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Technik & Ingenieurwesen

Solution Engineer

Solution Engineers verbinden Technik und Vertrieb: Sie analysieren die Anforderungen von Kunden, entwerfen passende technische Lösungen aus Software, Hardware oder Anlagen und zeigen in Präsentationen und Testinstallationen, dass diese funktionieren.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Solution Engineer verdient

6.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 4.000 bis 10.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.000 € 4.700 € 5.500 € 56.400 €
Mit Berufserfahrung 5.300 € 6.300 € 7.500 € 75.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.000 € 8.200 € 10.000 € 98.400 €

Das Gehalt wird fast immer frei verhandelt und hängt stark von Branche und Unternehmensgröße ab: Große Software- und Cloud-Konzerne zahlen deutlich mehr als mittelständische Industrie- oder Systemhäuser. Zusätzlich zum Festgehalt ist oft ein variabler Anteil von 10 bis 30 Prozent üblich, der an Vertriebsziele gekoppelt ist; in tarifgebundenen Industriebetrieben liegt die Stelle meist außertariflich oberhalb des Entgeltrahmenabkommens (ERA) der Metall- und Elektroindustrie.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Solution Engineer?

Ein Solution Engineer arbeitet an der Schnittstelle zwischen Vertrieb, Kunde und Entwicklung. Bevor ein Auftrag zustande kommt, klärt er, welches technische Problem ein Kunde hat und wie ein Produkt oder eine Kombination aus Produkten es lösen kann. Dazu gehören Gespräche mit IT-Leitern, Ingenieuren oder Fachabteilungen, das Aufnehmen von Anforderungen, das Prüfen bestehender Systeme und Schnittstellen sowie das Entwerfen einer Lösungsarchitektur. Daraus entstehen Konzepte, Aufwandsschätzungen und technische Teile von Angeboten oder Ausschreibungsantworten. Ein großer Teil der Arbeit sind Produktvorführungen und sogenannte Proof of Concepts, also zeitlich begrenzte Testinstallationen beim Kunden. Je nach Branche geht es um Cloud-Software, Netzwerktechnik, Automatisierungsanlagen, Messtechnik oder Industrie-IT. Nach Vertragsabschluss übergibt der Solution Engineer das Projekt meist an Implementierung oder Projektmanagement, bleibt aber oft Ansprechpartner für Erweiterungen.

Wie wird man Solution Engineer?

Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik, Elektrotechnik, des Maschinenbaus oder des Wirtschaftsingenieurwesens. Viele kommen nicht direkt von der Hochschule, sondern nach einigen Jahren als Softwareentwickler, Systemadministrator, Consultant, Inbetriebnehmer oder Projektingenieur, weil die Rolle praktische Erfahrung mit den Systemen voraussetzt, die verkauft werden. Quereinstiege sind auch mit einer Ausbildung zum Fachinformatiker oder Mechatroniker und anschließender Berufserfahrung möglich. Herstellerzertifikate, etwa für Cloud-Plattformen oder Netzwerktechnik, erleichtern den Einstieg. Viele Unternehmen arbeiten neue Mitarbeiter über mehrere Monate in ihre Produkte ein.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf verlangt technisches Tiefenwissen und zugleich die Fähigkeit, es verständlich und überzeugend zu vermitteln, oft vor Entscheidern ohne technischen Hintergrund. Wer lieber ungestört an einem Problem arbeitet, wird hier selten glücklich. Die Arbeit ist an Vertriebsziele gekoppelt: Am Quartals- oder Jahresende steigt der Druck, Angebote müssen unter Zeitdruck fertig werden, und verlorene Ausschreibungen gehören zum Alltag. Reisen zu Kunden und Messen sind je nach Unternehmen häufig, teils mehrere Tage pro Woche. Die Arbeitszeiten sind meist flexibel, aber nicht immer planbar, besonders bei internationalen Kunden in anderen Zeitzonen. Weil sich Produkte und Technologien schnell ändern, muss laufend dazugelernt werden. Gute Englischkenntnisse sind in den meisten Firmen Pflicht.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch, vor allem bei Softwareherstellern, Cloud-Anbietern, IT-Dienstleistern und Industrieunternehmen, die zunehmend digitale Produkte verkaufen. Komplexe Lösungen lassen sich ohne technische Begleitung kaum verkaufen, daher ist die Rolle in vielen Firmen fest etabliert. In Phasen schwacher Konjunktur werden allerdings auch Vertriebsteams verkleinert, gerade bei jungen Softwarefirmen. Entwicklungswege führen zum Lead oder Principal Solution Engineer, in die Leitung eines Pre-Sales-Teams, in die Lösungsarchitektur, ins Produktmanagement oder in den Vertrieb als Account Manager.

Aufgaben

  • Anforderungen von Kunden in Workshops und Gesprächen aufnehmen
  • Technische Lösungskonzepte und Architekturen entwerfen
  • Produktvorführungen und Präsentationen halten
  • Proof of Concepts beim Kunden aufbauen und betreuen
  • Technische Teile von Angeboten und Ausschreibungen ausarbeiten
  • Aufwand und Machbarkeit von Lösungen einschätzen
  • Projekte an Implementierungsteams übergeben
  • Rückmeldungen von Kunden an Produktentwicklung weitergeben

Voraussetzungen

  • Studium in Informatik, Ingenieurwesen oder einem verwandten Fach oder vergleichbare Berufserfahrung
  • Praktische Erfahrung mit den jeweiligen Systemen, etwa Software, Netzwerke oder Anlagen
  • Sicheres Auftreten und Freude an Präsentationen
  • Gutes Englisch in Wort und Schrift
  • Reisebereitschaft, oft mit Führerschein
  • Belastbarkeit unter Termindruck

Wo man arbeitet

  • Softwarehersteller
  • Cloud- und SaaS-Anbieter
  • IT-Dienstleister und Systemhäuser
  • Hersteller von Automatisierungs- und Messtechnik
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Telekommunikationsunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen von drei bis fünf Jahren. Häufig folgen zunächst zwei bis fünf Jahre als Entwickler, Administrator, Consultant oder Projektingenieur, bevor der Wechsel in die Rolle gelingt. Eine Ausbildung als Fachinformatiker mit mehrjähriger Berufserfahrung kann das Studium ersetzen.

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