Was macht ein Security Consultant?
Security Consultants untersuchen, wo die IT eines Kunden verwundbar ist, und erarbeiten, was dagegen getan werden soll. Ein Projekt beginnt oft mit Interviews und einer Bestandsaufnahme: Welche Systeme gibt es, welche Daten sind kritisch, wer hat welche Zugriffsrechte? Daraus entstehen Risikoanalysen, Sicherheitskonzepte und Maßnahmenpläne. Viele Consultants bereiten Kunden auf Zertifizierungen nach ISO 27001 oder BSI IT-Grundschutz vor, setzen Anforderungen aus NIS2, DORA oder dem KRITIS-Umfeld um oder führen interne Audits durch. Andere arbeiten technischer: Sie bewerten Firewall-Regeln, Cloud-Konfigurationen und Identitätsmanagement, begleiten Penetrationstests oder helfen nach einem Sicherheitsvorfall bei der Aufarbeitung. Ein großer Teil der Arbeit ist Schreiben und Präsentieren, denn Ergebnisse müssen für Technikteams ebenso verständlich sein wie für die Geschäftsführung.
Wie wird man Security Consultant?
Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder IT-Sicherheit, inzwischen bieten viele Hochschulen eigene Studiengänge dazu an. Möglich ist auch der Weg über eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration und einige Jahre Berufspraxis in Administration, Netzwerktechnik oder einem Security Operations Center. Quereinsteiger kommen häufig aus der Systemadministration, der Revision oder dem Datenschutz. Zertifikate spielen eine große Rolle und werden von Kunden oft ausdrücklich verlangt, etwa ISO 27001 Lead Auditor, CISSP, CISM oder der IT-Grundschutz-Praktiker. Direkt nach dem Studium steigen viele als Junior Consultant in Beratungshäusern ein und lernen am Projekt.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf verlangt breites technisches Verständnis und die Fähigkeit, sich schnell in fremde Systemlandschaften einzuarbeiten. Ebenso wichtig ist Kommunikation: Consultants müssen unbequeme Befunde vertreten, auch wenn der Kunde sie nicht hören will. Die Arbeit in Beratungsfirmen bedeutet häufig Reisetätigkeit, mehrere Projekte parallel und Termindruck vor Audits. Überstunden sind in vielen Häusern verbreitet, auch wenn sie offiziell nicht vorgesehen sind. Hinzu kommt der ständige Lernaufwand, weil sich Angriffsmethoden, Technologien und Regularien laufend ändern. Wer vor allem gern technisch tüftelt, empfindet den hohen Anteil an Dokumentation, Abstimmungsrunden und Normenarbeit manchmal als zäh. Nach Sicherheitsvorfällen kann es zu Einsätzen am Wochenende oder in der Nacht kommen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Gesetzliche Vorgaben wie NIS2 und DORA verpflichten deutlich mehr Unternehmen als bisher zu einem nachweisbaren Sicherheitsmanagement, gleichzeitig fehlen in Deutschland seit Jahren Fachkräfte für IT-Sicherheit. Erfahrene Consultants können sich auf Bereiche wie Cloud-Sicherheit, Industrieanlagen, Penetrationstests oder Compliance spezialisieren. Typische Entwicklungswege führen zum Senior oder Principal Consultant, zur Projekt- und Teamleitung oder in die Selbstständigkeit. Viele wechseln nach einigen Jahren in die Industrie, etwa als Informationssicherheitsbeauftragte oder Chief Information Security Officer.