Sprachlehrerin / Sprachlehrer Englisch
Sprachlehrerinnen und Sprachlehrer für Englisch unterrichten Erwachsene, Jugendliche oder Beschäftigte außerhalb der allgemeinbildenden Schule, etwa an Sprachschulen, Volkshochschulen oder in Unternehmen. Viele arbeiten freiberuflich auf Honorarbasis.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sprachlehrerin / Sprachlehrer Englisch verdient
3.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 4.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.800 € | 3.300 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.200 € | 3.900 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.800 € | 4.800 € | 45.600 € |
Einen flächendeckenden Tarifvertrag gibt es nicht; private Sprachschulen zahlen frei verhandelt, nur wenige fest angestellte Lehrkräfte an Volkshochschulen werden nach TVöD vergütet. Entscheidend ist, ob eine Festanstellung oder Honorartätigkeit vorliegt: Freiberufliche erhalten je nach Auftraggeber sehr unterschiedliche Stundensätze, am oberen Ende im Firmen- und Business-English-Bereich, und müssen davon Sozialversicherung, Ausfallzeiten und Vorbereitung selbst tragen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Sprachlehrerin / ein Sprachlehrer Englisch?
Die Arbeit besteht aus Unterricht in Gruppen oder Einzelstunden, meist für Erwachsene. Typisch sind Abendkurse an der Volkshochschule, Business-English-Trainings in Firmen, Prüfungsvorbereitung auf Cambridge- oder TOEFL-Zertifikate und Nachhilfe für Schülerinnen und Schüler. Im Unterricht werden Grammatik erklärt, Gespräche angeleitet, Aussprache korrigiert und Hörverstehen geübt. Vor jeder Stunde steht die Vorbereitung: Lehrbuchkapitel auswählen, Arbeitsblätter erstellen, Rollenspiele für Telefonate oder Verhandlungen entwerfen. Dazu kommen Einstufungstests, Lernstandsberichte, Abrechnungen und Absprachen mit Auftraggebern. Ein wachsender Teil des Unterrichts findet online über Videokonferenzen statt.
Wie wird man Sprachlehrerin / Sprachlehrer Englisch?
Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht, die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Üblich ist ein Studium der Anglistik, eines Lehramts mit Fach Englisch, der Übersetzungswissenschaft oder von Deutsch als Fremdsprache mit sehr guten Englischkenntnissen. Viele Sprachschulen verlangen zusätzlich ein Lehrzertifikat wie CELTA, Trinity CertTESOL oder das TESOL-Zertifikat, die in Intensivkursen von etwa vier Wochen erworben werden. Muttersprachlerinnen und Muttersprachler steigen oft mit einem solchen Zertifikat ohne einschlägiges Studium ein. Quereinsteigende aus Wirtschaft oder Technik finden im Business English Platz, wenn sie Fachwissen und ein Sprachniveau von mindestens C1, besser C2, nachweisen.
Was der Beruf verlangt
Der Unterricht liegt häufig dort, wo andere frei haben: am frühen Morgen vor Arbeitsbeginn, in der Mittagspause, abends und am Samstag. Wer für mehrere Auftraggeber arbeitet, verbringt viel Zeit mit Fahrten zwischen Firmen und Schulen, die meist nicht bezahlt werden. Die größte Schwierigkeit ist die wirtschaftliche Lage. Ein großer Teil der Lehrkräfte arbeitet freiberuflich, Honorare werden nur für gehaltene Unterrichtseinheiten gezahlt. Vorbereitung, Ferienzeiten, Krankheit und kurzfristig abgesagte Kurse bringen kein Geld, Kranken- und Rentenversicherung müssen selbst getragen werden. Seit Gerichtsurteilen zur Scheinselbstständigkeit stellen manche Träger mehr Lehrkräfte fest an, flächendeckend ist das nicht. Fachlich verlangt der Beruf Geduld mit unterschiedlich motivierten Lernenden, die Fähigkeit, Gruppen mit gemischtem Niveau zu führen, und eine laute, belastbare Stimme über viele Stunden.
Aussichten
Englisch bleibt die meistgefragte Fremdsprache in der beruflichen Weiterbildung, die Nachfrage ist stabil. Gleichzeitig ist die Konkurrenz groß, durch viele Anbietende, Online-Plattformen mit niedrigen Honoraren und Lern-Apps, die einfache Grundkurse teilweise ersetzen. Bessere Chancen haben Lehrkräfte mit Spezialisierung, etwa auf technisches Englisch, juristisches Englisch, Medizin oder Prüfungsvorbereitung, sowie mit Erfahrung im Online-Unterricht. Entwicklungswege führen zur pädagogischen Leitung einer Sprachschule, zur Prüferin für Zertifikatsprüfungen, in die Lehrwerkentwicklung oder in die selbstständige Tätigkeit als Business-Trainerin mit eigenen Firmenkunden. Wer das Lehramtsstudium abgeschlossen hat, kann über das Referendariat in den Schuldienst wechseln.
Aufgaben
- Englischkurse für Gruppen und Einzelpersonen planen und halten
- Unterrichtsmaterial, Arbeitsblätter und Übungen erstellen
- Einstufungstests durchführen und Lernstände dokumentieren
- Teilnehmende auf Sprachprüfungen wie Cambridge oder TOEFL vorbereiten
- Business-English-Trainings in Unternehmen auf Fachthemen zuschneiden
- Online-Unterricht über Videokonferenzen durchführen
- Kurse mit Auftraggebern abstimmen und Honorare abrechnen
Voraussetzungen
- Englischkenntnisse auf Niveau C1 oder C2 bzw. Muttersprache
- Studium mit Bezug zu Englisch oder Lehrzertifikat wie CELTA oder TESOL
- Didaktisches Geschick und Geduld mit Lernenden unterschiedlicher Niveaus
- Bereitschaft zu Abend-, Früh- und Wochenendunterricht
- Selbstorganisation und kaufmännisches Grundwissen bei freiberuflicher Tätigkeit
- Belastbare Stimme und sicheres Auftreten vor Gruppen
Wo man arbeitet
- Private Sprachschulen
- Volkshochschulen
- Unternehmen mit innerbetrieblicher Weiterbildung
- Bildungsträger und Weiterbildungsakademien
- Online-Sprachplattformen
- Nachhilfeinstitute
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Studium der Anglistik, eines Lehramts Englisch oder eines verwandten Fachs, das als Bachelor drei und als Master weitere zwei Jahre dauert. Alternativ oder ergänzend wird ein Lehrzertifikat wie CELTA oder TESOL erworben, das in Vollzeit etwa vier Wochen dauert. Muttersprachlerinnen und Muttersprachler sowie Quereinsteigende mit C2-Niveau steigen häufig allein mit einem solchen Zertifikat ein.
Offene Stellen als Sprachlehrerin / Sprachlehrer Englisch
In der Suche fortsetzenSprachlehrerin / Sprachlehrer (m/w/d) Englisch
Sprachlehrerin / Sprachlehrer (m/w/d) Englisch
Passend dazu im Ratgeber
- Bewerbung über Bewerberportale: was dort anders läuft Große Arbeitgeber nehmen Bewerbungen über ein eigenes Portal an, nicht per E-Mail. Was die...
- Entgelttransparenz: welches Recht auf Auskunft Sie haben Wer in einem Betrieb mit mehr als 200 Beschäftigten arbeitet, darf erfahren, was die Vergl...
- Pendeln oder umziehen: die Rechnung, die man vorher macht Fahrtzeit, Spritkosten, Verschleiß und Steuervorteil lassen sich vor der Zusage ausrechnen...