Sachbearbeiter Notariat
Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter im Notariat bereiten Beurkundungen vor, entwerfen Urkunden nach Vorgabe des Notars und wickeln Grundstückskäufe, Gesellschaftsgründungen und Erbfälle nach der Beurkundung mit Grundbuchamt, Registergericht und Behörden ab.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sachbearbeiter Notariat verdient
3.700 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.500 bis 5.600 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.400 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.700 € | 4.400 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.700 € | 5.600 € | 56.400 € |
Einen flächendeckenden Tarifvertrag gibt es nicht, die Gehälter werden frei verhandelt; einzelne Notarkammern und Notarkassen veröffentlichen Gehaltsempfehlungen. Am stärksten wirken die Notariatsform, denn im hauptberuflichen Notariat etwa in Bayern, im Rheinland oder in Hamburg wird meist besser bezahlt als im Anwaltsnotariat, sowie die Region und ein Abschluss als Notarfachwirt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sachbearbeiter im Notariat?
Im Notariat landen Vorgänge, die eine notarielle Form brauchen: Grundstückskaufverträge, Grundschulden, Testamente, Erbverträge, Eheverträge, Vollmachten, Gründungen und Änderungen bei GmbHs. Die Sachbearbeitung nimmt die Angaben der Beteiligten auf, holt Grundbuchauszüge und Registerdaten ein und entwirft auf dieser Grundlage die Urkunde nach den Mustern und Anweisungen des Notars. Nach der Beurkundung beginnt der größere Teil der Arbeit, der Vollzug: Anträge beim Grundbuchamt stellen, Vorkaufsrechtsverzichte der Gemeinde einholen, Unbedenklichkeitsbescheinigungen vom Finanzamt anfordern, Löschungsbewilligungen von Banken beschaffen, Fälligkeitsmitteilungen an Käufer schicken und Anmeldungen elektronisch ans Handelsregister übermitteln. Dazu kommen die Kostenberechnung nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz, die Führung der Urkundenrolle und gegebenenfalls die Abwicklung von Notaranderkonten. Viel Zeit geht in Telefonate und E-Mails mit Mandanten, Maklern, Banken und Gerichten.
Wie wird man Sachbearbeiter im Notariat?
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Notarfachangestellten oder, in Ländern mit Anwaltsnotariat, zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Ausgebildet wird im Notariat, begleitet von Berufsschule. Die Bezeichnung Sachbearbeiter ist kein eigener Abschluss, sondern beschreibt eine Stelle, auf der Fachangestellte nach einigen Jahren eigenständig Akten führen. Wer weiterkommen will, legt die Fortbildungsprüfung zum Notarfachwirt ab. Quereinsteiger aus Bank, Immobilienverwaltung oder Grundbuchamt werden wegen des Fachkräftemangels zunehmend eingearbeitet, brauchen aber Zeit, bis sie Kaufverträge oder Registersachen selbstständig bearbeiten können.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist fast vollständig Schreibtischarbeit mit festen Bürozeiten, Schichtdienst gibt es nicht. Belastend ist die Verantwortung: Ein falsches Flurstück, eine vergessene Frist oder eine fehlerhafte Auszahlung vom Anderkonto kann teure Folgen haben, und Fehler fallen oft erst Monate später auf. Viele Akten laufen parallel, Beurkundungstermine sind eng getaktet, und Mandanten, Makler und Banken drängen auf schnellen Vollzug. Gefragt sind Genauigkeit, Geduld mit Formularen und Behörden, ein gutes Verständnis für Grundbuch- und Gesellschaftsrecht und ein sicherer Umgang mit Fachsoftware und elektronischem Rechtsverkehr. Gegenüber Mandanten ist Verschwiegenheit Pflicht, auch in Erb- und Familiensachen, die emotional aufgeladen sein können.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Notariate suchen seit Jahren erfahrene Fachkräfte, viele Stellen bleiben lange offen, und die Zahl der Auszubildenden reicht nicht aus. Die Auftragslage hängt allerdings vom Immobilienmarkt ab: Wenn weniger Grundstücke verkauft werden, sinkt das Volumen, die Personalnot bleibt trotzdem. Die Digitalisierung verändert den Alltag, etwa durch das elektronische Urkundenarchiv und Online-Gründungen von Gesellschaften, ersetzt die Sachbearbeitung aber nicht. Entwicklungswege führen über den Notarfachwirt zur Bürovorsteherin, zur Spezialisierung auf Gesellschaftsrecht oder Immobilienvollzug oder in Stellen bei Notarkammern, Banken und Immobilienunternehmen. Ein Studium der Rechtswissenschaft ist nötig, wer selbst Notar werden will.
Aufgaben
- Urkundsentwürfe für Kaufverträge, Grundschulden und Gesellschaftsverträge vorbereiten
- Grundbuchauszüge und Handelsregisterdaten einsehen und prüfen
- Anträge beim Grundbuchamt und Registergericht elektronisch einreichen
- Vorkaufsrechtsverzichte, Genehmigungen und Löschungsbewilligungen einholen
- Fälligkeitsmitteilungen an Käufer verschicken und Fristen überwachen
- Notarkosten nach dem GNotKG berechnen und Rechnungen erstellen
- Urkundenrolle führen und Urkunden im elektronischen Archiv erfassen
- Termine mit Mandanten, Maklern und Banken abstimmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Notarfachangestellte oder Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte
- Kenntnisse im Grundbuch-, Erb- und Gesellschaftsrecht sowie im Notarkostenrecht
- Sehr genaue und strukturierte Arbeitsweise
- Sicherer Umgang mit Notarsoftware und elektronischem Rechtsverkehr
- Gutes schriftliches Deutsch
- Verschwiegenheit und Verantwortungsbewusstsein
Wo man arbeitet
- Notariate im hauptberuflichen Notariat
- Kanzleien von Anwaltsnotaren
- Notarkammern und Notarkassen
- Rechts- und Immobilienabteilungen von Banken
- Immobilien- und Projektentwicklungsunternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Notarfachangestellten oder zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten mit Abschlussprüfung vor der Notar- beziehungsweise Rechtsanwaltskammer. Nach einigen Jahren Berufserfahrung folgt die eigenständige Sachbearbeitung, oft ergänzt durch die berufsbegleitende Fortbildung zum Notarfachwirt.
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