Steuerberater / Tax Advisor
Steuerberaterinnen und Steuerberater erstellen Steuererklärungen und Jahresabschlüsse, beraten Unternehmen und Privatpersonen in steuerlichen Fragen und vertreten sie gegenüber Finanzamt und Finanzgericht. Der Beruf ist gesetzlich geschützt und setzt eine anspruchsvolle staatliche Prüfung voraus.
13 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Steuerberater / Tax Advisor verdient
7.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 4.800 bis 12.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.800 € | 5.600 € | 6.500 € | 67.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 6.000 € | 7.000 € | 8.500 € | 84.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.500 € | 9.000 € | 12.000 € | 108.000 € |
Für angestellte Steuerberater gibt es keinen Tarifvertrag, die Gehälter werden frei verhandelt. Am stärksten hängt das Gehalt von der Arbeitgeberart ab: Große Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Konzernsteuerabteilungen und Großstädte zahlen deutlich mehr als kleine Kanzleien auf dem Land, Partner und Kanzleiinhaber verdienen oft weit über den angegebenen Werten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Steuerberater?
Steuerberater kümmern sich um die steuerlichen Angelegenheiten ihrer Mandanten. Dazu gehören Einkommensteuererklärungen für Privatleute ebenso wie Umsatzsteuervoranmeldungen, Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuererklärungen für Firmen. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Jahresabschlüsse und Bilanzen zu erstellen oder die Arbeit von Steuerfachangestellten zu prüfen und zu unterschreiben. Steuerberater lesen Steuerbescheide, legen Einspruch ein, begleiten Betriebsprüfungen und vertreten Mandanten vor dem Finanzgericht. Daneben steht die Gestaltungsberatung: etwa die Frage, welche Rechtsform sich für eine Gründung eignet, wie ein Betrieb an die nächste Generation übergeben wird oder wie sich ein Immobilienkauf steuerlich auswirkt. In größeren Kanzleien und bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften spezialisieren sich viele auf Bereiche wie internationales Steuerrecht, Umsatzsteuer oder Erbschaftsteuer. Gearbeitet wird überwiegend am Rechner mit Fachsoftware, meist DATEV, sowie im Gespräch mit Mandanten.
Wie wird man Steuerberater?
Die Berufsbezeichnung ist geschützt. Wer sie führen will, muss die Steuerberaterprüfung bestehen und von der zuständigen Steuerberaterkammer bestellt werden. Zur Prüfung zugelassen wird, wer ein Studium, häufig Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften, abgeschlossen und danach in der Regel zwei bis drei Jahre praktisch im Steuerwesen gearbeitet hat. Ohne Studium ist der Weg über eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten und deutlich längere Berufspraxis möglich, oft ergänzt um die Fortbildung zum Steuerfachwirt. Die Prüfung besteht aus drei schriftlichen Klausurtagen und einer mündlichen Prüfung. Sie gilt als eine der schwersten Berufsprüfungen in Deutschland, ein erheblicher Teil der Teilnehmenden fällt durch. Die meisten bereiten sich ein bis zwei Jahre neben dem Beruf in kostenpflichtigen Lehrgängen vor. Quereinsteiger aus Finanzverwaltung, Rechnungswesen oder Controlling haben gute Voraussetzungen, weil ihre Praxiszeit angerechnet werden kann.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist fristgebunden. Rund um Abgabetermine für Erklärungen und Jahresabschlüsse sind Überstunden üblich, besonders im Frühjahr und vor Jahresende. Das Steuerrecht ändert sich ständig, Fortbildung ist Pflicht und nimmt dauerhaft Zeit in Anspruch. Fehler haben finanzielle Folgen für Mandanten und können zu Haftungsfällen führen, eine Berufshaftpflichtversicherung ist vorgeschrieben. Die Arbeit ist überwiegend sitzend und erfordert hohe Konzentration über lange Strecken. Schwer fällt vielen der Umgang mit Mandanten, die Unterlagen spät oder unvollständig liefern, und der Druck, gleichzeitig viele Fälle sauber abzuschließen. Die Prüfungsvorbereitung neben einer Vollzeitstelle bedeutet über Monate wenig Freizeit.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Viele Kanzleien suchen Berufsträger, zahlreiche Inhaber stehen vor dem Ruhestand und finden schwer Nachfolger. Digitalisierung und automatisierte Buchhaltung verändern die Arbeit: Routinebuchungen fallen zunehmend weg, Beratung und Prüfung gewinnen an Gewicht. Entwicklungswege führen zum Fachberater, etwa für internationales Steuerrecht, zur Partnerschaft in einer Kanzlei, in die Steuerabteilung eines Konzerns oder in die Selbstständigkeit mit eigener Kanzlei. Mit weiterem Examen ist auch der Weg zum Wirtschaftsprüfer offen.
Aufgaben
- Steuererklärungen für Privatpersonen und Unternehmen erstellen
- Jahresabschlüsse und Bilanzen anfertigen oder prüfen
- Steuerbescheide kontrollieren und Einsprüche einlegen
- Mandanten bei Betriebsprüfungen durch das Finanzamt begleiten
- Steuerliche Gestaltungen bei Gründung, Kauf oder Unternehmensnachfolge ausarbeiten
- Mandanten vor dem Finanzgericht vertreten
- Arbeit von Steuerfachangestellten anleiten und abzeichnen
Voraussetzungen
- Bestandene Steuerberaterprüfung und Bestellung durch die Steuerberaterkammer
- Abgeschlossenes Studium oder kaufmännische Ausbildung mit mehrjähriger Praxis im Steuerwesen
- Berufshaftpflichtversicherung
- Sicherer Umgang mit Steuer- und Buchhaltungssoftware wie DATEV
- Genauigkeit und Belastbarkeit unter Termindruck
- Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte verständlich zu erklären
- Bereitschaft zu ständiger Fortbildung
Wo man arbeitet
- Steuerberatungskanzleien
- Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
- Steuerabteilungen von Unternehmen und Konzernen
- Rechtsanwaltskanzleien mit Steuerschwerpunkt
- Eigene Kanzlei
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium, danach zwei bis drei Jahre Praxis in einer Kanzlei und die staatliche Steuerberaterprüfung, auf die man sich meist ein bis zwei Jahre berufsbegleitend vorbereitet. Ohne Studium führt der Weg über die dreijährige Ausbildung zum Steuerfachangestellten und eine deutlich längere Berufspraxis. Nach bestandener Prüfung erfolgt die Bestellung durch die Steuerberaterkammer.
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