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Technik & Ingenieurwesen

Servicetechniker Heizung und Feuerung

Servicetechnikerinnen und Servicetechniker für Heizung und Feuerung warten, prüfen und reparieren Heizungsanlagen wie Gas- und Ölkessel, Pelletheizungen und zunehmend Wärmepumpen direkt beim Kunden vor Ort.

10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Servicetechniker Heizung und Feuerung verdient

3.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.700 bis 5.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.000 € 3.400 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €

Im Handwerk gelten die regional verhandelten Tarifverträge des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks, viele kleine Betriebe zahlen jedoch ohne Tarifbindung und teils darunter; beim Werkskundendienst großer Hersteller gilt oft der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie, was spürbar mehr bringt. Bereitschaftspauschalen, Notdienstzuschläge und ein privat nutzbarer Firmenwagen machen einen erheblichen Teil des tatsächlichen Einkommens aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Servicetechniker Heizung und Feuerung?

Der Arbeitstag beginnt meist mit einer Tourenliste und dem Firmenwagen. Servicetechniker fahren zu Privathaushalten, Wohnanlagen, Gewerbebetrieben oder öffentlichen Gebäuden und kümmern sich dort um Wärmeerzeuger: Gas- und Ölbrennwertkessel, Pelletanlagen, Blockheizkraftwerke und immer häufiger Wärmepumpen. Bei der jährlichen Wartung reinigen sie Brennkammer und Wärmetauscher, tauschen Düsen, Dichtungen und Filter, messen Abgaswerte und stellen den Brenner neu ein. Bei Störungen lesen sie Fehlercodes aus, prüfen Zündung, Flammenüberwachung, Sensoren und Steuerplatinen und ersetzen defekte Bauteile. Dazu gehören Inbetriebnahmen neuer Anlagen, das Einstellen der Regelung, ein hydraulischer Abgleich und das Protokollieren aller Arbeiten, heute meist auf dem Tablet. Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Gespräch: Kunden wollen wissen, warum die Heizung ausfällt, was die Reparatur kostet und ob sich ein Austausch lohnt.

Wie wird man Servicetechniker Heizung und Feuerung?

Eine eigene Ausbildung mit diesem Namen gibt es nicht. Der übliche Weg führt über die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, gefolgt von einigen Jahren Praxis und Herstellerschulungen. Auch Mechatroniker für Kältetechnik, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder Industriemechaniker finden den Einstieg, vor allem bei Wärmepumpen und elektronischer Regeltechnik. Heizungshersteller bilden ihre Kundendiensttechniker in eigenen Schulungszentren auf bestimmte Gerätereihen weiter. Für Arbeiten am Kältekreis von Wärmepumpen ist eine Sachkundebescheinigung nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung nötig, für Eingriffe in die Elektrik oft eine Qualifikation als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet oft in engen, schlecht beleuchteten Kellern, auf Dachböden oder in Heizräumen statt, in denen es warm, staubig oder rußig ist. Knien, Bücken und das Tragen von Werkzeugkoffern und Ersatzteilen gehören dazu. Wer im Kundendienst arbeitet, verbringt viele Stunden im Auto und muss mit Zeitdruck umgehen, weil die Tour voll ist und jeder Auftrag dringend erscheint. Die Heizsaison von Oktober bis März ist die anstrengendste Zeit: Ausfälle häufen sich, Kunden sitzen im Kalten und sind entsprechend ungeduldig. Viele Betriebe verlangen regelmäßige Teilnahme am Bereitschafts- und Notdienst, auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen. Fehlersuche erfordert systematisches Denken und Geduld, besonders bei vernetzten Anlagen mit mehreren Wärmeerzeugern. Der Umgang mit Gas, Abgasen und Strom verlangt sorgfältiges Arbeiten, Fehler können gefährlich werden.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte hoch bleiben. Im SHK-Handwerk fehlen seit Jahren Fachkräfte, Kundendienstabteilungen haben oft lange Wartelisten. Der Umbau der Wärmeversorgung durch das Gebäudeenergiegesetz verschiebt die Arbeit zugleich: Öl- und Gaskessel werden weiter jahrzehntelang gewartet, doch Wärmepumpen, Hybridanlagen und digitale Regelungen nehmen zu. Wer sich in Kältetechnik, Elektrik und Steuerungstechnik weiterbildet, hat die besten Karten. Mögliche Entwicklungswege sind die Meisterprüfung im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk, die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, eine Tätigkeit als Gebäudeenergieberater, die Leitung einer Kundendienstabteilung oder der Wechsel in den technischen Support und die Schulung beim Hersteller.

Aufgaben

  • Heizungsanlagen jährlich warten und reinigen
  • Abgaswerte messen und Brenner einstellen
  • Störungen eingrenzen und Fehlerspeicher auslesen
  • defekte Bauteile wie Zündelektroden, Pumpen oder Platinen tauschen
  • neue Wärmeerzeuger und Wärmepumpen in Betrieb nehmen
  • Regelungen programmieren und hydraulisch abgleichen
  • Arbeiten dokumentieren und Kunden zu Reparatur oder Austausch beraten
  • Bereitschafts- und Notdienst übernehmen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Anlagenmechaniker SHK oder in einem verwandten Elektro- oder Metallberuf
  • Führerschein Klasse B
  • Kältemittel-Sachkunde für Arbeiten an Wärmepumpen, oft vom Betrieb finanziert
  • Verständnis für Elektrik, Mess- und Regeltechnik
  • systematische Fehlersuche und selbstständiges Arbeiten
  • körperliche Belastbarkeit für Arbeit in engen Räumen und Heben von Lasten
  • Freundlichkeit und Geduld im Kundenkontakt

Wo man arbeitet

  • Handwerksbetriebe für Sanitär, Heizung und Klima
  • Kundendienst von Heizungsherstellern
  • Wärmeversorger und Energiedienstleister
  • Facility-Management-Unternehmen
  • Wohnungsbaugesellschaften mit eigener Haustechnik

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Danach folgen Berufserfahrung im Kundendienst und Herstellerschulungen, die jeweils einige Tage dauern. Quereinsteiger aus Elektro- und Kältetechnik werden über betriebliche Einarbeitung und Lehrgänge qualifiziert.

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