Servicetechniker für Kälte- und Klimatechnik
Servicetechniker für Kälte- und Klimatechnik warten, prüfen und reparieren Kälteanlagen, Klimageräte und Wärmepumpen direkt beim Kunden. Sie arbeiten überwiegend im Außendienst, oft mit Bereitschaftsdienst.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Servicetechniker für Kälte- und Klimatechnik verdient
3.700 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.800 bis 5.200 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.300 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.400 € | 5.200 € | 52.800 € |
Viele Handwerksbetriebe zahlen ohne Tarif, regional gelten Tarifverträge des Kälteanlagenbauer-Handwerks, bei Herstellern teils der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie, der deutlich höher liegt. Hinzu kommen je nach Betrieb Zulagen für Bereitschaftsdienst und Überstunden in der Sommersaison, die das tatsächliche Einkommen spürbar erhöhen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Servicetechniker für Kälte- und Klimatechnik?
Der Arbeitstag beginnt meist im Kundendienstfahrzeug. Die Einsätze führen in Supermärkte, Bürogebäude, Rechenzentren, Krankenhäuser, Lebensmittelbetriebe und zunehmend in Privathaushalte mit Wärmepumpen. Bei der Wartung werden Drücke und Temperaturen gemessen, Filter und Verflüssiger gereinigt, Sicherheitseinrichtungen geprüft und Anlagen auf Dichtheit kontrolliert. Bei Störungen geht es um Fehlersuche: Ein Kühlregal wird nicht kalt, ein Verdichter schaltet ab, eine Steuerung meldet Fehler. Dann werden Schaltpläne gelesen, elektrische Bauteile durchgemessen, Ventile, Lüfter oder Verdichter getauscht, Kältemittel abgesaugt und neu eingefüllt. Dazu kommen Lötarbeiten an Kupferleitungen, das Einstellen von Reglern, oft per Laptop, sowie die Dokumentation im Anlagenlogbuch und auf dem Tablet für die Abrechnung.
Wie wird man Servicetechniker für Kälte- und Klimatechnik?
Der übliche Weg ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik. Sie findet im Betrieb und in der Berufsschule statt, die Fachklassen sind oft in Blockunterricht organisiert und teils weit entfernt. Nach der Ausbildung und etwas Erfahrung in der Montage wechseln viele in den Kundendienst. Quereinstieg ist möglich und verbreitet, vor allem aus der Elektronik, der Anlagenmechanik für Sanitär, Heizung und Klima oder der Mechatronik. Für den Umgang mit fluorierten Kältemitteln ist ein Sachkundenachweis nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung vorgeschrieben, den Quereinsteiger in Lehrgängen nachholen können. Ein Führerschein der Klasse B wird praktisch immer verlangt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich fordernd. Geräte stehen auf Flachdächern, in engen Technikräumen, über abgehängten Decken oder in Kühlräumen mit Minusgraden. Im Sommer, wenn die meisten Anlagen ausfallen, wird auf heißen Dächern gearbeitet und die Auftragslage ist sehr hoch, Überstunden sind dann üblich. Die meisten Betriebe haben einen Bereitschaftsdienst, auch nachts und am Wochenende, weil eine ausgefallene Tiefkühlung schnell Ware verdirbt. Das bringt Zeitdruck und gereizte Kunden mit sich. Gefordert sind Verständnis für Elektrotechnik, Thermodynamik und Regelungstechnik, sorgfältiges Arbeiten mit Kältemitteln unter Druck, teils brennbaren wie Propan, und die Fähigkeit, allein vor Ort Entscheidungen zu treffen. Viele Stunden im Auto gehören ebenfalls dazu.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte weiter steigen. Wärmepumpen, mehr Klimatisierung durch heißere Sommer, neue Vorgaben zu Kältemitteln und der Umbau bestehender Anlagen sorgen für dauerhaft volle Auftragsbücher, während Fachkräfte fehlen. Gute Servicetechniker haben daher eine starke Verhandlungsposition. Weiterentwicklung ist über die Meisterprüfung im Kälteanlagenbauer-Handwerk möglich, die auch zur Selbstständigkeit berechtigt, oder über eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Kälte- und Klimatechnik. Daraus ergeben sich Wege in die Serviceleitung, Projektierung, Inbetriebnahme großer Anlagen oder in den technischen Support von Herstellern.
Aufgaben
- Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen regelmäßig warten und prüfen
- Störungen an Verdichtern, Ventilen, Lüftern und Steuerungen eingrenzen und beheben
- Dichtheitsprüfungen durchführen und im Anlagenlogbuch dokumentieren
- Kältemittel absaugen, recyceln und nachfüllen
- Kupferleitungen löten und Bauteile austauschen
- Regler und Steuerungen einstellen und Anlagen in Betrieb nehmen
- Einsätze im Bereitschaftsdienst bei Anlagenausfällen übernehmen
- Kunden zu Reparatur, Austausch oder Modernisierung beraten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Mechatroniker für Kältetechnik oder in einem verwandten Elektro- oder SHK-Beruf
- Sachkundenachweis für den Umgang mit fluorierten Kältemitteln
- Führerschein der Klasse B
- Gutes Verständnis für Elektrotechnik, Mess- und Regelungstechnik
- Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und Unempfindlichkeit gegen Hitze und Kälte
- Bereitschaft zu Außendienst und Bereitschaftsdienst
Wo man arbeitet
- Handwerksbetriebe für Kälte- und Klimatechnik
- Hersteller von Kälte- und Klimaanlagen mit eigenem Kundendienst
- Technische Gebäudeausrüster und Facility-Management-Unternehmen
- Betriebe der Lebensmittelindustrie und Handelsketten mit eigener Technikabteilung
- Anbieter von Wärmepumpen und Heizungstechnik
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die duale Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik, die dreieinhalb Jahre dauert und mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer endet. Fachkräfte aus Elektro- oder SHK-Berufen können mit einem Sachkundelehrgang für Kältemittel und Einarbeitung im Betrieb quer einsteigen.
Offene Stellen als Servicetechniker für Kälte- und Klimatechnik
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