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Naturwissenschaft & Forschung

Scientist

Scientists sind promovierte oder hochqualifizierte Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler, die in Industrie oder Forschungseinrichtungen Experimente planen, Daten auswerten und neue Produkte, Verfahren oder Erkenntnisse entwickeln. Die Bezeichnung ist vor allem in Pharma, Biotechnologie, Chemie und Diagnostik üblich.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Scientist verdient

6.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 4.300 bis 10.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.300 € 5.200 € 6.300 € 62.400 €
Mit Berufserfahrung 5.300 € 6.300 € 7.500 € 75.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.800 € 8.000 € 10.000 € 96.000 €

Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob die Stelle in der Industrie oder in der öffentlichen Forschung liegt: Hochschulen und Institute zahlen nach TV-L oder TVöD, meist Entgeltgruppe E13, während große Chemie- und Pharmaunternehmen sich an den Akademiker-Vereinbarungen zwischen BAVC und VAA orientieren und deutlich mehr zahlen. Kleine Biotech-Firmen ohne Tarifbindung liegen oft dazwischen, Promotion und Spezialisierung etwa in Bioinformatik heben das Gehalt spürbar.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Scientist?

Scientist ist im deutschen Stellenmarkt meist eine Stellenbezeichnung aus der Industrie, besonders aus Pharma, Biotechnologie, Chemie, Diagnostik und Materialforschung. Gemeint ist eine wissenschaftliche Fachkraft, die Forschungs- oder Entwicklungsprojekte fachlich verantwortet. Ein Scientist entwirft Versuchsreihen, etwa zur Wirksamkeit eines Wirkstoffkandidaten, zur Stabilität einer Formulierung oder zur Ausbeute einer Synthese. Einen Teil der Versuche führt er selbst im Labor durch, einen großen Teil übernehmen Laborantinnen oder technische Assistenten, die er anleitet. Danach werden Messdaten statistisch ausgewertet, Ergebnisse in Berichten und Präsentationen aufbereitet und mit Projektteams, Qualitätssicherung oder Zulassung abgestimmt. Mit wachsender Erfahrung verschiebt sich die Arbeit vom Labortisch an den Schreibtisch: Projektplanung, Budget, Abstimmung mit externen Partnern und das Schreiben von Patenten oder Behördendokumenten nehmen zu. In Forschungsinstituten heißt dieselbe Tätigkeit meist wissenschaftliche Mitarbeiterin oder Postdoc, dort kommen Veröffentlichungen, Drittmittelanträge und Lehre hinzu.

Wie wird man Scientist?

Der übliche Weg führt über ein Studium der Chemie, Biologie, Biochemie, Pharmazie, Physik, Biotechnologie oder eines verwandten Fachs. Auf Bachelor und Master folgt in den meisten Fällen eine Promotion, die in den Lebenswissenschaften drei bis fünf Jahre dauert. Viele Unternehmen erwarten zusätzlich ein bis drei Jahre Postdoc-Erfahrung, oft im Ausland. Mit einem Masterabschluss ist der Einstieg als Associate Scientist oder in der Prozess- und Analytikentwicklung möglich, der Aufstieg verläuft dann aber meist langsamer. Ein Quereinstieg ohne naturwissenschaftliches Studium ist praktisch ausgeschlossen. Gute Englischkenntnisse sind Voraussetzung, da Fachliteratur, Berichte und Besprechungen überwiegend englischsprachig sind.

Was der Beruf verlangt

Der Weg in den Beruf ist lang und finanziell in den Promotionsjahren mager, weil Doktorandenstellen häufig nur als Teilzeit bezahlt werden. In der akademischen Forschung sind befristete Verträge nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz die Regel, Dauerstellen sind selten. Laborarbeit bedeutet Umgang mit Gefahrstoffen, biologischem Material oder Versuchstieren und verlangt sorgfältiges Arbeiten nach Vorschriften wie GLP oder GMP. Viele Experimente scheitern, Projekte werden aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt, und Monate an Arbeit enden ohne verwertbares Ergebnis. Die Arbeitszeiten sind in der Industrie meist geregelt, vor Abgabefristen oder bei zeitkritischen Versuchen fallen aber Überstunden an. Die Stellen konzentrieren sich auf wenige Regionen wie Rhein-Main, Rhein-Neckar, Basel-Nähe, München und Berlin, was Umzugsbereitschaft voraussetzt.

Aussichten

Die Nachfrage hängt stark von der Branche ab. Pharma, Biotech und Diagnostik suchen beständig Fachleute mit Erfahrung in Zellbiologie, Analytik, Bioinformatik oder Datenanalyse. Gleichzeitig konkurrieren viele Promovierte um Einstiegsstellen, und in der Biotechnologie führen Finanzierungsengpässe immer wieder zu Stellenabbau. Wer Programmierkenntnisse und Statistik mitbringt, hat Vorteile. Die Entwicklung führt über Senior und Principal Scientist zur Laborleitung oder Projektleitung. Andere wechseln in Zulassung, Qualitätsmanagement, Medical Affairs, Patentwesen oder den wissenschaftlichen Vertrieb.

Aufgaben

  • Versuchsreihen planen und Versuchsprotokolle erstellen
  • Experimente im Labor durchführen oder deren Durchführung anleiten
  • Messdaten statistisch auswerten und interpretieren
  • Fachliteratur und Patentlage auswerten
  • Ergebnisse in Berichten und Präsentationen darstellen
  • Laborpersonal fachlich anleiten und Arbeitspläne abstimmen
  • Dokumente für Qualitätssicherung, Zulassung oder Patentanmeldung vorbereiten
  • Mit externen Partnern, Hochschulen oder Auftragslaboren zusammenarbeiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium in Chemie, Biologie, Biochemie, Pharmazie, Physik oder einem verwandten Fach
  • In der Regel Promotion, oft zusätzlich Postdoc-Erfahrung
  • Sicheres Englisch in Wort und Schrift
  • Kenntnisse in Statistik und Datenauswertung, zunehmend auch Programmierung
  • Sorgfalt im Umgang mit Gefahrstoffen und Kenntnis von GLP- oder GMP-Regeln
  • Frustrationstoleranz bei gescheiterten Versuchen
  • Bereitschaft zum Umzug an Forschungsstandorte

Wo man arbeitet

  • Pharmazeutische Unternehmen
  • Biotechnologie-Unternehmen
  • Chemische Industrie
  • Diagnostik- und Medizintechnikhersteller
  • Außeruniversitäre Forschungsinstitute
  • Hochschulen und Universitätskliniken

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein naturwissenschaftliches Studium mit Bachelor und Master, zusammen etwa fünf Jahre, gefolgt von einer Promotion von drei bis fünf Jahren. Viele Arbeitgeber in der Industrie setzen zusätzlich ein bis drei Jahre Postdoc-Erfahrung voraus; mit Masterabschluss ist ein Einstieg als Associate Scientist möglich.

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Verwandte Berufe

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter

Forscht, lehrt und schreibt Drittmittelanträge an Hochschule oder Institut – fast immer befristet und oft auf halber Stelle.

Offene Stellen
23
Monatsbrutto
4.300 – 6.600 €

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