerten und Konflikte im Team klären

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Berufsausbildung oder Studium, oft im kaufmännischen, technischen oder IT-Bereich
  • Mehrjährige Berufserfahrung, idealerweise in Projekten
  • Projektmanagement-Zertifikat wie PRINCE2, IPMA, PMP oder Scrum häufig erwünscht
  • Sicherer Umgang mit Planungswerkzeugen wie MS Project, Jira oder vergleichbarer Software
  • Kommunikationsstärke, Durchsetzungsvermögen und Belastbarkeit unter Termindruck
  • Gute Englischkenntnisse in international tätigen Unternehmen

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Produktionsunternehmen
  • IT-Unternehmen und Softwarehäuser
  • Unternehmensberatungen
  • Behörden und öffentliche Verwaltung
  • Bau- und Ingenieurbüros
  • Agenturen und Dienstleistungsunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung oder ein drei- bis fünfjähriges Studium, gefolgt von einigen Jahren Projektmitarbeit. Ergänzend werden berufsbegleitende Zertifikate wie PRINCE2, IPMA oder PMP erworben, die je nach Stufe wenige Tage bis mehrere Monate Vorbereitung erfordern.

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