Quereinsteiger als Verlesekraft
Verlesekräfte sortieren am Förderband oder Packtisch Lebensmittel und andere Produkte von Hand und entfernen beschädigte, verdorbene oder falsche Stücke. Der Einstieg gelingt ohne Ausbildung nach kurzer Einarbeitung.
11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Quereinsteiger als Verlesekraft verdient
2.450 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.200 bis 3.100 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.300 € | 2.500 € | 27.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.250 € | 2.450 € | 2.700 € | 29.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.400 € | 2.700 € | 3.100 € | 32.400 € |
Das Gehalt liegt oft am gesetzlichen Mindestlohn und hängt vor allem davon ab, ob der Betrieb an einen Tarifvertrag der Ernährungsindustrie mit der NGG gebunden ist oder ob über Zeitarbeit nach den Tarifverträgen der Zeitarbeit (GVP und DGB) bezahlt wird. Schicht-, Nacht- und Kältezulagen können das Monatsbrutto spürbar erhöhen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Verlesekraft?
Verlesekräfte stehen an einem Förderband, einem Sortiertisch oder einer Packlinie und prüfen Ware mit Augen und Händen. Meist geht es um Lebensmittel: Kartoffeln, Möhren, Äpfel, Salat, Pilze, Beeren, Kräuter, Nüsse oder Tiefkühlgemüse. Sie nehmen faule, angeschlagene, zu kleine oder verfärbte Stücke heraus, entfernen Steine, Erdklumpen, Blätter und Fremdkörper und sortieren nach Größe oder Güteklasse. Je nach Betrieb kommen weitere Handgriffe dazu: Ware abwiegen, in Schalen oder Netze füllen, Kisten wechseln, Etiketten prüfen, den Arbeitsplatz reinigen. Verlesen gibt es auch außerhalb der Lebensmittelbranche, etwa in Recyclinganlagen, wo Wertstoffe von Hand getrennt werden, oder in der Industrie bei der Sichtkontrolle von Kleinteilen. Die Arbeit ist gleichförmig: Über Stunden wiederholen sich dieselben Bewegungen im Takt des Bandes.
Wie wird man Verlesekraft?
Eine Ausbildung gibt es für diese Tätigkeit nicht. Es handelt sich um eine Helferstelle, die sich für Menschen ohne Berufsabschluss, für Umsteiger aus anderen Branchen und für den Wiedereinstieg eignet. Die Einarbeitung dauert wenige Tage, oft nur Stunden. Für die Arbeit mit Lebensmitteln ist eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz nötig, die das Gesundheitsamt oder der Arbeitgeber vor dem ersten Arbeitstag durchführt. Dazu kommt eine Hygieneschulung im Betrieb. Viele Stellen werden über Zeitarbeitsfirmen besetzt, häufig saisonal zur Erntezeit oder vor Feiertagen. Grundkenntnisse in Deutsch helfen, um Hygieneregeln und Anweisungen zu verstehen, sind aber nicht überall Bedingung.
Was der Beruf verlangt
Die Tätigkeit ist körperlich anstrengender, als sie aussieht. Gearbeitet wird fast immer im Stehen, oft in gekühlten Hallen bei wenigen Grad über null, in Feuchtigkeit und Lärm. Rücken, Schultern, Handgelenke und Beine werden einseitig belastet. Schutzkleidung, Haarnetz, Handschuhe und ein Schmuckverbot gehören zum Alltag. Das Band gibt das Tempo vor, Pausen sind fest geregelt. Wer schnell ermüdet oder Monotonie schlecht verträgt, empfindet die Arbeit als zermürbend, denn trotz Routine muss die Aufmerksamkeit hoch bleiben, damit keine schlechte Ware durchrutscht. Viele Betriebe arbeiten im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, in der Saison auch samstags. Verträge sind häufig befristet, die Bezahlung liegt nahe am gesetzlichen Mindestlohn.
Aussichten
Kräfte zum Verlesen werden laufend gesucht, besonders in der Obst- und Gemüseverarbeitung und zur Erntezeit. Gleichzeitig übernehmen optische Sortiermaschinen einen wachsenden Teil der Arbeit, sodass Menschen zunehmend die Nachkontrolle hinter der Maschine übernehmen. Feste, unbefristete Stellen gibt es eher in größeren Verarbeitungsbetrieben. Wer sich bewährt, kann zur Vorarbeiterin oder zum Linienführer aufsteigen, Maschinen bedienen oder in die Qualitätskontrolle wechseln. Mit Berufserfahrung ist der Weg zu einem Abschluss als Fachkraft für Lebensmitteltechnik oder Maschinen- und Anlagenführer offen, auch über eine Externenprüfung oder eine verkürzte Ausbildung. Ein Staplerschein erleichtert den Wechsel ins Lager.
Aufgaben
- Ware am Förderband auf Fäulnis, Druckstellen und Fremdkörper prüfen
- beschädigte oder verdorbene Stücke aussortieren
- Produkte nach Größe, Farbe oder Güteklasse sortieren
- Ware abwiegen und in Schalen, Netze oder Kisten füllen
- Etiketten und Verpackungen kontrollieren
- volle Kisten wechseln und Abfall entsorgen
- Arbeitsplatz und Band nach Hygieneplan reinigen
Voraussetzungen
- kein Berufsabschluss erforderlich
- Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz bei Arbeit mit Lebensmitteln
- Ausdauer für langes Stehen und Arbeiten in Kälte und Feuchtigkeit
- gutes Sehvermögen und Sorgfalt
- Bereitschaft zu Schichtarbeit
- Einhaltung strenger Hygieneregeln
Wo man arbeitet
- Obst- und Gemüseverarbeitungsbetriebe
- Kartoffel- und Gemüsepackbetriebe
- Tiefkühlkost- und Lebensmittelhersteller
- landwirtschaftliche Erzeugergemeinschaften
- Recycling- und Sortieranlagen
- Zeitarbeitsfirmen
Der Weg in den Beruf
Eine formale Ausbildung ist nicht vorgesehen, der Einstieg erfolgt nach einer Einarbeitung von wenigen Tagen. Für Lebensmittelbetriebe ist vor Arbeitsbeginn die Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz nötig. Wer später einen Abschluss möchte, kann eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik anschließen.
Offene Stellen als Quereinsteiger als Verlesekraft
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