Sattler
Sattler verarbeiten Leder, Textilien und Kunststoffe zu Reitsattelzeug, Taschen, Fahrzeuginnenausstattungen und technischen Produkten. Sie arbeiten überwiegend von Hand und an Spezialnähmaschinen, meist in kleinen Handwerksbetrieben oder in der Fahrzeugausstattung.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sattler verdient
2.850 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.100 bis 4.200 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.400 € | 2.800 € | 28.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.850 € | 3.400 € | 34.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 4.200 € | 39.600 € |
Die meisten Sattlereien sind kleine Handwerksbetriebe ohne Tarifbindung, dort wird frei verhandelt und eher niedrig bezahlt. Deutlich mehr verdienen Fahrzeugsattler bei Automobilherstellern und Zulieferern, die nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie zahlen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sattler?
Sattler schneiden, nähen, kleben und formen Leder und andere flexible Werkstoffe. Je nach Fachrichtung sieht der Alltag sehr unterschiedlich aus. In der Reitsportsattlerei entstehen Sättel, Trensen, Zaumzeug und Geschirre für Pferde; dazu gehört das Anpassen eines Sattels an Pferd und Reiter, oft direkt im Stall, sowie das Reparieren gerissener Riemen und abgenutzter Polster. In der Fahrzeugsattlerei beziehen Sattler Autositze, Lenkräder, Armaturenbretter und Himmel neu, restaurieren Oldtimer-Innenräume oder statten Wohnmobile, Boote und Flugzeuge aus. In der Feintäschnerei werden Handtaschen, Gürtel, Etuis und Kleinlederwaren gefertigt, häufig als Einzelstücke oder in kleinen Serien. Zur Arbeit gehören das Aussuchen und Prüfen der Häute, das Erstellen von Schnittmustern, das Zuschneiden von Hand oder mit Maschinen, das Schärfen von Lederkanten, Hand- und Maschinennähte sowie das Anbringen von Beschlägen. Kundengespräche, Aufmaß und Kostenvoranschläge kommen in kleinen Betrieben hinzu.
Wie wird man Sattler?
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Sattler mit einer der Fachrichtungen Fahrzeugsattlerei, Feintäschnerei oder Reitsportsattlerei. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Auszubildenden haben einen Haupt- oder Realschulabschluss. Ausbildungsplätze sind selten, weil es nur wenige Betriebe gibt, und Berufsschulklassen werden oft als Blockunterricht an wenigen Standorten zusammengefasst, was längere Anreisen oder Internatsaufenthalte bedeuten kann. Quereinsteiger kommen gelegentlich aus dem Polster- oder Raumausstatterhandwerk. Nach der Gesellenprüfung ist die Meisterprüfung möglich; da das Sattlerhandwerk zulassungsfrei ist, kann man sich aber auch ohne Meistertitel selbstständig machen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit erfordert Fingerfertigkeit, Augenmaß und Geduld, denn Fehler beim Zuschnitt teurer Häute lassen sich nicht korrigieren. Viel wird im Stehen an der Werkbank erledigt, das Ziehen von Nähten und das Spannen von Leder belastet Hände und Handgelenke. Beim Kleben entstehen Lösemitteldämpfe, beim Schärfen hantiert man mit scharfen Messern. Reitsportsattler müssen mit Pferden umgehen können und sind für Sattelanpassungen viel unterwegs. Die Arbeitszeiten sind in der Regel tagsüber und regelmäßig, in der Industrie kann Schichtarbeit dazukommen. Schwer fällt vielen das vergleichsweise niedrige Lohnniveau im Handwerk und die geringe Zahl an Betrieben, die einen Ortswechsel bei der Stellensuche wahrscheinlich macht.
Aussichten
Der Beruf ist klein, die Nachfrage aber stabil, weil kaum Nachwuchs ausgebildet wird und viele Betriebsinhaber in den Ruhestand gehen. Gute Chancen bestehen in der Oldtimer-Restaurierung, im Yacht- und Wohnmobilausbau sowie bei Herstellern hochwertiger Lederwaren. Reitsportsattler mit Erfahrung in der Sattelanpassung sind gesucht. Entwicklungswege sind der Meister, die Weiterbildung zum Gestalter im Handwerk, eine Spezialisierung als Restaurator oder die Übernahme beziehungsweise Gründung eines eigenen Betriebs. Mit Fachhochschulreife ist auch ein Studium etwa im Bereich Produktdesign oder Lederverarbeitung möglich.
Aufgaben
- Leder und Häute auswählen und auf Fehler prüfen
- Schnittmuster erstellen und Teile zuschneiden
- Nähte von Hand und an Spezialnähmaschinen setzen
- Sättel an Pferd und Reiter anpassen und reparieren
- Autositze, Lenkräder und Innenverkleidungen neu beziehen
- Taschen, Gürtel und Kleinlederwaren fertigen
- Kanten schärfen, färben und Beschläge anbringen
- Kunden beraten und Kostenvoranschläge erstellen
Voraussetzungen
- In der Regel Haupt- oder Realschulabschluss
- Handgeschick und räumliches Vorstellungsvermögen
- Sorgfalt und Geduld bei feinen Arbeiten
- Kraft in Händen und Armen, Ausdauer im Stehen
- Für die Reitsportsattlerei: sicherer Umgang mit Pferden
- Bereitschaft zum Umzug oder zu längerer Anreise wegen weniger Betriebe
Wo man arbeitet
- Sattlereien im Handwerk
- Fahrzeugsattlereien und Oldtimer-Restaurierungsbetriebe
- Automobil-, Wohnmobil- und Bootsbauer
- Lederwarenmanufakturen
- Reitsportfachgeschäfte mit Werkstatt
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung zum Sattler dauert drei Jahre und wird in einer der Fachrichtungen Fahrzeugsattlerei, Feintäschnerei oder Reitsportsattlerei absolviert. Sie endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer; danach sind Meisterprüfung und Selbstständigkeit möglich.
Offene Stellen als Sattler
In der Suche fortsetzenAusbildung zum Sattler (m/w/d) 2027
Sattler (m/w/d) – Luftfahrt in Hamburg
Sattler (w|m|d)
Verwandte Berufe
Polsterer
Polsterer und Polsterinnen bauen Sitz- und Liegemöbel auf, beziehen sie neu und restaurieren alte Polster. Sie arbeiten mit Federn, Schaumstoff, Gurten, Leder und Stoffen, in der Werkstatt eines Handwerksbetriebs oder in der Polstermöbelindustrie.
- Offene Stellen
- 6
- Monatsbrutto
- 2.250 – 3.900 €
Raumausstatter
Raumausstatterinnen und Raumausstatter beraten Kundschaft zur Gestaltung von Innenräumen und setzen sie handwerklich um: Sie verlegen Böden, beziehen Wände, polstern Möbel und fertigen und montieren Gardinen sowie Sonnenschutz.
- Offene Stellen
- 5
- Monatsbrutto
- 2.200 – 4.000 €
Technischer Konfektionär
Technische Konfektionäre fertigen aus beschichteten Geweben, Folien und technischen Textilien Produkte wie LKW-Planen, Zelte, Sonnenschutzanlagen, Abdeckungen oder Traglufthallen. Sie schneiden zu, schweißen, nähen und montieren die fertigen Teile oft auch beim Kunden.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.000 €
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