Rechtsanwalt
Vertritt und berät Mandanten als unabhängiges Organ der Rechtspflege – zugelassen, kammerpflichtig und zur Verschwiegenheit verpflichtet.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Rechtsanwalt verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.800 € | 7.000 € | 57.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.500 € | 7.000 € | 11.000 € | 84.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.000 € | 11.000 € | 20.000 € | 132.000 € |
Die Spannen sind extrem weit. Großkanzleien zahlen zum Einstieg ein Mehrfaches kleiner Kanzleien; in eigener Praxis ist das Einkommen Gewinn nach Kosten und in den ersten Jahren oft niedrig. Die Werte sind Monatsäquivalente.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Der Rechtsanwalt ist zugelassenes Organ der Rechtspflege. Die Zulassung erteilt die Rechtsanwaltskammer, und mit ihr kommen Pflichten, die kein anderer Beratungsberuf kennt: Verschwiegenheit mit strafrechtlicher Absicherung, das Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen, eine vorgeschriebene Berufshaftpflichtversicherung und die Bindung an das Vergütungsrecht.
Der Alltag hängt vollständig vom Rechtsgebiet ab. Arbeitsrecht heißt Kündigungsschutzklagen und Aufhebungsverträge mit einer Drei-Wochen-Frist im Rücken. Familienrecht heißt Trennung, Unterhalt, Sorgerecht – hohe emotionale Belastung. Wirtschaftsrecht heißt Verträge, Transaktionen und Gremienberatung, meist ohne Gerichtssaal. Strafrecht heißt Akteneinsicht, Hauptverhandlung und Termine, die sich nicht verschieben lassen.
Wirtschaftlich zerfällt der Beruf in zwei Welten. In Großkanzleien entscheidet die Examensnote über den Einstieg, die Bezahlung liegt weit über dem Durchschnitt, dafür sind Arbeitszeiten und Erwartungen entsprechend. In Einzel- und kleinen Kanzleien lebt man von Mandaten, die selbst gewonnen werden müssen, und rechnet nach dem Vergütungsgesetz ab – bei kleinen Streitwerten ein enges Geschäft. Die Fachanwaltschaft ist der wirksamste Weg, sich abzugrenzen.
Aufgaben
- Mandanten rechtlich beraten und Strategien entwickeln
- Schriftsätze verfassen und Klagen einreichen
- Vor Gericht auftreten und verhandeln
- Verträge gestalten und prüfen
- Außergerichtliche Einigungen verhandeln
- Akten führen und Fristen überwachen
- Nach dem Vergütungsrecht abrechnen
Voraussetzungen
- Zwei juristische Staatsexamen und Zulassung durch die Rechtsanwaltskammer
- Berufshaftpflichtversicherung
- Sichere Kenntnisse im gewählten Rechtsgebiet
- Verhandlungsfähigkeit und Belastbarkeit
- Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verständlich darzustellen
- Fortbildungspflicht, verstärkt bei Fachanwaltschaft
Wo man arbeitet
- Einzel- und mittelständische Kanzleien
- Wirtschafts- und Großkanzleien
- Rechtsabteilungen als Syndikusrechtsanwalt
- Verbände und Kammern
- Rechtsschutzversicherer und Inkassounternehmen
Der Weg in den Beruf
Studium der Rechtswissenschaft mit erster juristischer Prüfung, zweijähriges Referendariat und zweites Staatsexamen, danach der Antrag auf Zulassung bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer. Wer sich spezialisieren will, erwirbt eine Fachanwaltschaft: dafür sind ein Fachlehrgang, eine vorgeschriebene Zahl bearbeiteter Fälle und laufende Fortbildung nachzuweisen. Die Zulassung als Syndikusrechtsanwalt ermöglicht die Tätigkeit im Unternehmen mit Anbindung an das Versorgungswerk.
Offene Stellen als Rechtsanwalt
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Zwei Staatsexamen, damit die Befähigung zum Richteramt – und damit der Zugang zu Anwaltschaft, Justiz, Verwaltung und Unternehmen.
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