Stylist
Stylisten stellen Kleidung, Accessoires und Requisiten für Fotoproduktionen, Werbefilme, Fernsehen, Onlineshops oder einzelne Kundinnen und Kunden zusammen und sorgen dafür, dass das Bild am Ende stimmig aussieht.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Stylist verdient
3.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.100 bis 5.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.500 € | 3.000 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 3.200 € | 4.200 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 4.000 € | 5.800 € | 48.000 € |
Das Einkommen hängt vor allem davon ab, ob man fest angestellt ist, etwa in einem E-Commerce-Studio, oder freiberuflich mit Tagessätzen arbeitet, deren Höhe stark zwischen Katalog-, Editorial- und Werbeproduktionen schwankt. Einen allgemeinen Tarifvertrag gibt es nicht; bei Film- und Fernsehproduktionen kann der Tarifvertrag für auf Produktionsdauer beschäftigte Film- und Fernsehschaffende (TV FFS) gelten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Stylist?
Stylisten bereiten das Aussehen von Menschen und Produkten für die Kamera oder für einen Auftritt vor. Der größte Teil der Arbeit findet in der Mode statt: Für ein Shooting werden nach einem Briefing der Agentur oder des Kunden Outfits zusammengestellt, Kleidung bei Showrooms und Pressestellen ausgeliehen, eingekauft, gebügelt, abgesteckt und nach dem Termin wieder zurückgegeben. Am Set kleiden Stylisten die Models an, zupfen Falten zurecht, kontrollieren am Monitor, ob Sitz und Farben passen, und halten fest, welches Teil in welchem Bild getragen wurde. In E-Commerce-Studios geht es oft im Takt um Hunderte Artikel am Tag, die auf Puppen oder Models in Form gebracht werden. Daneben gibt es Spezialisierungen: Interior- und Set-Stylisten richten Räume und Kulissen ein, Foodstylisten bereiten Speisen für Werbefotos auf, Personal Stylisten beraten Privatleute beim Kleiderkauf. Ein beträchtlicher Teil der Zeit fließt in Organisation, Rechnungen, Akquise und das Pflegen von Kontakten.
Wie wird man Stylist?
Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, eine staatlich anerkannte Ausbildung gibt es nicht. Viele kommen über eine verwandte Ausbildung, etwa als Maßschneiderin, Modenäher, Friseurin oder Gestalter für visuelles Marketing, oder über ein Studium in Modedesign, Modemanagement oder Kommunikationsdesign. Private Stylingschulen bieten kostenpflichtige Lehrgänge an, deren Wert in der Branche unterschiedlich eingeschätzt wird. Entscheidend ist meist die Praxis: Wer als Assistenz bei etablierten Stylisten mitarbeitet, lernt das Handwerk, knüpft Kontakte und baut eine Mappe mit eigenen Arbeiten auf. Ohne aussagekräftiges Portfolio kommen kaum Aufträge. Quereinstiege aus Einzelhandel, Visual Merchandising oder Kostümbild sind verbreitet.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlicher, als sie von außen wirkt. Kleidersäcke und Koffer werden durch die Stadt geschleppt, an Sets wird lange gestanden und gekniet, Drehtage dauern oft zwölf Stunden und mehr, Außenproduktionen finden bei Kälte, Hitze und früh am Morgen statt. Die meisten arbeiten freiberuflich mit schwankender Auftragslage: In manchen Wochen folgt Termin auf Termin, in anderen kommt nichts. Wochenendarbeit und kurzfristige Anfragen gehören dazu. Die Einstiegsjahre sind oft finanziell knapp, Assistenzen werden schlecht oder gar nicht bezahlt. Verlangt werden ein sicheres Gespür für Farben, Schnitte und Trends, Sorgfalt im Umgang mit teuren Leihteilen, Organisationstalent und Gelassenheit, wenn Kunden, Fotografen und Models gleichzeitig Wünsche haben. Selbstvermarktung und kaufmännisches Grundwissen sind für Selbstständige unverzichtbar.
