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Handwerk & Produktion

Sandstrahler

Sandstrahler reinigen und entrosten Oberflächen aus Stahl, Beton, Stein oder Holz mit Strahlmitteln unter hohem Druck und bereiten sie so für Beschichtung, Sanierung oder Weiterverarbeitung vor. Die Arbeit ist körperlich schwer und findet in voller Schutzausrüstung statt.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Sandstrahler verdient

3.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 4.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.600 € 2.900 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.700 € 3.000 € 3.400 € 36.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.100 € 3.500 € 4.000 € 42.000 €

Das Gehalt hängt stark davon ab, ob eine Fachausbildung und Korrosionsschutz-Nachweise vorliegen und welcher Tarif gilt, je nach Betrieb etwa der Rahmentarifvertrag im Maler- und Lackiererhandwerk oder die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie. Auf Montage kommen Auslöse, Schmutz- und Erschwerniszulagen hinzu, die das tatsächliche Einkommen deutlich erhöhen können.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Sandstrahler?

Sandstrahler entfernen Rost, Zunder, alte Farbschichten, Verschmutzungen und Graffiti von Oberflächen. Dazu wird ein Strahlmittel mit Druckluft oder Wasser auf das Werkstück geschleudert. Der Name ist historisch: Quarzsand ist wegen der Gefahr einer Staublunge in Deutschland praktisch nicht mehr erlaubt, heute werden Korund, Stahlkies, Glasperlen, Schlacke, Granulate oder Trockeneis verwendet. Gestrahlt werden Stahlträger, Brücken, Schiffsrümpfe, Tanks, Maschinenteile, Fassaden und Betonflächen.

Zum Alltag gehören das Aufbauen der Strahlanlage, das Einstellen von Druck und Düse, das Abkleben und Abdecken von Flächen, die nicht behandelt werden sollen, und das eigentliche Strahlen. Danach wird geprüft, ob der geforderte Reinheitsgrad und die Rauheit erreicht sind, etwa mit Vergleichsmustern und Messgeräten. Verbrauchtes Strahlmittel und abgetragenes Material werden aufgesaugt, getrennt und entsorgt. In vielen Betrieben tragen Sandstrahler anschließend auch Grundierung oder Korrosionsschutz auf. Gearbeitet wird entweder in Strahlkabinen und Hallen oder auf Baustellen, Werften und Industrieanlagen, oft auf Gerüsten und in Behältern.

Wie wird man Sandstrahler?

Eine eigene anerkannte Ausbildung zum Sandstrahler gibt es nicht. Viele kommen als Quereinsteiger und werden im Betrieb über einige Wochen bis Monate angelernt, häufig nach einer Ausbildung in einem Metall-, Bau- oder Malerberuf. Der fachlich naheliegende Ausbildungsberuf ist Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik mit drei Jahren Dauer, daneben Maler und Lackierer oder Bauten- und Objektbeschichter. Wer im Stahlwasserbau, Brückenbau oder an Industrieanlagen arbeitet, braucht oft zusätzliche Nachweise, etwa einen Lehrgang zur Korrosionsschutz-Fachkraft, Schulungen zum Umgang mit Gefahrstoffen oder die Sachkunde für Asbestarbeiten nach TRGS 519. Ein Führerschein ist für Montageeinsätze meist Pflicht, Kenntnisse für Hubarbeitsbühnen und Staplerschein sind gefragt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich hart. Strahlschläuche und Düsen stehen unter hohem Druck, die Rückstoßkräfte müssen über Stunden gehalten werden, oft in Zwangshaltungen über Kopf oder in engen Tanks. Getragen werden Strahlanzug, Handschuhe, Gehörschutz und ein Helm mit Frischluftzufuhr. Darin wird es im Sommer sehr heiß, die Sicht ist eingeschränkt. Lärm, Staub und Vibration sind ständige Begleiter. Beim Abtragen alter Anstriche können Blei, PCB, Chromat oder Asbest frei werden, deshalb sind Schutzregeln und arbeitsmedizinische Vorsorge streng. Wer schlampig mit der Ausrüstung umgeht, riskiert Lungen- und Gehörschäden.

Auf Montage wird häufig unter der Woche auswärts gearbeitet, bei Wind und Kälte im Freien und manchmal am Wochenende, wenn Anlagen stillstehen. Viele Beschäftigte wechseln nach einigen Jahren aus gesundheitlichen Gründen in andere Tätigkeiten. Sorgfalt ist nötig, weil ein unzureichend vorbereiteter Untergrund die spätere Beschichtung zerstört.

Aussichten

Stahlbauten, Brücken, Windkraftanlagen und Industrieanlagen müssen regelmäßig vor Korrosion geschützt werden, die Sanierung der Infrastruktur sorgt für stabile Nachfrage. Betriebe suchen oft Personal, weil die Arbeit wenige reizt. Ungelernte Kräfte bleiben allerdings leichter ersetzbar und werden schlechter bezahlt. Bessere Chancen haben Fachkräfte mit Korrosionsschutzlehrgang und Gefahrstoff-Sachkunde. Entwicklungswege führen zum Vorarbeiter oder Kolonnenführer, zum Beschichtungsinspektor, etwa nach FROSIO-Standard, oder mit Meisterprüfung im Maler- und Lackiererhandwerk in die Betriebsleitung.

Aufgaben

  • Strahlanlagen aufbauen, Druck und Düse einstellen
  • Flächen abkleben und angrenzende Bauteile abdecken
  • Rost, Zunder und Altbeschichtungen abstrahlen
  • Reinheitsgrad und Rauheit der Oberfläche prüfen
  • Strahlmittel absaugen, aufbereiten und entsorgen
  • Grundierungen und Korrosionsschutz auftragen
  • Schutzausrüstung und Atemluftversorgung warten
  • Arbeitsschritte und Messwerte dokumentieren

Voraussetzungen

  • Körperliche Belastbarkeit und gute Gesundheit, insbesondere von Lunge und Gehör
  • Bereitschaft zum Arbeiten in schwerer Schutzausrüstung und bei Hitze oder Kälte
  • Schwindelfreiheit für Arbeiten auf Gerüsten und Bühnen
  • Sorgfalt im Umgang mit Gefahrstoffen und Sicherheitsregeln
  • Führerschein der Klasse B, oft auch Reisebereitschaft für Montage
  • Von Vorteil: Ausbildung im Metall-, Bau- oder Malerbereich und Korrosionsschutzlehrgang

Wo man arbeitet

  • Korrosionsschutz- und Oberflächentechnikbetriebe
  • Stahlbau- und Metallbauunternehmen
  • Werften und Hafenbetriebe
  • Betonsanierungs- und Fassadenreinigungsfirmen
  • Industrieanlagen und Kraftwerke im Rahmen von Revisionen

Der Weg in den Beruf

Eine geregelte Ausbildung zum Sandstrahler gibt es nicht, der Einstieg erfolgt meist durch Anlernen im Betrieb über einige Wochen bis Monate. Fachlich passend ist die dreijährige duale Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik; ergänzend sind Lehrgänge zur Korrosionsschutz-Fachkraft und Gefahrstoff-Sachkunden verbreitet.

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