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Technik & Ingenieurwesen

Radio und Fernsehtechniker Defence

Radio- und Fernsehtechniker im Bereich Defence prüfen, warten und reparieren militärische Funk-, Kommunikations- und Übertragungstechnik, etwa Fahrzeugfunkgeräte, Antennenanlagen und Sende- und Empfangssysteme. Sie arbeiten bei Rüstungsunternehmen, Instandsetzungsbetrieben oder im zivilen Dienst der Bundeswehr.

46 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Radio und Fernsehtechniker Defence verdient

4.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.000 bis 5.600 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.100 € 4.700 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 4.900 € 5.600 € 58.800 €

Große Rüstungsunternehmen zahlen meist nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (ERA, IG Metall), im zivilen Dienst der Bundeswehr gilt der TVöD Bund, kleinere Instandsetzungsbetriebe ohne Tarifbindung liegen oft darunter. Außendienst, Reisetätigkeit und Auslandseinsätze bringen zusätzliche Zulagen, die hier nicht enthalten sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Radio- und Fernsehtechniker Defence?

Die Berufsbezeichnung stammt aus dem alten Handwerksberuf, gemeint ist heute aber vor allem Funk- und Kommunikationstechnik für Streitkräfte. Im Mittelpunkt stehen Funkgeräte für Fahrzeuge und Soldaten, Antennen, Verschlüsselungsgeräte, Richtfunk- und Satellitenterminals sowie Bild- und Videoübertragung. Die Fachkräfte nehmen defekte Geräte an, suchen mit Oszilloskop, Spektrumanalysator und Funkmessplatz nach Fehlern, tauschen Baugruppen, löten Bauteile nach und gleichen Sender und Empfänger ab. Neue Systeme werden in Fahrzeuge, Container oder Schiffe eingerüstet, verkabelt und in Betrieb genommen. Ein großer Teil der Arbeit ist Prüfen nach Vorschrift: Jeder Arbeitsschritt wird dokumentiert, Prüfprotokolle werden erstellt, Software und Firmware werden aufgespielt. Je nach Arbeitgeber gehört auch Unterstützung der Truppe vor Ort dazu, etwa auf Übungsplätzen oder in Kasernen.

Wie wird man Radio- und Fernsehtechniker Defence?

Eine eigene Ausbildung mit diesem Namen gibt es nicht mehr. Der übliche Weg ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung als Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik im Handwerk oder als Elektroniker für Geräte und Systeme in der Industrie. Auch Kommunikationselektroniker, Mechatroniker oder Elektroniker anderer Fachrichtungen finden mit Einarbeitung einen Zugang. Ehemalige Soldaten mit Fernmelde- oder Elektronikverwendung sind bei Arbeitgebern gefragt, weil sie die Geräte und Abläufe bereits kennen. Systemspezifische Schulungen erfolgen meist beim Hersteller. Mit einer Weiterbildung zum Techniker oder Meister ist der Aufstieg in Prüffeld, Projektleitung oder Ausbildung möglich.

Was der Beruf verlangt

Fast alle Stellen setzen eine Sicherheitsüberprüfung voraus, oft mit Anforderungen an Staatsangehörigkeit und Lebenslauf. Die Überprüfung dauert teils Monate und betrifft auch das private Umfeld. Die Arbeit ist genau und vorschriftengebunden, Abweichungen von Prüfanweisungen sind nicht vorgesehen. Wer im Außendienst arbeitet, ist häufig auf Reisen, übernachtet in Unterkünften auf Truppenübungsplätzen und arbeitet bei Kälte, Nässe und in engen Fahrzeugen. Einsätze im Ausland sind bei manchen Arbeitgebern möglich. Termindruck entsteht, wenn Geräte für Übungen oder Auslieferungen fertig sein müssen. Hinzu kommt eine persönliche Frage: Die Tätigkeit dient der Rüstung, und nicht jeder kann oder möchte das mit sich vereinbaren. Gute Englischkenntnisse sind wegen Dokumentation und NATO-Standards hilfreich.

Aussichten

Die Nachfrage ist seit 2022 deutlich gestiegen. Die Bundeswehr modernisiert ihre Kommunikationstechnik umfassend, viele Fahrzeuge werden mit digitalem Funk ausgestattet, und Rüstungsunternehmen sowie Instandsetzungsbetriebe stellen ein. Gleichzeitig fehlen Elektronikfachkräfte allgemein, was die Position von Bewerbern stärkt. Wie lange die Auftragslage anhält, hängt von politischen Entscheidungen und Haushalten ab. Entwicklungswege führen in die Systemprüfung, in den technischen Kundendienst, in Schulung und Ausbildung, in die Qualitätssicherung oder über eine Techniker- oder Meisterprüfung in Führungsaufgaben.

Aufgaben

  • Fehler an Funkgeräten, Antennen und Übertragungssystemen mit Messgeräten eingrenzen
  • Baugruppen tauschen und Bauteile auf Platinen nachlöten
  • Sender und Empfänger am Funkmessplatz abgleichen und prüfen
  • Kommunikationsanlagen in Fahrzeuge, Container oder Schiffe einbauen und verkabeln
  • Software und Firmware aufspielen und Systeme in Betrieb nehmen
  • Prüfprotokolle und Instandsetzungsberichte nach Vorschrift erstellen
  • Truppe bei Übungen oder in Kasernen technisch unterstützen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem Elektronikberuf, etwa Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik oder für Geräte und Systeme
  • Erfolgreiche Sicherheitsüberprüfung, häufig mit deutscher Staatsangehörigkeit
  • Sicherer Umgang mit Messtechnik wie Oszilloskop und Spektrumanalysator
  • Sorgfalt und Bereitschaft, streng nach Prüfvorschriften zu arbeiten
  • Reisebereitschaft und Führerschein Klasse B, je nach Stelle
  • Technisches Englisch für Dokumentationen

Wo man arbeitet

  • Rüstungs- und Elektronikunternehmen
  • Instandsetzungsbetriebe für militärisches Gerät
  • Ziviler Dienst der Bundeswehr
  • Werkstätten und Prüffelder von Herstellern für Funktechnik
  • Außendienst auf Truppenübungsplätzen und in Kasernen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung als Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik oder als Elektroniker für Geräte und Systeme mit Abschluss vor der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer. Die Einarbeitung in militärische Systeme erfolgt danach durch Herstellerschulungen, ehemalige Soldaten mit Fernmeldeerfahrung steigen oft direkt ein.

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