Aussichten
Der Markt ist klein und stark umkämpft, die Aufträge konzentrieren sich auf Medien- und Modestandorte wie Hamburg, Berlin, München und Düsseldorf. Festanstellungen gibt es vor allem in Fotostudios von Onlinehändlern, bei Versandhäusern, Modeunternehmen und Fernsehsendern. Die Nachfrage nach Produktbildern für Onlineshops und soziale Medien ist gestiegen, gleichzeitig drücken knappe Werbebudgets und automatisierte Bildproduktion auf die Honorare. Wer sich einen festen Kundenstamm aufbaut, kann sich auf gut bezahlte Werbeproduktionen spezialisieren, als Creative Director oder Moderedakteurin arbeiten, in den Einkauf wechseln oder ein eigenes Beratungsangebot für Privat- und Firmenkunden aufbauen.
Aufgaben
- Briefings von Kunden, Agenturen und Fotografen auswerten und Moodboards erstellen
- Kleidung, Accessoires und Requisiten recherchieren, ausleihen und einkaufen
- Outfits zusammenstellen, bügeln, dämpfen und abstecken
- Models am Set ankleiden und den Sitz der Kleidung während der Aufnahmen kontrollieren
- Leihteile dokumentieren, verwalten und fristgerecht zurückgeben
- Produkte für Onlineshop-Fotos auf Puppen oder Flächen in Form bringen
- Angebote schreiben, Budgets kalkulieren und Rechnungen stellen
Voraussetzungen
- Kein vorgeschriebener Abschluss, hilfreich ist eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Mode, Textil oder Gestaltung
- Aussagekräftiges Portfolio mit eigenen Arbeiten
- Sicheres Gespür für Farben, Schnitte, Materialien und Trends
- Organisationstalent, Zuverlässigkeit und Sorgfalt im Umgang mit teuren Leihteilen
- Körperliche Belastbarkeit für lange Drehtage und Tragen schwerer Ausrüstung
- Kaufmännische Grundkenntnisse und Selbstvermarktung bei freiberuflicher Tätigkeit
- Führerschein ist bei vielen Aufträgen notwendig
Wo man arbeitet
- Fotostudios und Werbeproduktionen
- E-Commerce-Studios von Onlinehändlern und Versandhäusern
- Film- und Fernsehproduktionen
- Modeunternehmen und Modemagazine
- Werbe- und Kreativagenturen
- Selbstständig mit eigenem Kundenstamm
Der Weg in den Beruf
Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht; üblich ist eine dreijährige Ausbildung etwa zur Maßschneiderin oder zum Gestalter für visuelles Marketing oder ein Studium in Modedesign mit Bachelorabschluss nach drei bis vier Jahren. Danach folgen meist ein bis drei Jahre als Assistenz bei erfahrenen Stylisten, in denen das Portfolio und die Kontakte für die Selbstständigkeit entstehen.
Offene Stellen als Stylist
In der Suche fortsetzenStylist in Vollzeit (m/w/d)
Lead Stylist (m/f/x)
Verwandte Berufe
Gestalter für visuelles Marketing
Gestaltet Schaufenster, Verkaufsflächen und Messestände und setzt Ware so in Szene, dass Kunden sie finden und ansehen.
- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 2.450 – 3.950 €
Modeberaterin
Modeberaterinnen beraten Kundinnen und Kunden im Modehandel bei der Auswahl von Kleidung, Schuhen und Accessoires und verkaufen die Ware. Sie arbeiten meist im Bekleidungsgeschäft oder Kaufhaus, seltener selbstständig als Stil- oder Farbberaterin.
- Offene Stellen
- 42
- Monatsbrutto
- 2.200 – 4.200 €
Passend dazu im Ratgeber
- Bewerbung über Bewerberportale: was dort anders läuft Große Arbeitgeber nehmen Bewerbungen über ein eigenes Portal an, nicht per E-Mail. Was die...
- Pendeln oder umziehen: die Rechnung, die man vorher macht Fahrtzeit, Spritkosten, Verschleiß und Steuervorteil lassen sich vor der Zusage ausrechnen...
- Scheine und Nachweise: was Stellenanzeigen wirklich verlangen In Handwerk, Service, Bau und Logistik entscheidet oft nicht der Abschluss, sondern ein Sc...