Straßen- und Tiefbauer
Straßen- und Tiefbauer bauen und erneuern Straßen, Wege, Plätze und Verkehrsflächen. Sie bereiten den Untergrund vor, stellen Tragschichten her, pflastern, asphaltieren und setzen Randsteine und Entwässerungsrinnen.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Straßen- und Tiefbauer verdient
3.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.800 bis 5.200 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.600 € | 4.100 € | 43.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.300 € | 5.200 € | 51.600 € |
In tarifgebundenen Betrieben gilt der Tarifvertrag zur Regelung der Löhne im Baugewerbe auf Grundlage des Bundesrahmentarifvertrags Bau (BRTV), die Einstufung in die Lohngruppen entscheidet über das Gehalt; nicht tarifgebundene Kleinbetriebe zahlen oft weniger. Deutlich mehr bringen Überstunden, Nachtarbeit sowie Auslösungen für Montageeinsätze, die in den Werten nicht enthalten sind, und der Aufstieg zum Polier oder Meister.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Straßen- und Tiefbauer?
Straßenbauer arbeiten dort, wo Verkehrswege entstehen oder erneuert werden: Gemeindestraßen, Radwege, Parkplätze, Fußgängerzonen, Industrieflächen, Bundesstraßen. Am Anfang steht meist der Abbruch alter Beläge und der Aushub. Danach wird der Untergrund verdichtet, Frostschutz- und Schottertragschichten werden eingebaut und nach Höhe und Gefälle abgezogen. Höhen und Achsen werden mit Nivelliergerät, Laser oder GPS-gestützten Maschinen übertragen. Anschließend folgt der Belag: Asphalt hinter dem Fertiger einbauen und walzen, Pflaster- und Plattenflächen verlegen, Bordsteine in Beton setzen, Rinnen und Straßenabläufe einbauen. Dazu gehören Arbeiten an Baustellensicherung, Verkehrsführung und kleineren Kanal- und Leitungsgräben. Ein großer Teil der Arbeit geschieht mit Maschinen wie Minibagger, Radlader, Rüttelplatte und Walze, vieles bleibt aber Handarbeit mit Schaufel, Rechen und Gummihammer.
Wie wird man Straßen- und Tiefbauer?
Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zum Straßenbauer, die drei Jahre dauert. Sie ist Teil der Stufenausbildung Bau: Das erste Jahr ist für alle Bauberufe gemeinsam, nach dem zweiten Jahr ist ein Abschluss als Tiefbaufacharbeiter möglich, im dritten Jahr folgt die Spezialisierung. Gelernt wird im Betrieb, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Ausbildungszentren der Bauwirtschaft. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Auszubildenden haben einen Haupt- oder Realschulabschluss. Quereinsteiger finden häufig als Helfer im Straßenbau einen Einstieg und können über eine Externenprüfung den Berufsabschluss nachholen. Ein Führerschein, möglichst mit Klasse C1E oder CE, ist in vielen Betrieben ein deutlicher Vorteil.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich schwer und findet bei jedem Wetter im Freien statt, im Sommer auf heißem Asphalt, im Spätherbst bei Nässe und Kälte. Heben, Bücken und Knien gehören zum Alltag, Rücken und Knie werden stark beansprucht. Lärm, Staub, Bitumendämpfe und Vibrationen von Maschinen kommen dazu, ebenso das Arbeiten direkt neben fließendem Verkehr. Der Arbeitstag beginnt früh, in der Saison sind lange Tage und Überstunden üblich, bei Arbeiten auf Autobahnen und Hauptstraßen auch Nacht- und Wochenendeinsätze. Bei größeren Firmen wechseln die Baustellen oft, was Anfahrten oder Montagewochen bedeuten kann. Im Winter ruht die Arbeit teilweise. Gefragt sind Sorgfalt beim Messen und Einhalten von Höhen, räumliches Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, im Team zügig zu arbeiten, wenn etwa der Asphalt nicht abkühlen darf.
Aussichten
Die Nachfrage nach Fachkräften ist hoch. Viele Straßen, Brücken und Leitungsnetze in Deutschland sind sanierungsbedürftig, Kommunen und Bund investieren, und zugleich gehen viele erfahrene Bauarbeiter in Rente. Betriebe suchen vielerorts vergeblich nach Nachwuchs. Mit Berufserfahrung ist der Aufstieg zum Vorarbeiter möglich, mit Fortbildung zum Werkpolier oder geprüften Polier, der eine Baustelle leitet. Die Meisterprüfung im Straßenbauerhandwerk berechtigt zur Gründung eines eigenen Betriebs. Wer studieren möchte, kann mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung ein Bauingenieurstudium anschließen oder die Technikerschule für Tiefbau besuchen. Spezialisierungen etwa auf Maschinenführung, Vermessung oder Natursteinpflaster erhöhen die Chancen zusätzlich.
Aufgaben
- Alte Straßenbeläge aufbrechen und abtragen
- Untergrund ausheben, verdichten und Tragschichten einbauen
- Höhen und Gefälle mit Nivellier, Laser oder GPS übertragen
- Asphalt hinter dem Fertiger einbauen und walzen
- Pflaster, Platten und Natursteine verlegen
- Bordsteine, Rinnen und Straßenabläufe setzen
- Baustellen absichern und Verkehrsführungen aufbauen
- Baumaschinen wie Minibagger, Radlader und Walze bedienen
Voraussetzungen
- Körperliche Belastbarkeit und Gesundheit von Rücken und Gelenken
- Bereitschaft, bei jedem Wetter im Freien zu arbeiten
- Räumliches Vorstellungsvermögen und Grundkenntnisse in Mathematik
- Sorgfalt beim Messen und genaues Arbeiten
- Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
- Führerschein Klasse B, vorteilhaft C1E oder CE
Wo man arbeitet
- Straßenbaubetriebe
- Tiefbauunternehmen
- Große Bauunternehmen mit Verkehrswegebau
- Garten- und Landschaftsbaubetriebe mit Pflasterarbeiten
- Bauhöfe und Tiefbauämter von Kommunen
- Autobahn- und Straßenmeistereien
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Straßenbauer im Rahmen der Stufenausbildung Bau, die mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer endet. Nach zwei Jahren ist bereits ein Abschluss als Tiefbaufacharbeiter möglich. Quereinsteiger mit mehrjähriger Praxis können den Abschluss über eine Externenprüfung erwerben.
Offene Stellen als Straßen- und Tiefbauer
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