Psychologin / Psychologe
Psychologinnen und Psychologen untersuchen, wie Menschen denken, fühlen und handeln, und wenden dieses Wissen in Diagnostik, Beratung, Begutachtung und Forschung an. Sie arbeiten in Kliniken, Beratungsstellen, Behörden, Unternehmen und an Gerichten.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Psychologin / Psychologe verdient
5.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.800 bis 8.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.500 € | 5.100 € | 54.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.500 € | 5.300 € | 6.200 € | 63.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.500 € | 6.500 € | 8.500 € | 78.000 € |
Im öffentlichen Dienst werden Psychologinnen mit Master meist nach TVöD oder TV-L in Entgeltgruppe 13 bezahlt, bei kirchlichen Trägern nach AVR Caritas oder Diakonie, manche Beratungsträger gruppieren aber niedriger ein. In der Privatwirtschaft, etwa in Personalberatung, und bei selbstständigen Gutachtern wird frei verhandelt, was die Spanne nach oben deutlich weitet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Psychologin oder ein Psychologe?
Der Kern der Arbeit ist Diagnostik und Beratung auf wissenschaftlicher Grundlage. In einer Erziehungs- oder Familienberatungsstelle führen Psychologinnen Gespräche mit Eltern und Jugendlichen, klären Konflikte und vermitteln weitere Hilfen. In der Rechtspsychologie erstellen sie Gutachten für Familien- und Strafgerichte, etwa zu Sorgerecht, Glaubhaftigkeit von Aussagen oder Rückfallrisiko. In der Verkehrspsychologie führen sie medizinisch-psychologische Untersuchungen durch. In Kliniken übernehmen sie Testdiagnostik, Gruppenangebote und Kriseninterventionen, in Unternehmen Personalauswahl, Eignungsdiagnostik und Organisationsentwicklung. Ein großer Teil des Tages besteht aus Dokumentation: Berichte, Testauswertungen, Stellungnahmen und Gutachten müssen methodisch sauber und nachvollziehbar sein.
Wie wird man Psychologin oder Psychologe?
Üblich ist ein Bachelor- und ein anschließender Masterstudiengang in Psychologie, zusammen etwa fünf Jahre. Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich nicht geschützt, Arbeitgeber und Gerichte erwarten aber in aller Regel einen Masterabschluss. Der Studienplatz ist schwer zu bekommen, viele Hochschulen vergeben ihn nach Abiturnote, und das Studium ist stark von Statistik und Forschungsmethoden geprägt. Wer Psychotherapie ausüben will, braucht eine Approbation, die heute über einen eigenen Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie mit anschließender Weiterbildung erworben wird. Für Gerichtsgutachten oder Verkehrspsychologie sind zusätzliche Fachqualifikationen üblich oder vorgeschrieben. Ein Quereinstieg ohne Psychologiestudium ist praktisch nicht möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist geistig und emotional fordernd. Gespräche mit Menschen in Krisen, Berichte über Gewalt, Missbrauch oder Sucht und Situationen, in denen Klienten wütend oder verzweifelt sind, gehören in vielen Arbeitsfeldern zum Alltag. In der Begutachtung kommt Verantwortung hinzu: Ein Gutachten kann darüber mitentscheiden, bei wem ein Kind lebt oder ob jemand seinen Führerschein zurückbekommt. Die Arbeitszeiten sind meist regelmäßig, in Kliniken und im Krisendienst fallen aber auch Spät- und Bereitschaftsdienste an. Viele Einstiegsstellen bei Beratungsträgern sind befristet oder in Teilzeit ausgeschrieben und an Projektmittel gebunden. Wer selbstständig arbeitet, trägt das unternehmerische Risiko und muss sich Aufträge selbst beschaffen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis steigend, besonders in der Kinder- und Jugendhilfe, im Justizvollzug, in der Rechtspsychologie, in Schulen und im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Gleichzeitig verlassen viele Absolventinnen die Hochschulen, sodass begehrte Stellen in Großstädten umkämpft sind, während ländliche Regionen und der öffentliche Dienst oft Bewerber suchen. Entwicklungswege führen über Fachpsychologen-Titel, etwa in Rechts- oder Verkehrspsychologie, zur Leitung einer Beratungsstelle oder eines psychologischen Dienstes, in die Selbstständigkeit als Gutachterin oder Coach oder über die Approbation in die Psychotherapie.
Aufgaben
- Psychologische Tests durchführen und auswerten
- Beratungsgespräche mit Einzelnen, Paaren oder Familien führen
- Gutachten für Gerichte, Behörden oder Versicherungen erstellen
- Eignungsdiagnostik und Personalauswahl begleiten
- Krisengespräche führen und weitere Hilfen vermitteln
- Fälle dokumentieren und Berichte schreiben
- Mit Jugendämtern, Ärzten, Schulen und Gerichten zusammenarbeiten
- Präventions- und Gruppenangebote planen und leiten
Voraussetzungen
- Masterabschluss in Psychologie (oder Diplom)
- Sicherer Umgang mit Statistik und diagnostischen Verfahren
- Gesprächsführung und Fähigkeit, sich abzugrenzen
- Präzises schriftliches Ausdrucksvermögen für Berichte und Gutachten
- Erweitertes Führungszeugnis bei Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
- Je nach Feld Zusatzqualifikation, etwa Fachpsychologe für Rechtspsychologie oder Approbation
Wo man arbeitet
- Beratungsstellen freier und öffentlicher Träger
- Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen
- Justizvollzug, Gerichte und Gutachterbüros
- Begutachtungsstellen für Fahreignung
- Personalabteilungen und Beratungsunternehmen
- Schulpsychologische Dienste und Hochschulen
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg ist ein Bachelorstudium Psychologie mit drei Jahren und ein Master mit zwei Jahren, also rund fünf Jahre bis zum Abschluss Master of Science. Für Psychotherapie, Rechts- oder Verkehrspsychologie folgen mehrjährige Weiterbildungen oder Fachqualifikationen.
Offene Stellen als Psychologin / Psychologe
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